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NEUE ROLLE: Als Weihnachtsmann überrascht Lauterbach in der ARD-Komödie. In den anderen Rollen: Oliver Korittke, Wolfgang Stumph und Annette Frier.

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Interview

Heiner Lauterbach - Vom Macho zum Fitness-Guru

Schöne Bescherung! Heiner Lauterbach ist in der ARD-Komödie (25. Dezember, 20.15 Uhr) einer der drei „Weihnachts-Männer“, die Heiligabend bei einem Einbruch ertappt werden und auf der Polizeiwache landen. Die NP sprach mit dem 62-Jährigen, der sein Macho-Image abgeschüttelt hat. Statt wilder Partys stehen jetzt Sport, gesunde Ernährung und Klavierspiel auf seinem Plan.

Herr Lauterbach, wie war es, im Frühling eine Weihnachtskomödie zu drehen?

Ach, es war März und eigentlich immer noch ganz schön kalt. Wir drei Weihnachtsmänner, Oliver Korittke, Wolfgang Stumph und ich, trugen dünne Stiefel und haben ganz schön an den Füßen gefroren. Am Filmset ist man das ja gewohnt, dass man jenseits des normalen Rhythmus dreht: Szenen, die nachts spielen, werden um acht Uhr morgens gedreht, man fängt oft mit dem Ende des Films an - das ist oft widersinnig und unkoordiniert.

Wie beschreiben Sie Ihre Figur, den verwitweten Kinderarzt Fritz?

Uff, da muss ich kurz nachdenken - da liegen schon wieder sechs Filme dazwischen (lacht). Er ist ein romantischer Mensch. Er hängt seiner verstorbenen, großen Liebe nach, kann sie nicht loslassen. Sie erscheint ihm sogar im Traum. Seine Männerfreundschaft hängt er aber auch hoch. Als er bei einer Aktion mit zwei Freunden in Weihnachtsmannkostümen von der Polizei ertappt wird, gibt es Turbulenzen.

Haben Sie denn schon alle Geschenke beisammen?

Ja, wenn ich was Schönes für meine Familie entdecke, dann besorge ich auch schon im Juli Geschenke. Es kann aber auch vorkommen, dass ich am 24. Dezember nochmal loshetze. Das Wichtigste an Weihnachten sind doch die glänzenden Kinderaugen. Und wie man die zum Glänzen bringt, dafür gibt es viele Wege.

Gibt es feste Lauterbach-Rituale zu Weihnachten?

Nein, wir feiern im Kreis der Familie. Es kommt aber auch vor, dass ich mal ein ganzes Theaterensemble einlade, wenn ich gerade ein Engagement habe. Wir haben Heiligabend schon beim Skiurlaub, in Südafrika oder am Strand gefeiert. Auch beim Essen bin ich nicht festgelegt. Fondue, Würstchen mit Kartoffelsalat - hatten wir alles schon. Die Konstante des Festes ist die Freude der Kinder.

Gucken Sie am 25. Dezember „Weihnachts-Männer“?

Nein, Weihnachten gucken wir kein Fernsehen! Den Film habe ich sogar schon zusammen mit den Kindern gesehen und bin ganz zufrieden. So ein Weihnachtsfilm muss ja kompatibel sein für alle Zuschauer von acht bis 80 Jahren, das kreist Niveau und Genre ganz schön ein. Wir bewegen uns in dem Rahmen aber ganz gut mit dem Film.

Ihre Bandbreite ist gewaltig: Von „Schulmädchen-Report“ bis „Rossini“ ...

... liegt die Skala von ein bis zehn (lacht). Das sind die größten Unterschiede, dazwischen ist aber auch noch ganz viel. Ich bemühe mich, möglichst unterschiedliche Sachen zu spielen, ich will mich nicht festlegen lassen. Deshalb arbeite ich auch als Produzent, führe Regie, schreibe Drehbücher, synchronisiere Filme, spiele Theater. Das befruchtet sich alles gegenseitig.

„Weihnachts-Mann“ Fritz ist Romantiker. Ihnen haftete aber lange das Macho-Image des Partylöwen an. Haben Sie das inzwischen abgeschüttelt?

Ich hatte nichts abzuschütteln! Solche Dinge werden einem angeheftet - und verselbständigen sich dann.

Brachte Ihre Frau Viktoria die Kehrtwende? Sie sind seit 14 Jahren verheiratet, mit ihr haben Sie „Forever fit“ geschrieben.

In den 1990ern hätte wohl kaum jemand darauf gewettet, dass ich mal ein Buch über Sport, Fitness und gesunde Ernährung schreibe. Aber das Leben besteht aus unzähligen Kehrtwenden. Meine Frau ist ein wesentlicher Baustein dieses Wandels, sozusagen das Fundament. Man muss es aber selbst wollen. Das Leben kann man nur mit eigenem Willen und Entschlossenheit ändern, man steht ja nicht unter Dauerhypnose. Wenn man wie ich beschließt, eine Familie zu gründen, will man eben lange fit und gesund bleiben.

Welche Rolle spielt Sport im Leben des 62-jährigen Heiner Lauterbach?

Ich trainiere fünfmal die Woche. Jeweils 90 Minuten. Ich ziehe das durch, aber es ist kein Patentrezept. Ich bin kein Mediziner, kein Fitnesscoach, kein Leistungssportler, ich will niemanden missionieren, ich kann nur Ratschläge geben. Aber wenn man sich meine zwei Autobiografien „Nichts ausgelassen“ und „Man lebt nur zweimal“ ansieht: Bei mir hat sich der Richtungswechsel gelohnt ...

Ihrer Tochter Maya haben sie auch den Titel „Klavierspieler des Jahres“ zu verdanken?

Ja, wobei ich diese Auszeichnung des Bundesverbandes Klavier nicht meiner Virtuosität am Instrument zu verdanken habe, sondern meiner Leidenschaft für die Musik und wie ich darüber spreche. Ich habe 40 Jahre Gitarre und Schlagzeug gespielt, mit meiner Tochter habe ich dann nochmal Klavier begonnen. Musik ist schön und wertvoll, sie öffnet viele Tore auf dem Weg durch das Leben. Und für diese Erfahrung reicht es nicht, ein bisschen Musik im Aufzug zu hören.

Wer spielt besser: Sie oder Maya?

Kinder lernen viel schneller, da sind viele Schaltwege im Gehirn noch weiter offen als bei Erwachsenen. Aber die Alten kennen die „Abkürzungen“. Wille, Konzentration und Leidenschaft machen vieles wieder wett.

Spielen Sie denn gut?

Für einen Laien klingt es wunderschön, Star-Pianist Lang Lang würde aber wohl etwas anderes sagen. Mir reicht es. Man muss sich selber Maßstäbe setzen und ein Ziel verfolgen.

NPVISITENKARTE - Heiner Lauterbach

Geboren am 10. April 1953 in Köln. Lauterbach kam als Sohn eines wohlhabenden Sanitärunternehmers auf die Welt. Er besuchte die Schauspielschule „Der Keller“. Mitte der 1970er Jahre startete er seine Kinokarriere im „Schulmädchen-Report“. Mit der Komödie „Männer“ gelang ihm 1985 der Durchbruch. Viele Kinofilme folgten. 2005 gab Lauterbach sein Regiedebüt mit der Komödie „Andersrum“. 2001 heiratete der Schauspieler Viktoria Skaf. Das Paar hat zwei Kinder und lebt am Starnberger See. Aus seiner ersten Ehe mit Katja Flint hat er einen Sohn.


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