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Mensch-Hannover Hans Georg Näder wird mit Leibniz-Ring geehrt
Menschen Mensch-Hannover Hans Georg Näder wird mit Leibniz-Ring geehrt
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00:18 17.12.2017
BLICK AUF DEN REICHSTAG: Hans Georg Näder auf dem Dach des Science Centers seines Unternehmens Ottobock in Berlin.  Quelle: Rainer-Droese
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Hannover

 Es gibt Leute, die lassen andere spüren, dass sie – vermeintlich – etwas Besseres sind. Weil sie einen bestimmten Namen tragen, etwas Bedeutendes geschaffen haben, reich sind und aufgrund dessen bevorzugt behandelt werden. All das könnte locker auf Hans Georg Näder (56) zutreffen. Tut es aber nicht. Der milliardenschwere Unternehmer bringt es so auf den Punkt: „Ich bin authentisch. Und wer authentisch ist, hat es auch einfacher im Leben.“

Und so zeigt er sich auch, als ihn die NP vor kurzem im Science Center, der Hauptstadtrepräsentanz seiner Firma Ottobock, in Berlin besuchte: Näder kommt im Polo-Shirt, schenkt seinen Gästen selbst den Kaffee ein, erzählt frei von der Leber weg, was ihn so bewegt – vom Leibniz-Ring, den er am Dienstag verliehen bekommt, den Werten, die seine Eltern ihm mitgegeben haben, von seiner Verlobten Nathalie Scheil (25), die altersmäßig seine Tochter sein könnte. Ein launiger Nachmittag.

Er leitet Prothesenhersteller Ottobock in dritter Generation

„Ich bin so, wie ich bin, komme vom Land und habe das Glück gehabt, dass ich in diese Familie reingeboren wurde“, setzt er weiter bei sich an. „Ich hatte die Chance, das, was ich mit 28 Jahren in dritter Generation übernommen habe, weiterzuentwickeln – und habe die Möglichkeit, mich vielen Themen zu widmen.“ Zum Beispiel der Kunst, diversen Start-up-Firmen, dem Tabaluga-Haus in seinem Heimatort Duderstadt. Das empfindet der 56-Jährige als Glück, „aber auch als Verantwortung. Meine Mutter hat immer zu mir gesagt: ,Du bist nur als Gast auf Erden, mach’ also was draus.’“

INTERESSIERT: Hans Georg Näder fragt Mohammed Bishadiyan nach den Fortschritten mit der Prothese. Quelle: Rainer_Droese

Und er macht: Seit gut 30 Jahren leitet er die Geschicke der Firma, die sein Großvater Otto Bock (†) einst in Berlin-Kreuzberg gegründet hat, machte den Prothesenhersteller zum Weltmarktführer. Heute arbeiten in mehr als 50 Ländern 7800 Leute für ihn in der Ottobock Gruppe, die 2015 einen Umsatz von 1,083 Milliarden Euro erwirtschaften konnte. Ein Macher, der das aber nicht raushängen lässt.

Sein Elternhaus habe ihn in diese Richtung beeinflusst, erklärt der Mann, den viele schlicht „HGN“ nennen: „Meine Familie war immer geprägt von Humanismus, Respekt und Begegnungen auf Augenhöhe.“ Von Letzterem hatte er unzählige, aus vielen sind Freundschaften entstanden. Etwa zu Sänger Peter Maffay (68) und zu SPD-Politiker Sigmar Gabriel (58). Beide sind übrigens dabei, wenn ihr Weggefährte im Kuppelsaal mit dem Leibniz-Ring geehrt wird. „Peter hat spontan gesagt, dass er mit kleinem Besteck kommt und ein bisschen Mucke an dem Abend macht“, freut sich Näder.

