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ROCK-’N’-ROLL-KOCH: Steffen Henssler mag den lauten Auftritt – und er weiß, dass das nicht jedem gefällt. Damit kann er umgehen: „Wer zu mir kommt, weiß, was er bekommt.“© Philipp Rathmer

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Interview

Henssler will nicht jedem gefallen

Er will Kinder zum Kochen animieren: TV-Star Steffen Henssler (44) spricht im NP-Interview über verhasste Kalbsleber, die Lieblingsgerichte seiner Töchter, seine Privatsphäre und sein Image. Am 9. November kommt er in die Swiss-Life-Hall.

Welches Gericht haben Sie als Kind am meisten gehasst?

Kalbsleber, das hat sich nachhaltig eingebrannt. Das war im Kindergarten - eine Zeit, in der man aufessen musste. Der Geruch, die Konsistenz - es war einfach nur eklig. Und das ist für mich heute noch so.

Und welches Gericht haben Sie als Kind geliebt?

Gekochte Artischocken mit flüssiger Butter. Mein Vater war Koch, mit ihm war ich viel unterwegs und habe früh ganz viele Restaurants und Lebensmittel kennengelernt. Bevor ich Fischstäbchen probiert habe, kannte ich Forelle Müllerin Art.

Haben Sie auch als Kind schon gekocht?

Eher gekellnert. Mit zehn Jahren fand ich es total cool, im Restaurant meines Vaters zu helfen und damit ein paar Mark zu verdienen. Zum Kochen kam ich eigentlich erst in der Lehre.

Was kochen Sie Ihren Töchtern?

Die mögen wie alle Kinder Pommes und Spaghetti, aber ich zeige ihnen auch mal andere Sachen - Spargel, Linsen oder eben Artischocken.

Wie kriegt man es hin, dass Kinder solche Sachen essen?

Zum einen, indem man mit ihnen zusammen kocht, sie Kleinigkeiten in der Küche machen lässt, dann wollen sie auch probieren. Und indem man ihnen nicht immer eine Kinder-Extrawurst brät und im Restaurant automatisch Nudeln mit Tomatensauce bestellt. Wenn Eltern ihre Kinder fragen „Willst du nicht vielleicht mal einen Salat essen“, klingt das ja wie etwas Gefährliches.

Wie kam es zu der Rezept-Auswahl in Ihrem neuen Kinderkochbuch? Das ist ja ein wilder Mix von Minestrone bis Milchreis.

Ich wollte in erster Linie nicht ausschließlich gesunde Rezepte anbieten, sondern solche, die die Kinder mitkochen können und die Spaß machen. Und das wollte ich auch nicht so missionarisch präsentieren, sondern anregend und motivierend, das passiert mir heute zu wenig. Früher wurde zu Hause zuverlässig gekocht, heute muss es fast immer schnell gehen, und dann wird eben der Deckel von einer Dose gezogen.

Stellt das Kochbuch auch einen Imagewandel von Steffen Henssler dar - vom Provokateur und Frauenschwarm zum lustigen Kinderkoch?

Ich habe mir noch nie die Mühe gemacht, mein Image zu analysieren. War das jetzt der richtige Move, sollte ich öfter oder seltener „Scheiße“ sagen? Darüber denke ich nicht nach. Das Kinderkochbuch war eine Sache, auf die ich Bock hatte, also habe ich sie gemacht.

Was glauben Sie denn, wie die Menschen Sie wahrnehmen?

Als geradlinigen Typen, der nicht bloß eine Rolle spielt, sondern der so ist, wie er ist. Das gefällt auch nicht jedem, das ist klar. Aber es ist zum Glück auch nicht meine Aufgabe, jedem zu gefallen. Wer zu mir kommt, weiß, was er bekommt.

Sie haben zwei Restaurants, eine Kochschule, schreiben Kochbücher, machen die TV-Show „Grill den Henssler“, gehen jetzt auf Tour. Wann kocht Steffen Henssler über?

Ich weiß, dass viele denken, ich hätte kein Privatleben und würde immer arbeiten, das ist aber nicht so. Ich verbringe viel Zeit mit meiner Familie, aber Privates ist bei mir privat. Ich poste auch keine Fotos aus meinem Urlaub oder von meinem Auto.

Am 9. November heißt es in der Swiss-Life-Hall „Henssler tischt auf“. Was gibt’s denn?

In meinem neuen Tourprogramm koche ich meine Lieblingsrezepte auf der Bühne: Sushi oder Spaghetti mit Pancetta und Parmesan. Ich erzähle ein paar Anekdoten aus meiner Lehre, zum Beispiel, wie ich meine Prüfung geschafft habe. Dann gibt’s bislang unbekannte Szenen aus „Grill den Henssler“. Und ich singe.

Sie singen?

Ja, ich verrate aber nicht, was. Es ist ein Schlager, den jeder kennt und den ich umgetextet habe. Da kommen meine TV-Kollegen Ruth Moschner und Reiner Calmund drin vor - und es gibt ein paar Seitenhiebe auf meine Kochkollegen (lacht).

Hamburger flippen ja nicht immer vor Freude aus, wenn sie nach Hannover kommen. Wie geht es Ihnen?

Ich habe auf meiner allerersten Tour in Hannover gespielt, im Theater am Aegi. Das war super! Ich finde Hannover cool, diese Konkurrenz im Norden ist doch affig. Und man kann gut ausgehen bei euch: Das Steintorviertel ist echt lässig.

INFO

Schräge Anekdoten, coole Rezepte und eine Gesangseinlage: Am 9. November tritt Steffen Henssler in der Swiss-Life- Hall auf. Das Programm „Henssler tischt auf“ beginnt um 20 Uhr, Einlass ist ab 18.30 Uhr, Karten kosten 37,75 bis 48,10 Euro. www.steffenhenssler.de


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