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Mensch-Hannover Hannover-Duo dreht mit Nick Nolte für Til-Schweiger-Film
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19:29 01.08.2018
Cooles Selfie: Nikolaj Georgiew (links) mit Starschauspieler Nick Nolte. Quelle: Nikolaj Georgiew
Hannover

Es ist ja nicht so, dass die beiden bislang keine coolen Aufträge gehabt hätten. Aber dieser hat Nikolaj Georgiew (52) und Martin Rinderknecht (46) dann doch ein wenig von den Socken gehauen: Die Digicopter-Betreiber haben an der Entstehung der Hollywood-Version von „Honig im Kopf“ mitgewirkt, kommen just von den Dreharbeiten aus Venedig und Südtirol zurück.

„Wir hatten eine Wahnsinnszeit, insbesondere in den Dolomiten war es genial“, schwärmte Filmemacher Georgiew im NP-Gespräch in der Lister Agentur „RpunktDesign“ von seinem Geschäftspartner Rinderknecht. So viel durfte das hannoversche Duo über die Neuverfilmung schon mal verraten: „Es wird keine Eins-zu-eins-Kopie des Ursprungsfilms“, weiß Rinderknecht, „,Head full of Honey’ hat seinen ganz eigenen Charme.“ Was daran liegt, dass die Neuauflage von Til Schweiger (54) deutlich emotionaler sein wird – und mit Nick Nolte (77) als an Demenz erkrankter Opi Amadeus ein Hollywoodstar am Start ist.

Wie war der denn so, der „Herr der Gezeiten“? „Ein echt toller Typ, der immer noch die Coolness von früher hat“, erzählt Georgiew. „Er ist in die Jahre gekommen – aber das sollte er ja auch spielen.“ Rinderknecht lacht: „Ich habe ihn nicht kennengelernt, ich habe mich darauf konzentriert, dass das Equipment funktioniert.“ Und das hatte es in sich – wie immer, wenn die Digicopter-Crew irgendwo mitmischt: Unter anderem hatten sie einen ihrer Multicopter als Fluggerät dabei, das Ding wiegt 20 Kilo und hat in seiner Vollausstattung einen Wert von gut 120 000 Euro. Zehn, elf Minuten konnte die Maschine fliegen und filmen, je nach Witterung: Auf 2500 Metern wurde die Luft schon dünner, und das macht sich auch in technischen Fragen bemerkbar.

Bislang hat Tüftler Rinderknecht die riesigen Fluggeräte selbst gebaut, „mittlerweile ist die Technik so weit vorangeschritten und zuverlässig, dass wir industrielle Exemplare kaufen. Ich modifiziere nur noch.“ „Nur noch“ ist gut – ziemlich ausgefeilt und clever hat der 46-Jährige eine Kamera auf seinem Multicopter installiert: „So wird es erst möglich, dass man die Spitze von Bergen zeigen kann, ohne dass man die Propeller sieht.“ Und die Aufnahmen der Berge, in diesem Fall die Dolomiten, werden dafür sorgen, dass die Landschaftsaufnahmen in „Head full of Honey“ noch atemberaubender wirken als in der Verfilmung von 2014. „Das war eine bestialisch gut aussehende Kulisse“, schwärmt Georgiew. Um diese in bewegten Bildern einfangen zu können, hat die Crew eine Sondererlaubnis erhalten: Sie flog mit einem Hubschrauber in die Dolomiten. Das ist nicht üblich, denn das Gebiet gehört zum Weltnaturerbe der Unesco – ein Hubschrauber in den Naturschutzgebiet ist eigentlich undenkbar. Denn niemand will Krach und Kerosin und auch nicht tausende Touristen, die wegen der Filmbilder anfangen, durch die Gebiete zu pilgern.

„Wir hatten wahnsinniges Glück, waren selbst total verzaubert“, fasst Rinderknecht die Flüge durch die Gebirgsgruppen zusammen. Mittlerweile bietet er nicht nur die fliegende Variante als Dienstleistung an, Digicopter machen längst schon Aufnahmen mit ferngesteuerten Modellautos, Segways und mit Seilkamerasystemen möglich.

In Südtirol hatten Einheimische schon die Gelegenheit, einige der Bilder zu sehen, „und sie fanden die Perspektiven grandios. So oft bekommen sie die Perspektive auch nicht zu sehen, sie sehen ihre Berge ja meist nur von unten“, erzählt Georgiew. Insgesamt waren die Digicopter-Leute 14 Tage mit dem gut 100-köpfigen Team unterwegs, Ende Juni war die Crew schon bei den Dreharbeiten in Berlin. Wann der Film – er handelt davon, dass die elfjährige Tilda (hier gespielt von Noltes leiblicher Tochter Sophie Lane Nolte, 10) ihrem an Alzheimer erkrankten Großvater einen Wunsch erfüllt und ihn nach Venedig entführt – in die Kinos kommt, ist nicht ganz klar. Vermutlich wird es das Frühjahr 2019 werden.

Wie viele von den Digicopter-Aufnahmen zu sehen sein werden, wissen Georgiew und Rinderknecht auch noch nicht. Bei der ersten Fassung waren sie jedenfalls erstaunt, wie viel Schweiger von ihnen verwendet und reingeschnitten hatte. Für die Zeit in Venedig und Südtirol haben sie gut zwei Terabyte (2000 Gigabyte) Material abgeliefert.

Auf Filmemacher Schweiger halten die Hannoveraner übrigens große Stücke: „Er ist einfach ein Genie, schon bei der ersten Verfilmung hat er uns mit seiner Professionalität umgehauen“, berichtet Rinderknecht. „Er hat eine klare Vision davon, wie es werden soll – und die setzt er dann auch um.“

Die Digicopter-Jungs versprechen Gänsehaut-Momente: „Til hat dem Team den Rohschnitt des Film schon gezeigt., im Abendlicht auf Leinwand.“ Wir sind gespannt – auch auf den Abspann, in dem das kreative Gespann aus Hannover aufgeführt wird. Also: sitzen bleiben!

Von Mirjana Cvjetkovic

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