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Mensch-Hannover Hannover: Kind freut sich über neues Geschäft
Menschen Mensch-Hannover Hannover: Kind freut sich über neues Geschäft
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12:37 29.11.2018
STOLZ IN DEM FAMILIENUNTERNEHMEN ZU ARBEITEN: Alexander Kind in dem sanierten Geschäft in der City. Quelle: Petrow
Hannover

Heller Steinboden, Designerstühle mit neckischem Reißverschluss an der Rückenlehne, lichtdurchflutete Räumlichkeiten, großformatige Porträts in schwarzweiß an den Wänden – und dann noch jede Menge Brillen sowie im ersten Obergeschoss auch die Hörgeräte, wohin man schaut: Das kann sich mal sehen lassen, das frisch renovierte, 350 Quadratmeter große Geschäft von Martin Kind (74) und seinem Sohn Alexander (45). Der Laden an der Karmarschstraße hat eine umfassende Frischzellenkur bekommen, wurde in nur zehn Wochen kernsaniert. Kostenpunkt: im siebenstelligen Bereich.

Und auch wenn der Junior die Geschicke des Hörgeräteimperiums (3000 Mitarbeiter, 270 Millionen Euro Umsatz) leitet, hat er die Eröffnungsrede für die 130 geladenen Gäste (es gab prickelnden Prosecco und Leckereien aus dem Kokenhof) dann doch seinem Vater, dem Unternehmensgründer und 96-Präsident, überlassen („er hat mich zwangsverpflichtet“) – der ist eindeutig mehr und auch lieber in der Öffentlichkeit unterwegs. „Ich leite dieses Unternehmen und mein Vater einen Fußballclub“, begründete der 45-Jährige lachend. Die Spiele guckt er sich zwar gerne an, fiebert mit den Roten auch mich, „aber schlaflose Nächte habe ich nicht.“ Von dem gestrigen Buhei um mögliche Punktabzüge für seinen Bundesligaverein (siehe Seite 9) ließ sich Martin Kind übrigens die Laune nicht verhageln.

Im Gegenteil: Er führte die Besucher herum, zeigte die Räumlichkeiten und ganz innovative Technik – etwa die eines Start-ups aus Israel: Mit dem sogenannten „Eye Refract“ kann man die Augen hochpräzise und in minutenschnelle ausmessen. „In Deutschland gibt es zehn Geräte, in unserem Besitz befinden sich vier“, so Geschäftsführer Alexander Kind. Vater und Sohn sind sichtlich stolz auf das, was sie – jeder zu seiner Zeit – geschaffen und geschafft haben, und vor allem noch schaffen wollen: „Bis Jahresende werden wir 81 solcher Hybridgeschäfte eröffnet haben.“ Der Hörgerätespezialist ist 2016 ins Augenoptikgeschäft eingestiegen. „Ich höre noch ganz gut“, sagte Martin Kind, gestand aber, dass er zum Lesen eine Brille braucht. Bei seinem älteren Sohn sieht’s andersherum aus, „ich bin kurzsichtig.“ Was das Geschäftliche anbelangt eher nicht – dafür spricht sein Erfolg. Mit 29 Jahren ist der dreifache Vater (die Kinder sind zwischen elf und 15 Jahre alt) ins Familiengeschäft eingestiegen, „ich hatte mich gegen eine Universitätskarriere entscheiden“, erzählte er der NP. In der Schweiz hatte er studiert und doktoriert. Knatsch hatte er mit seinem Vater keinen, im Gegenteil: „Ich bewundere ihn für seine Standhaftigkeit.“ Und verzeiht im gleichzeitig, dass der von Hörkabinen spricht, „es sind Hörstudios“, korrigierte er ihn lachend.

Einer der ersten Gäste, die das neue Geschäft bewundert haben, war Oberbürgermeister Stefan Schostok (54) – mit neuer Brille! „Die habe ich erst seit drei Wochen.“ 96-Manager Horst Heldt (48) weiß, dass er kurzsichtig ist, trägt aber seit Längerem keine Brille mehr, zwischenzeitlich war es ja besser geworden: „Nun wird es aber Zeit für einen neuen Sehtest.“

Große Freude kam übrigens auf, als sich Drogeriekönig Dirk Roßmann (72) und Renate Kind (71) im Eingangsbereich gesehen haben: Die herzliche Umarmung wollte gar nicht aufhören. „Ich kenne ihn schon viel länger als mein Mann“, verriet die Ehefrau von Martin Kind der NP, „ich habe mit 15 Jahren schon Tennis mit ihm gespielt. Nur war er viel besser.“ Roßmann war auch bestens drauf, obwohl er seit Veröffentlichung seines Buches vor einigen Wochen ganz schön viel Stress hat. „Der Laden ist wunderschön“, schwärmte der Unternehmer. „Außerdem empfinde ich es als große Innovation die Themen Hörakustik und Augenoptik zu vereinen. Da braucht es großen Mut.“

Groß ist übrigens die Auswahl an Brillen – Kind hat sogar eine eigene Kollektion (in den Eröffnungswochen für 99 Euro mit Gläsern zu haben), in der ersten Etage finden sich ganz edle Modelle (unter anderem aus dem hause Cartier, Bulgari, Oliver Peoples), für die kann man dann durchaus schon 1000 Euro hinblättern. Mal schauen, wer aus der Stadtgesellschaft sich bald mit neuem Gestell blicken lässt.

Alexander Kind, sein Vater, die stolze Mama und alle Gäste – darunter Bauunternehmer Günter Papenburg (79, „Ich habe mein Hörgerät zu Hause gelassen“) mit Ehefrau Hannelore (77), Ex-Messe-Vorstand Sepp Heckmann, Regionspräsident Hauke Jagau (57) und Kriminologe Christian Pfeiffer (74) – haben sich lange angeregt unterhalten und den doch ziemlich frostigen Mittwochabend gemütlich und genüsslich ausklingen lassen: „Es gibt nichts Schöneres, als dieses Familienunternehmen zu leiten“, gestand Geschäftsführer Kind. Hach, so muss arbeiten doch Spaß machen!

Von Mirjana Cvjetkovic

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