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STECHEN IN SEE: Tina Voß (links) und Amke Briese mit Mannschaftsmitgliedern der MS „Hooge“ im Hafen. Die Unternehmerin sammelte Eindrücke für ihr Buch.

Porträt

Hier war Tina Voß „auf der Flucht“

Sie liebt die Recherche für neue Bücher: Im Sommer 2015 war Unternehmerin Tina Voß (46) auf einem Containerschiff unterwegs. Der Krimi zur Reise heißt „Vergangen“ und erscheint morgen. Eine Fortsetzung hat die Autorin bereits im Visier.

Entspannung ist für Tina Voß (46) fast ein Fremdwort. „Das fällt mir wirklich schwer. Lieber stürze ich mich in neue Projekte“, verrät die Unternehmerin und Chefin ihrer eigenen Zeitarbeitsfirma. Bereits vor einigen Jahren stürzte sich die Powerfrau in ein neues Großprojekt: Bücher schreiben. Die Mops-Reihe, knuffige Hunde- und Frauchengeschichten, waren der literarische Auftakt. Und das sogar ziemlich erfolgreich. Inzwischen ist sie beim Lieblingsgenre der Deutschen gelandet: Krimi. Morgen erscheint ihr neuestes Werk: „Vergangen“.

„Es ist der zweite Fall für die Journalistin Liv Mika und Teil meiner ersten Trilogie“, verrät die Autorin, die auch dieses Mal vor harten Themen nicht zurückschreckt: „Es geht um Mord, Flucht und ein neues Leben. Sogar das echte Balkonmonster, das vor Jahren sein Unwesen in Hannover getrieben hat, kommt in meinem Buch vor. Es ist ein wirklich böser Thriller. Mit den lustigen Geschichten ist es wohl endgültig vorbei bei mir.“ Und auch um dunkle Geheimnisse dreht sich die Geschichte. Denn Voß ist überzeugt: „Zu viele Geheimnisse führen in den Tod.“ Also behält sie auch private Geheimnisse nicht für sich? „Doch. Ich kann schweigen wie ein Grab.“

Dass Tina Voß es wirklich ernst mit dem Schreiben meint, zeigt auch ihre akribische Recherche im Vorfeld. Für „Vergangen“ trieb es die Schriftstellerin im Sommer 2015 sogar auf ein Containerschiff. Mit der MS „Hooge“ fuhr die 46-Jährige von St. Petersburg bis nach Hamburg. Ihre Freundin Amke Briese hatte sie mit an Bord genommen. Warum der Trip auf der rauen See? „Weil ich sehen wollte, wie sich eine Flucht tatsächlich anfühlt.“ Eine Woche waren sie an Bord. Voß suchte nach dem besten Versteck an Deck, genoss den Ausblick von der Brücke, spielte zwischendurch „Titanic“ (die berühmte Bugszene) und erfüllte sich damit zugleich einen Lebenstraum: „Das war eine der schönsten Reisen, die ich je gemacht habe.“ Eine zweite Recherchereise führte die Autorin anschließend nach Boa Vista auf den Kapverden. Weißer Strand, glasklares Wasser: „Und da lasse ich die Geschichte auch enden. Passte einfach.“

40 interne Mitarbeiter und zum Teil 400 externe Angestellte beschäftigt Voß in ihrer Firma. Am 1. Oktober feierte die 20-jähriges Jubiläum. Gefeiert wurde nicht. „Wir haben unsere Volljährigkeit vor zwei Jahren ausschweifend gefeiert, zum 25. gibt es wieder ein richtiges Fest“, so die Chefin. Auch nach 20 Jahren im Geschäft seien ihre Arbeitstage immer noch stramm getaktet, gesteht sie. Wann hat man bei diesem Vollzeitjob denn eigentlich noch Zeit, um Bücher zu schreiben? „Samstags, sonntags und montags, wenn ich im Home-Office arbeite. Und an meinen Urlaubstagen schreibe ich auch die Hälfte des Tages, und den anderen Teil entspanne ich. Aber Entspannung fällt mir, wie gesagt, ziemlich schwer. Daran muss ich unbedingt arbeiten, damit ich mich nicht leerlaufe.“

Doch momentan hat sie dafür keine Zeit. Längst ist Tina Voß in die Recherchen für ihren dritten Thriller eingestiegen: „Der Arbeitstitel lautet ‚Verstummt‘ oder ‚Sprachlos‘.“ Statt aufs Meer führt sie die Recherche dieses Mal in den Harz. „Das Hotel in Bad Grund ist schon gebucht“, so Voß. Überhaupt sei die Recherche das Allerschönste am Autorenleben: „Das Schreiben kann hinterher manchmal eine Qual sein.“ Und wer weiß: Vielleicht wird ihre Trilogie ja noch verlängert. Voß: „Das ist noch mein Geheimnis.“

NPVISITENKARTE

Geboren am 27. November 1969 in Seesen. Die gelernte Betriebswirtin hat sich 1996 mit der Tina Voß GmbH selbstständig gemacht und baute diese zur größten Zeitarbeitsfirma der Region auf. Sie ist Unternehmerin?des Jahres und Trägerin des Niedersächsischen Verdienstordens. Nachdem zunächst Wandern und Bergsteigen – bis auf den Kilimandscharo ist sie gestiegen – ihre Freizeit ausgefüllt hatten, hat die 46-Jährige inzwischen über Uni-Fernkurse das Schreiben gelernt. Nach ihrer Mops-Serie ist Voß nun dem Thriller-Genre verfallen.


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