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© Dröse

Schwangere Prinzessin

Hannovers Prinzenpaar macht sich für Kinderhospize stark

Er wird selber bald Vater, freut sich zusammen mit seiner Frau Ekaterina (31) auf das erste Baby – Ernst August Erbprinz von Hannover (34) fühlt aber auch mit Familien, die ein schweres Schicksal haben. Beim Tag der Kinderhospizarbeit in der Orangerie in Herrenhausen war er Schirmherr. Und hielt eine emotionale Rede .

Hannover. Dieser Weg ist ein kurzer: Nur wenige hundert Meter sind es vom Fürstenhaus, in dem Ernst August Erbprinz von Hannover (34) und Prinzessin Ekaterina (31) seit dem Umzug aus London leben, zur Orangerie, an deren Tür an diesem Sonnabend grüne Bänder flattern. Bänder der Solidarität mit Familien, deren Kinder an lebensverkürzenden Krankheiten leiden. Der 10. Februar ist der Tag der Kinderhospizarbeit, Schirmherr der zentralen Veranstaltung in Hannover ist der Welfe. Dieses Engagement ist ihm hoch anzurechnen – der Erbprinz wird in wenigen Wochen selbst Vater.

In einer Phase des Lebens, die von Glücksgefühlen, Hoffnungen und Erwartungen geprägt ist, zeigen Ernst August junior und seine Frau ein großes Herz. Der Auftritt des Paares in der Orangerie ist der erste in der Öffentlichkeit seit ihrer Hochzeit im Juli 2017 – ein Zeichen der Verbundenheit mit den Betroffenen.

Die werdende Mutter wirkt glücklich, zufrieden – und fit. Schnellen Schrittes eilt Prinzessin Ekaterina in flachen Ankle-Boots und einem bunt bestickten Mantel mit Fellapplikationen zusammen mit ihrem Mann zur Orangerie, der dunkelblonde Haaransatz ist etwa 15 Zentimeter herausgewachsen – wie die meisten Schwangeren verzichtet die 31-Jährige auf Blondierungsmittel, die das ungeborene Kind schädigen könnten. Begleitet wird das Paar von der langjährigen Freundin Daniela Felder (39) – das Ex-Model leitet mit seiner Zwillingsschwester Annette in London das Modelabel „Felder Felder“.

Der kugelrunde Babybauch der Prinzessin (Geburtstermin ist im März) steckt in einem bequemen schwarzen Schlauchkleid, die Hände faltet sie immer wieder schützend über der Wölbung.  Was sie von ihrem Platz in der ersten Reihe erlebt – Felder und der Prinz beugen sich immer wieder zu ihr und übersetzen flüsternd für die russische Designerin – scheint ihr nahezugehen.
 

Zum Gedenken an verstorbene Kinder entzündet die achtjährige Maja eine Kerze auf der Bühne. In ihrem Schein hält der Erbprinz seine engagierte Rede. „Die Einladung hat mich sehr geehrt. Und mir eine andere Perspektive auf mein eigenes Leben gezeigt“, sagt der Schirmherr. Ihm sei bewusst, dass die Kinderhospizarbeit kein einfaches Thema sei, ein Gespräch mit Martin Gierse (40) habe ihm diese Bedenken genommen – der Geschäftsführer des Deutschen Kinderhospizvereins habe ihn auf Schloss Marienburg besucht.  „Ich bin mit unerwartetem Optimismus aus diesem Gespräch herausgegangen.“

Und mit einer Erkenntnis: Ein Großteil der Arbeit wird von Ehrenamtlichen geleistet. „Sie helfen dort, wo das Leid am größten ist, sie teilen die Last der Familien. Das müssen ganz besondere Menschen sein.“ Menschen, die in den Augen des Adligen „allergrößte Bewunderung“ verdienen – und Respekt. „Ich bezweifle, dass ich den Mut und die Stärke für diese Aufgabe hätte“, gesteht er ein. „Wir müssen diese wichtige gesellschaftliche Arbeit würdigen.“

In Hannover wurde im April vergangenen Jahr ein ambulantes Kinderhospiz eröffnet. „Ich will von den Ehrenamtlichen gerne mehr über ihre Arbeit erfahren“, kündigt der 34-Jährige an. Dazu könnte er jede Menge Gelegenheiten haben, die Zeit der Pendelei zwischen London – dort ist er mit Bruder Christian (32) und seiner Mutter Chantal Hochuli, 62) aufgewachsen – und Schloss Marienburg scheint vorbei. „Mein Zuhause ist in Hannover“, sagte er bei der Vorstellung des Sommerprogramms auf Schloss Marienburg (siehe unten). Als Domizil für die Familie wählte er das Fürstenhaus an der alten Herrenhäuser Straße, das bis 2005 auch als Museum genutzt wurde. Demnächst wird man dem stilvollen Gebäude aus dem Jahr 1721 dann Kinderlachen hören! 

Von Andrea Tratner