Navigation:
ENTSPANNT: NP-MitarbeiterinChiara Olthoff schwebt im Float-Becken.

ENTSPANNT: NP-Mitarbeiterin Chiara Olthoff schwebt im Float-Becken.© Felix Küpper

Trend

Hannover: Tiefenentspannung beim Floaten

Dem Alltagsstress entfliehen, Rückenprobleme und Verspannungen loswerden oder einfach mal etwas für sich tun? Im Float-Becken kann man beim Schweben auf Salzwasser Zeit und Raum vergessen. NP-Mitarbeiterin Chiara Olthoff hat es ausprobiert.

Hannover. Weckerklingeln. Montagmorgen. Ich will heute im Float Hannover ausprobieren, wie es ist, eine Stunde lang im Salzwasser zu liegen, nein zu ,schweben‘; wie die englische Übersetzung von „float“ verrät. Nun bin ich allerdings jemand, der lieber schnell duscht als stundenlang in der Wanne schrumpelt ...

Überhaupt: Salzwasser! Das erinnert mich an Meer, unerforschte Tiere und Tiefen - eine ganz schön gruselige Vorstellung. Aber ich trete in das Studio an der Königstraße und werde schon mit einem Lächeln erwartet. Die ersten freundlichen Gesichter an diesem Montagmorgen gehören zu Besitzer Stefan Kirkskothen (43) und Deetje Dilling (25). „Schön, dass Sie sich das Float Hannover mal anschauen“, begrüßt mich der Chef. Ich setze mich und lasse den Raum auf mich wirken: Der Eingangsbereich ist in hellen Farben gehalten. Hinter dem Tresen entdecke ich einen Bildschirm an der Wand. Bunte Fische schwimmen durch farbenfrohe Riffe. Ist es Einbildung, dass ich schon jetzt den morgendlichen Stress vergesse?

„Im Floating-Becken treibt man auf der Oberfläche der nahezu gesättigten Lösung aus Wasser und Salz - und das, obwohl das Becken nur 28 Zentimeter tief ist“, erklärt Kirkskothen. Man erlebe das Gefühl von Schwerelosigkeit und könne abschalten von der Alltagshektik. Dazu passt auch das Schild auf dem Tresen, auf das ich lächelnd hingewiesen werde: Handys bitte ausschalten!

Dann geht es in einen der zwei Floating-Räume und ich bin verwundert, als mir kein Chlorgeruch entgegenschlägt. Es ist angenehm warm, die höhere Luftfeuchtigkeit erinnert mich an Sommerurlaub. Der Raum könnte auch im Wellness-Bereich eines Sterne-Hotels sein, sehr sauber und edel. „Hier haben wir 34,8 Grad Celsius. Das entspricht der Außenhauttemperatur, auch das Wasser hat diese konstante Temperatur. Dadurch empfindet man das Wasser nicht als warm oder kalt“, weist mich Kirkskothen ein. 1000 Liter Wasser würden in nur sechs Minuten in das Becken strömen, Musik und auch das Licht könne ich je nach Geschmack einstellen. Sobald ich allein bin, soll ich mich abduschen, dann ins gefüllte Becken steigen und eine Stunde lang entspannen. Im Stillen bezweifle ich, ob ich so lange einfach nichts tun kann - das bin ich nun wirklich nicht gewohnt.

Rein ins Becken. Ich setze mich vor die im Beckenrand angebrachten Schalter für Musik und Licht und will gerade daran herumdrücken, als mich die Schwerelosigkeit nach oben spült und ich rücklings ins seichte Wasser platsche. Ah, Salzwasser im Auge - wo ist dieser Waschlappen, der am Beckenrand bereitliegt? Da! Okay, alles wieder gut. Ich entscheide mich dann doch lieber fürs Festhalten, während ich die Musik und das Licht einschalte. Meditationsmusik ein, Lichtspiele bunt.

Dann strecke ich vorsichtig meine Beine und Arme aus, schönes blaues Licht geht an. Tatsächlich, ich schwebe oben auf dem Wasser. Ich spüre gar nichts mehr. Vorsichtig wackle ich mit den Zehenspitzen, okay, alles noch beweglich. Blau wird zu Lila, dann zu Rot. Ich erschrecke mich mehrfach: Schon ein seltsames Gefühl, das Körpergewicht nicht mehr zu spüren. Immer wieder muss ich mich darauf konzentrieren, bewusst loszulassen, die Beine fallen zu lassen, die Arme nicht anzuspannen und den Kopf in den Nacken zu legen.

Bald aber vertraue ich dem Salzwasser und werde abwechselnd von Musik und Licht mitgenommen. Die Meditationsmusik plätschert dahin. Oh, das Licht wird grün, Übergang zu Gelb, Orange sieht auch klasse aus. Bald pulsiert es in allen Farben. Wie war das nochmal? „Wenn das Licht zu pulsieren beginnt, sind die 60 Minuten vorbei“, hatte Kirkskothen erklärt. Wo ist mein Zeitgefühl hin? Schweren Herzens stehe ich vorsichtig auf und hieve mich aus dem Becken. Och nee, die Schwerkraft schon wieder.

Unter der Dusche erst mal das Salz abbrausen. Als ich fertig bin, gehe ich raus - und bin tatsächlich tiefenentspannt. Ich habe das Gefühl, mich könne heute nichts mehr aus der Ruhe bringen. „Eine Stunde geht schneller vorbei, als man denkt, nicht wahr?“, grinst mich der Chef hinter dem Tresen an. Definitiv!

Chirara Olthoff


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige

Bild des Tages

Endlich ist die Sonne in Hannover mal wieder rausgekommen. Hier fotografiert von Julian Stratenschulte in der Eilenriede.

zur Galerie