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Mensch-Hannover Hier bekommt man Geschichte zu Gesicht
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00:26 15.04.2018
Bei der Vorstellung: Der Erbprinz vor dem Konterfei von KöniginMarie. Am Sonnabend, den 14. April wäre sie 200 geworden – Anlass für die aktuelle Schau. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

Er hat es mit Bravour gemeistert, Auftritte wie dieser gehören nämlich so gar nicht zu seinen Lieblingsaufgaben: Ernst August Erbprinz von Hannover (34) hat gestern in einer exklusiven Vorschau die Jubiläumsausstellung „200 Jahre Marie und Georg von Hannover“ gut 20 Medienvertretern vorgestellt. „Es ist nicht die beste Jahreszeit, um hier zu sein“, empfing der Welfenspross die Gäste im pompösen Rittersaal von Schloss Marienburg, „draußen ist es schon warm, hier drinnen aber immer noch kühl und feucht.“

Dafür ist der Anlass ein ganz inniger und warmer: „Wir würdigen den Weg des letzen hannoverschen Königspaares und erzählen die Lebensgeschichte der beiden“, las der 34-Jährige dann doch lieber von einem der DIN-A4-Zettel ab. „Ganz besonders berühren mich die Briefe, die sich meine Urururgroßmutter und König Georg von Hannover nach 1866 geschrieben haben“, führte Ernst August junior weiter aus. Zu dem Zeitpunkt befand sich Georg V. bereits im Wiener Exil, seine geliebte Frau blieb mit den Töchtern in Hannover – als Zeichen des Widerstandes. „Die Briefe zollen von tiefer Lieber zueinander und zu der Region“, so der Erbprinz. Er finde es am faszinierendsten, „dass die zwei wirklich verliebt waren und ein relativ normales Familienleben geführt haben.“ Das war in der Verwandtschaft weitestgehend verpönt.

Die Familie wohnt in Herrenhausen

Und auch Ernst August junior zieht solch ein Leben dem royal-privilegierten vor: Mit seiner Frau Prinzessin Ekaterina (31) und Töchterchen Elisabeth (sieben Wochen) lebt er im Fürstenhaus in Herrenhausen, wie eine ganz normale Familie gehen sie mit dem Baby im rosafarbenen Kinderwagen (Marke: Bugaboo) in der Nachbarschaft spazieren.

Ausstellung "200 Jahre Marie und Georg von Hannover" auf Schloss Marienburg

Gratulationen zu dem freudigen Ereignis der Geburt seitens der NP nahm der Welfe entgegen, alle weiteren bohrenden Fragen – insbesondere zu dem zerrütteten Verhältnis zu seinem Vater Ernst August senior (64) – eines TV-Senders überhörte er geflissentlich. Vielmehr schien es, der frischgebackene Vater sei geneigt, betreffende Personen anzählen zu lassen – ließ es dann doch sein. Sein Vater hatte ja auf unschöne Weise die Aufmerksamkeit bei der Hochzeit seines Zweitgeborenen, Prinz Christian (32), und dessen Alessandra de Osma (27) Mitte März in Peru auf sich gezogen und für einen Eklat gesorgt – der Welfenchef war im Krankenhaus gelandet (NP berichtete). Während es von Seiten des Patienten hieß, eine Lebensvergiftung sei schuld gewesen, wollen diverse Medien von einem Alkoholexzess wissen. Wie dem auch sei, Ruhe kommt da augenscheinlich nicht rein. Umso bewundernswerter, dass Ernst August junior sich nicht hat aus der Ruhe bringen lassen, es hatte schon etwas von einem Spießrutenlauf.

Durch neun Räume, in denen Exponate wie Kinderspielzeuge, Urkunden und schöne Gemälde gezeigt werden, führte der 34-Jährige seine Gäste, ehe er sich verabschiedete und verschwand. Hoffentlich zieht sich der Untertitel der aktuellen Schau – „Mal amüsant, mal tragisch“ – nicht weiter durch sein Leben, das wäre dem jungen Schlossbesitzer nicht zu wünschen.

Von Mirjana Cvjetkovic

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