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BERGKETTEN BEI BAZARGAN: Gut gelaunt winkt Prinzessin Lilly aus dem Fenster, ihr Sohn fährt das Auto namens Gisela Richtung Turkmenistan.

BERGKETTEN BEI BAZARGAN: Gut gelaunt winkt Prinzessin Lilly aus dem Fenster, ihr Sohn fährt das Auto namens Gisela Richtung Turkmenistan.
© Lilly

Leute

Hier knattert ein Mutter-Sohn-Duo in die Mongolei

Seit gut drei Wochen fahren Prinzessin Lilly (44) und ihr Sohn Donatus zu Schaumburg-Lippe (23) auf der Route der „Mongol-Rally“ – bisher verlief die Charity-Reise weitgehend problemlos. Die NP hat das dynamische Mutter-Sohn-Duo in Usbekistan erreicht und sich über die bisherigen Abenteuer und Begegnungen erzählen lassen.

Hannover.. Wenn das mal nicht die Reise ihres Lebens wird! 11 200 Kilometer haben sie schon abgerissen, knapp 3000 haben Erbprinz Donatus zu Schaumburg-Lippe (23) seine Mutter Prinzessin Lilly zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (44) und Nikolaus „Niki“ Bery (40) noch vor sich – dann haben sie sie gepackt, die nervenaufreibende „Mongol-Rally“. Die NP hat das Trio auf ihrer Fahrt vom usbekischen Samarqand in die Hauptstadt Taschkent erreicht. „Mit jedem Land, das wir hinter uns gelassen haben, sind wir immer begeisterter von der Reise“, fasst Prinzessin Lilly den bisherigen Trip zusammen. Gute drei Wochen sind sie bereits unterwegs – und kommen sogar schneller voran als gedacht.

„Gisela läuft einwandfrei und wir hatten nur minimale Pannen“, so Donatus zu Schaumburg-Lippe über das 70 PS starke Auto, einen 2004er VW Polo, das nach Lillys Großmutter und seiner Urgroßmutter benannt ist. „Zündkerzen und Zündspule mussten mal ausgetauscht werden“, ergänzt Bery, der die größten mechanischen Erfahrungen hat – und der Ex-Freund von Lilly ist. Nach einer Kollision mit einem Felsen in der Türkei stand zudem ein Reifenwechsel stand – „mit Hilfe des ganzen Dorfes“, so der jüngste Abenteurer.

Einfach mitanpacken, Hilfe anbieten – davon sind die Europäer nachhaltig begeistert: „Das ist teilweise nicht zu fassen, wie nett die Einheimischen sind, das flasht uns.“ Seine Mutter fügt hinzu: „Wir werden angewunken, begrüßt, großzügig beschenkt.“ All das widerspricht total dem, was die drei bei dem „freien Reiseführer“ im Netz, „Wikitravel“, bei ihren Vorbereitungen gelesen hatten. „Da wird einem nur Angst gemacht, das ist echt sinnlos.“

Sie haben „genau das krasse Gegenteil von dem erlebt“, was einige Menschen vom Bereisen der Länder wie Turkmenistan und dem Iran so beschreiben. „Wir haben jedenfalls nicht erlebt, dass es da nur Ganoven und Banditen gibt“, so der Erbprinz. Selbst auf eine Hochzeit waren die drei quasi entführt worden, als sie eigentlich Sehenswürdigkeiten des Ortes besichtigen wollten: „Meine Mutter saß bei den Frauen und hat gegessen, wir waren bei den Männern“, erinnert sich der 23-Jährige an einen Aufenthalt in einer usbekischen Familie. „Als die Kommunikation aufgrund von Sprachbarrieren erschöpft war, wurde die Sprache durch Wodka ersetzt.“ Gemeinsam trinken ist eben international. „Wir haben sehr schnell gelernt, dass man sein Glas besser nicht ganz austrinkt – so schnell, wie nachgefüllt wird.“

Neben Erlebnissen wie diesen und der Idee mit dem außergewöhnlichem Abenteuer etwas Gutes für die Organisationen „Interhelp“ und „Save the Children“ zu leisten, tun sich für die Rallyfahrer weitere Erfahrungen auf: „Ohne Internet zu sein, ist echt gesund“, stellt Donatus zu Schaumburg-Lippe schnell fest. „man hat nicht den Zwang, immer online zu sein und die ganze Zeit Nachrichten zu beantworten.“ Prinzessin Lilly empfindet es als wunderschön, „weniger Einfluss von außen zu haben und sich auf seinen eigenen Weg zu konzentrieren.“ Sie hat zum Beispiel das erste Mal seit Jahren wieder einen Schub an Kreativität erfahren, „eine ganze Kollektion im Kopf. Vielleicht fange ich ja doch wieder damit an als Designerin tätig zu werden. Es ist jedenfalls sehr gesund, was hier mit mir passiert.“

Mit der Familie daheim kommunizieren sie, so oft es geht (Donatus: „Meine Freundin vermisse ich schon sehr – ich hoffe, sie mich auch“), sind dann doch aufs Internet angewiesen. Dafür wichtige Apps wie Facebook, Whatsapp, Instagram hatte Prinzessin Lilly zwischenzeitlich vor der Einreise in den Iran vom Handy gelöscht – „aus Angst, dass jemand ein Foto von mir im Trägertop als pornografisch ausgelegen könnte.“ Es hat einige Zeit (schwaches Internet) gedauert, bis sie die wieder runtergeladen hatte, „ich versuche, mich jeden Abend mit meiner Tochter über Videotelefonie auszutauschen.“

Da kommen in den nächsten Tagen bestimmt noch spannende Gespräche zusammen – Kasachstan, Russland und das Ziel der Charityreise – die Mongolei – muss das Trio noch bewältigen. Wir bleiben dran – und wünschen weiterhin eine gute Reise!

Von Mirjana Cvjetkovic