Navigation:
|
Vereine

Hannover: Wechsel beim Freundeskreis

Ihre Mitglieder sollten es bis heute aus der Post erfahren haben, gestern weihten Roger Cericius (46) und Matthias Görn (42) die NP bei einem Kaffee im Mövenpick am Kröpcke ein: Es gibt einen Wechsel an der Spitze des Freundeskreises Hannover! Nach 15 Jahren im Vereinsvorstand – elf davon als Vorsitzender – gibt Cericius den Posten an seinen Vize ab.

Hannover. Seit gut zwei Jahren gehört Görn dem Verein an, da hatte Cericius längst ein Auge auf den Betriebswirtschaftlichen Leiter des Landesmuseums geworfen: „Ich habe ganz zielgerichtet Ausschau gehalten“, offenbart Cericius. Nämlich nach jemandem, der eine „glaubwürdige Leidenschaft für die Sache“, also Hannover und die Region, mitbringt, ein guter Netzwerker ist und empathisch mit den Freundeskreis-Mitgliedern umgeht. „Er kann das“, ist sich Cericius bei Görn sicher, „und er macht das!“ Darüber werden final die 1500 Vereinsmitglieder bei ihrer Versammlung am 9. März im Pavillon entscheiden: „Ich denke aber, dass dem nichts im Wege steht.“

Der bisherige Vize freut sich auf seine neue Aufgabe. „Dabei war mir gar nicht bewusst, was die mit mir vorhatten, als sie mich gebeten haben, mich im Freundeskreis zu engagieren“, erinnert sich Görn. Der 42-Jährige und Cericius hatten sich anlässlich der Ausstellung „Als die Royals aus Hannover kamen“ näher kennengelernt, die Männer blieben in Kontakt und tauschten sich regelmäßig aus.Nun beerbt der gebürtige Magdeburger also den Mann, dessen Gesicht eigentlich alle in der Stadt mit dem Freundeskreis in Verbindung bringen.

„Ich werde ganz unprätentiös Tschüs sagen und keinen großen Zampano um meinen Abschied ma­chen“, so Cericius, der bei der VGH sein Geld verdient und da auch Geschäftsführer der Herrenhausen-Verwaltungsgesellschaft ist, einer Tochtergesellschaft der Versicherung. Er mag sich, genauso wenig wie sein Nachfolger, nicht gern in den Vordergrund stellen: „Das zentralste Organ ist die Mitgliederversammlung.“Und die kann sich sehen lassen: In Deutschland hat nur Nürnberg einen größeren Bürgerverein, unserer stellt so allerlei auf die Beine: So organisierte der Freundeskreis 2015 am Abend des Länderspiels zwischen Deutschland und Holland (das später wegen Terrorgefahr abgesagt wurde) spontan eine Lichterkette, um an die Grundwerte der Gesellschaft zu erinnern.

Anlass waren die Anschläge von Paris kurz zuvor. Im September 2016 rief der Verein mit der Kampagne „Mach dein X“ auf, sich an der Kommunalwahl zu beteiligen, Promis wie Indians-Geschäftsführer David Sulkovsky (38) und Benjamin Chatton (35) von den Recken machten mit. Und dann sind da noch der etablierte Stadtkulturpreis sowie der für herausragendes bürgerschaftliches En­gagement, die jährlich vergeben werden – alles Aktionen von Bürgern für Bürger.Das soll auch in Zukunft so bleiben. „Gravierende Umbrüche wären falsch. Ich will unsere Themen fortsetzen und akzentuieren“, verspricht Görn. Und Cericius? „Ich bleibe dicht am Freundeskreis dran und bringe mich weiter ein“, sagt er und lacht, „aber eben aus der siebten, achten Reihe.“ Dabei wünschen wir beiden gutes Gelingen!