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Hannover: Manege frei für den Weihnachtszirkus

Kurz vor Weihnachten noch einmal die Seele baumeln lassen: 1500 Gäste kamen Mittwochabend zur Premiere des „1. Grand Prix der Artisten“ auf den Schützenplatz.

Hannover. Sie ist gern in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, um die Premiere auf dem Schützenplatz zu sehen. „Es hat sich aber so viel verändert, eigentlich kaum wiederzuerkennen“, sagte Ingrid Stosch-Sarrasani (83) der NP. „Das Haus an der Stöckener Straße, in dem wir gelebt haben, steht auch nicht mehr“, ergänzte die Grande Dame des deutschen Zirkus. Von 1980 bis ins Jahr 2000 hatte sie das traditionsreiche Haus geleitet: „Da bin ich mit sechs Jahren mal aus dem Fenster gefallen.“ Vielleicht ja sogar die gefährlichste Zirkusnummer ihres Lebens. Mit 16 verließ die sympathische Artistin die Heimat und hatte ihren ersten Auftritt im Berliner Friedrichstadtpalast, „dem alten“, wie sie betonte, „eine Cowboynummer mit Lasso und Peitsche“. Mittlerweile ist sie „nur“ Gast, genoss aber jeden Augenblick der Vorstellung: „Ich liebe es, Zirkus zu erleben.“

So geht es auch Ariane Jablonka (48) und ihrem Mann Bernd Voorhamme (70). Die beiden wissen auch genau, welchen Job sie hätten (anstatt der Arbeit im Klavierhaus Döll), wenn sie denn in eine Zirkusfamilie geboren worden wären: „Am Reck turnen oder am Trapez“, sagte sie - er hüstelte lachend. „Als Kind war ich sehr sportlich“, verteidigte sich die Geschäftsfrau: „Tennis und Reiten vielleicht, aber doch nicht am Reck oder Schwebebalken.“ Der 70-Jährige übrigens würde was mit Pferden machen: „Die lächeln immer und gehorchen, wenn ich was sage.“

Nico Röger (29) von Hannover Concerts wäre gern Clown: „Da kann man richtig die Sau rauslassen und niemand weiß, wer im Kostüm steckt.“ Da geht es Alia (9) ähnlich: „In der ersten Klasse habe ich beim Schulzirkus mitgemacht, habe anderen Wasser ins Gesicht gespritzt“, erzählte die Enkelin von Madjid Samii (79). Der Neurochirurg und seine Gattin Mahshid genossen es sichtlich, den Abend mit den Großkindern zu verbringen. „Einmal im Jahr schaffen wir das, das ist mein Anspruch“, sagte der Top-Mediziner.

Ihm wird es in der Manege nie langweilig: „Artisten, manchmal Tiere und natürlich der Clown, das ist klasse. Der Clown hat die höchste Rolle und beeinflusst den Ruf eines Zirkus.“

Da müssen die Macher des Winterzirkus eine echt gute Besetzung haben - nicht nur die Samiis kringelten sich beim Auftritt von Clown Fumagalli.