„Ich habe mein Leben lang versucht, Akzente zu setzen“

Seit Jahren engagiert er sich für das Tabaluga-Projekt des Musikers, ein Haus haben sie in Duderstadt eröffnet, eins in Siebenbürgen, ein weiteres Projekt in Rio de Janeiro verwirklicht. „Ich habe mein ganzes Leben lang versucht, über Aktivitäten oder über Bauwerke und Projekte Akzente zu setzen.“ Vor allem setzt sich der zweifache Vater für seine Heimatstadt ein, „einfach um dieses wunderschöne Duderstadt konstruktiv in seine Zukunft zu begleiten“. Da musste sich der Unternehmer auch mal die Frage gefallen lassen, wie viel HGN der 21 000-Seelen-Ort im südöstlichen Niedersachsen eigentlich verträgt. Näder muss schmunzeln. „Ich bin da nur Ideengeber. Ich bleibe ja nicht für alle Ewigkeit hier. Es ist überschaubar, macht aber viel Spaß und strahlt bis nach Hannover aus.“

Es ist davon auszugehen, dass auch er am Dienstag in Hannover strahlt. Am Nachmittag steht zunächst der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt bei Oberbürgermeister Stefan Schostok (53) im Rathaus an, ehe es zur Ring-Verleihung ins HCC geht. „Ich fühle mich geehrt und ich freue mich auf den Abend. Insbesondere auch deshalb, weil ich im Gegensatz zu dem ein oder anderen früheren Preisträger auch echter Niedersachse bin, der unabhängig vom Leibniz-Ring ganz vielfältige Aktivitäten in Niedersachsen, aber auch Bezugspunkte zur Landeshauptstadt hat.“

ZWEI GENERATIONEN: Hans Georg Näder mit seinem Vater. Mit 28 Jahren übernahm er das Unternehmen. Quelle: privat

Und Näder wäre nicht Näder, wenn er nicht selbst auch ein wenig die Strippen für den Abend ziehen würde: „Lieber selber organisieren, als dass man überrascht ist, was es denn so zu essen und zu trinken gibt.“ Er lacht: „Wir bringen unser eigenes Bier aus meiner Craftbier-Brauerei in Duderstadt mit, es heißt ,Heimatliebe’. Das wird dem Abend nicht abträglich sein. Das wird eine tolle Party.“

Die Laudatio auf ihn hält der geschäftsführende Außenminister Gabriel, der Presse-Club als Veranstalter konnte Näder diesen Wunsch erfüllen: „Sigmar und ich sind seit vielen Jahren befreundet und da liegt es doch nahe. Wenn jemand über einen anderen spricht, ist doch viel besser, wenn er den auch kennt und nicht erst im Internet nachgucken muss. So wird es authentischer.“

Näder plant eine Strandhochzeit zu Pfingsten

 Begleitet wird der 56-Jährige neben seinen Töchtern von seiner Verlobten, die er Pfingsten bei einer lässigen Strandhochzeit heiraten möchte. „Zweimal war ich ja schon verheiratet, aber noch nie verlobt.“ Dass er darüber sehr glücklich ist, war nicht zu übersehen: In vielen Zeitungen schaltete er eine knallige Anzeige, die auf das Eheversprechen im Juni aufmerksam machte. Das Paar, das sich im Berliner Promi-Restaurant Borchardt kennengelernt hat, trennt 31 Jahre.

„Wenn mittelalte Männer mit jungen Frauen unterwegs waren, dann habe ich das früher immer gehasst“, bezieht Näder dazu Stellung. „Ich habe mich immer gefragt: Was wollen die mit dem alten Knacker?“ Das hat sich verändert: „Wenn man ein bisschen älter wird, erlebt man, dass Erfahrungen und Jugendlichkeit sich in irgendeiner Weise anziehen. Das funktioniert in manchen Fällen, in anderen eben nicht.“ Bei den beiden scheint es funktionieren.

Näders Verlobte ist 31 Jahre jünger

Und wie reagiert er auf Kommentare von Außenstehenden? „Ich muss damit leben, wenn ich im Borchardt sitze, dass jemand zu mir sagt: ,Ach Herr Näder, Sie haben aber eine hübsche Tochter.’ Dann bedanke ich mich recht herzlich und alles ist gut. Kann ich ab.“ Nachwuchs ist bei den beiden übrigens nicht ausgeschlossen: „Wenn es noch mal Babys gibt, dann sitzen die in der Sandkiste und vielleicht kommen die Kinder meiner Töchter vorbei und sagen: ,Hallo Opa!` und der andere sitzt dann dort und sagt ,Hallo Papa’. So ist das dann halt bei uns. Nicht so schlimm.“

Ein wahrlich interessanter Typ, der die diesjährige Leibniz-Ring-Verleihung zu einer besonde rs interessanten Veranstaltung werden lässt.

Von Mirjana Cvjetkovic

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