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ZU GAST IN HANNOVER: Heino ist auf Promo-Tour für sein neues Album mit Fußball-Klassikern.© Dröse

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Porträt

Heino bleibt immer am Ball

Am 29. April erscheint sein neues Album „Arschkarte“ - passend zur Fußball-Europameisterschaft covert Kultsänger Heino (77) jetzt Fußballhits. Bei seiner Stippvisite in Hannover sprach er über 96, Tiefschläge und sein professionelles Leben.

Ein neues Album, und was für ein Titel! Wieso er seine Sammlung von Fußballsongs wenig elegant „Arschkarte“ genannt hat, kann Heino (77) erklären. „Die hab ich in meinem Leben schon oft gezogen“, erzählt der Publicity-Profi bei seinem Besuch bei Antenne Niedersachsen. Zum Beispiel, als er 1965 seine erste Single „Jenseits des Tales“ herausbringen wollte. „Da hieß es bei der Plattenfirma ,Volksmusik spielen wir nicht‘“, erinnert sich Heino. Er blieb am Ball, der Rest ist eine bombastische Erfolgsgeschichte.

Auf Volksmusik folgte ein Ausflug ins Rock-Fach, nun singt der Mann mit der schwarzen Sonnenbrille also Fußball-Klassiker - „Fußball ist unser Leben“, „Was wollen wir trinken“ oder „Hamburg, meine Perle“ mit HSV-Maskottchen Lotto King Karl (49). Sein liebster Song auf dem neuen Album aber ist „Buenos Dias, Argentina“: „Das habe ich schon früher, ein paar Jahre nach Udo Jürgens, gesungen. Und jetzt haben wir das etwas rockiger aufgenommen.“ Der Rock hat Heinos Leben verändert: „Ich hab 50 Jahre Volksmusik gemacht, da haben die jungen Leute sich gewünscht: ,Heino, spiel doch auch mal was für uns!‘“. Tat er: Seine Cover-Versionen von „Junge“ von den Ärzten oder „Sonne“ von Rammstein landeten auf Platz eins. „In einem Jahr habe ich mein Publikum um 40 Jahre verjüngt“, sagt Heino und lacht zufrieden.

Entspannt ist er bei seiner Stippvisite in Hannover. Als seine Managerin zwischendurch fragt, ob er Gattin Hannelore (73) zurückrufen will, brummt Heino: „Ach nö, wir haben heute schon sechsmal gesprochen.“ Lieber möchte er noch ein bisschen über Fußball reden. „Bei Hannover 96 ist die Situation etwas traurig, aber nächstes Jahr geht es wieder aufwärts“, glaubt der Mann, der aber für Bayern München schwärmt: „Beckenbauer, Hoeneß, die kenne ich ja alle. Und das aktuelle Team ist das beste der Welt.“ Und bei der EM in Frankreich? „Da gewinnen Jogis Jungs, ich nehme Wetten an!“ Er wird die Europameisterschaft daheim in Bad Münstereifel vor dem Fernseher genießen, „ganz allein, mit einer Flasche Rotwein vom Feinsten“.

Und am nächsten Morgen gehts wieder auf den Heimtrainer. „Ich trainiere täglich eine Stunde“, sagt der 77-Jährige, der schon immer „professionell gelebt“ hat, „wenn es mit den Kollegen von der ZDF-Hitparade früher ins Hotel ging, hab ich ein Glas an der Bar getrunken. Wenn ich morgens runterkam, standen die immer noch da.“ Das Party-Leben hat er sich verkniffen, „ich war schon immer ein fleißiges Kerlchen, sonst wäre ich heute nicht da, wo ich bin“. Und das klingt dann so gar nicht nach Arschkarte.

NPVISITENKARTE

Geboren am 13. Dezember 1938 in Düsseldorf. Heino (eigentlich Heinz Georg Kramm) lernte Bäcker und Konditor und kickte beim SC Schwarz-Weiß 06 in Düsseldorf-Oberbilk. 1965 gelang Heino der Durchbruch mit dem Volkslied „Jenseits des Tals“, sein Triumphzug als König der Volksmusik begann. 2013 erstaunte er die Öffentlichkeit mit dem Album „Mit freundlichen Grüßen“, auf dem er Rocksongs coverte. Heino ist seit 1979 in dritter Ehe mit seiner Hannelore (73) verheiratet. Das Paar lebt in Bad Münstereifel.


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