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HERR ÜBER TASCHEN: Roman Kraus hat Fritzi aus Preußen 2011 von Liebeskind gekauft. © Dröse

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Porträt

Hannover-Heimat für Fritzi aus Preußen

„Fritzi aus Preußen“ - viele Frauen bekommen bei dem Namen ein Leuchten in ihren Augen. Fritzi ist treu, sie ist cool und schön, Fritzi kommt immer mit und hat alles Wichtige dabei. Diese Tasche ist so etwas wie die beste Freundin. Und Fritzi aus Preußen kommt aus Hannover!

Fritzi aus Preußen ist ein Taschen-Label, das derzeit den Markt ganz schön in die Tasche steckt. Woran das liegt? Die stylishen Begleiter sehen zwar wie hochwertige Ledertaschen aus und fühlen sich auch so an, sind aber lederfrei und vegan. 2013 hat das Label einen Vegan Fashion Award gewonnen. Nebeneffekt: Fritzis sind im Vergleich zu Ledertaschen günstig, sie kosten 44,95 bis 84,95 Euro.

Fritzi kommt aus gutem Hause: Die Edel-Designermarke Liebeskind hat Fritzi 2008 als Zweitmarke gegründet, um den Markt im unteren Preissegment zu erobern. Heute steht hinter dem Erfolgsprodukt ein Designer- und Entwicklerteam um den Hannoveraner Roman Kraus (44): „Wir haben über Freunde gehört, dass Fritzi zum Verkauf stand“, erzählt Kraus. Zusammen mit Esther de Wit übernahm er 2011 das Label, die beiden verlegten den Firmensitz in ihre Heimat Hannover: „Damals wurden wir für unseren Businessplan belächelt, heute werden wir dafür bestaunt!“, sagt Kraus stolz. Sie haben Fritzi in kürzester Zeit zu einer Modemarke aufgebaut, neben Taschen gibt es inzwischen lederfreie Schuhe und Kleidung.

„Ich bin ein Visionär“, sagt Kraus über sich selbst. Er selbst wirkt nicht wie der klassische Managertyp in Schlips und Anzug. Sportlich, schlank, mit wachen Augen und legerer Kleidung bewahrt er aber auch immer eine gewisse Distanz zu seinem Gegenüber. Viel erzählt er nicht von sich, nur wenige Infos gibt er heraus: Kraus ist ein Quereinsteiger im Modegeschäft. Seine Ausbildung hat er als Polizeibeamter beim Bundesgrenzschutz gemacht. Schon damals war ihm klar: Er ist zu sehr ein Macher als ein Beamter. Lieber will er sich als Selbstständiger im freien Wirtschaftsleben beweisen. Es folgten Jahre, in denen er verschiedene Unternehmungen aufzog, unter anderem nutzte er als Profi-Verkäufer die Ebay-Plattform, handelte mit hochwertigen Anzügen und Hemden von Designerfirmen und sammelte Erfahrungen. Das Fritzi-Angebot sah er als Chance, seine Managerqualitäten bei einer eigenen Marke zu beweisen. „Wir hatten Glück, wir haben zur rechten Zeit von diesem Angebot gehört, das Potenzial erkannt, zugegriffen“, sagt er nüchtern. Nein, ihn habe der Erfolg auch nicht überrascht, denn er habe ja auch fest daran geglaubt.

Selbstbewusst ist Kraus, angesichts der guten Zahlen zu Recht. Für Fritzis Geschäftserfolg reist er um die ganze Welt, immer auf der Suche nach neuen Trends, nach neuen Kontakten. So hat er den Coup gelandet, dass die Hard-Rock-Café-Kette in den USA Fritzi-Taschen in ihr Programm mit aufgenommen hat, besser kann der Start in Übersee nicht gelingen. „Die USA sind ein reizvoller Markt. Und wer möchte nicht in den USA Erfolg haben?“, sagt Kraus mit gewinnendem Lächeln.

Das rasante Wachstum der Marke habe auch nur funktioniert, weil er und seine Geschäftspartnerin Esther de Witt immer Glück mit den Mitarbeitern hatten: Als allererste Mitarbeiterin stellte Kraus als „Senior Manager“ Daniela Engelke (40) an. Sie ist Kraus’ rechte Hand, die gute Seele von Fritzi im Hintergrund. Ein besonders gutes Gespür hat Kraus aber auch immer bei den kreativen Köpfen der Marke. Denn die Fritzi-Taschen sind so beliebt, weil sie zielsicher die aktuellen Modeströmungen im Design spiegeln. Für die Erweiterung in den Demin- und den Schuhbereich wurden als kreative Köpfe Linda Sigel (28) und Natalie Hoff (32) angestellt. Die beiden jungen Frauen sind permanent unterwegs, spüren Trends auf und setzen diese im Fritzi-aus-Preußen-Style um. Auf 41 Mitarbeiter ist das Unternehmen in den letzten fünf Jahren gewachsen.

„Fritzi ist für alle da“, beschreibt Sigel das Image der Marke. Es gibt von Beuteltaschen über Schultertaschen bis zu großformatigen Shoppern bei Fritzi alles. Selbst die Dame, die fein auf eine Gala gehen will, kann hier ihre Tasche finden: „Wir bieten elegant bis sportlich an, Fritzi wird nie langweilig“, betont Kraus.

Eine Lieblingstasche hat Kraus, der selbst nicht Veganer ist, nicht: „Jede Saison kommen so viele neue Designs, die sind alle zu schön, um eine herauszugreifen“, sagt er. Wie es mit Fritzi weitergeht? Auch darüber schweigt Kraus: „Einen Masterplan gibt es nicht“, sagt er, „aber ich kann versprechen, dass wir den Markt immer wieder mit Neuem überraschen werden!“

NPVISITENKARTE - Roman Kraus

Geboren am 31. Dezember 1971 in Hannover. Roman Kraus wuchs in Hannover auf. Seine Ausbildung machte er als Polizeibeamter beim Bundesgrenzschutz. Nach einem Abstecher in die Gastronomie zog es ihn in die Mode, 1999 stieg er als einer der ersten professionellen Verkäufer ins damals noch junge Ebay-Geschäft ein. Schließlich entwickelte er Wirtschaftssysteme, die er an Mitbewerber verkaufte. 2011 übernahm er von Liebeskind das Taschenlabel Fritzi aus Preußen. Kraus hält sich mit Joggen fit.


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