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Freut sich auf ein Wiedersehen. Hanno Balitsch (links) trifft bei dem Benefizturnier auch auf seinen ehemaligen Vereinskollegen Christian Schulz.

Freut sich auf ein Wiedersehen. Hanno Balitsch (links) trifft bei dem Benefizspiel auch auf seinen ehemaligen Vereinskollegen Christian Schulz.
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Interview

Hanno Balitsch: „Mich treibt es immer wieder zurück“

Fünf Jahre kickte er bei Hannover 96, nun kommt Hanno Balitsch (36) anlässlich des Benefizspiels von Per Mertesacker (32) und Clemens Fritz (36) am Pfingstsonnabend wieder nach Hannover. Die NP sprach mit dem Ex-Profi-Fußballer über sein Karriereende, die Zukunft und seine Erinnerungen an Hannover.

Hannover.  Pfingstsonnabend kommt in Hannover Crème de la Crème der deutschen Fußballszene zusammen: Per Mertesacker (32, hat mit seiner Mannschaft Arsenal gerade den FA Cup gewonnen!) und sein Werderaner Kollege Clemens Fritz (36) bitten nämlich zu einem besonderen Benefizspiel für ihre beiden Stiftungen. Die NP hat vorab mit dem ehemaligen 96-Mittelfeldstar Hanno Balitsch (36) gesprochen, er kickt im Team Merte.

Herr Balitsch, nach 150 Spielen für Hannover 96 kehren Sie nächste Woche wieder an die Leine zurück. Wie groß ist die Freude?

Ich war ja immer wieder mal in der Stadt, habe in der Saison sogar zwei Spiele im Stadion gesehen. In meiner Funktion als ZDF-Experte habe ich auch schon eine Geschichte mit 96-Trainer André Breitenreiter ge­macht. Mich treibt es also immer wieder zurück ().

Und auf wen freuen Sie sich so richtig?

Im Prinzip freue ich mich darauf, alle alten Gesichter wiederzusehen. Arnold Bruggink habe ich lange nicht gesehen, mit ihm habe ich bei 96 vier Jahre lang ein Zimmer geteilt. Aber in erster Linie freue ich mich auf Per Mertesacker, weil wir es eigentlich nur schaffen, mal zu telefonieren. Es wird ein Highlight, mal wieder mit ihm zu kicken!

Zu wem haben Sie noch Kontakt?

Zu Physio Ralf Blume, Jörg Sievers, mit Daniel Stendel bin ich gut befreundet. Steven Cherundolo habe ich hin und wieder auch gesehen, Christoph Dabrowski in Hennef an der Fußballschule getroffen. Es gibt immer wieder Schnittstellen, mal mehr, mal weniger, aber man verliert sich eigentlich nie so richtig aus den Augen.

Wem haben Sie zum Wiederaufstieg von 96 zuerst gratuliert?

Ehrlicherweise Daniel Stendel! Auch wenn er letztlich den Schritt zum Aufsteig nicht gehen durfte, war er maßgeblich am Erfolg der Mannschaft beteiligt. In seiner Zeit als Cheftrainer hat er eine Menge Punkte gesammelt und somit auch zum Aufstieg beigetragen. Am Tag nach dem Aufstieg habe ich dann auch André Breitenreiter persönlich beglückwünscht.

Ich finde es irgendwie schön, dass Sie bei dem Verein, dem SV Waldhof Mannheim, bei dem Sie Ihre Karriere gestartet haben, diese nun auch beenden.

Das hatte mehrere Gründe. Zum einen wollte ich mit dem Fußball auf Bundesliganiveau aufhören, und dann gab es das Angebot des ZDF, das ich angenommen habe. Somit habe ich nach einem Verein gesucht, bei dem ich regional auf möglichst ho­hem Niveau spielen und das mit meinem Fernsehjob gut verbinden kann. Fußballromantik ist natürlich auch dabei, denn es war emotional von Bedeutung, dorthin zu­rückzukehren, wo man angefangen hat.

Erfolgreich waren Sie da ja auch, die Mannschaft steht wieder vor dem Aufstieg in die dritte Liga.

Es hat großen Spaß gemacht, sich einzubringen. So habe ich etwas zur Entwicklung des Vereins beitragen können. Es war einfach die absolut richtige Entscheidung, es hat aus beruflicher und privater Sicht einfach gepasst.

So haben Sie auch Zeit für Ihre Jungs, die beide ja auch Fußball spielen.

Genau (). Da steht man dann um 8.30 Uhr beim Vatertagsturnier der Kinder auf der Matte und hält sich vornehm am Spielfeldrand zurück.

Schaffen Sie das wirklich?

Ja, klar. Man hört mich nur, wenn die Kinder zutreten oder so. Die Bambinis können sich schon ganz gut selbst organisieren, und die Trainer gibt es ja auch. Ich verstecke mich lieber hinter der Kamera und filme die Spiele.

Wie kann man sich Ihr Rentnerdasein mit Ende dreißig eigentlich vorstellen?

Also gefühlt bin ich mehr unterwegs als vorher. Ich will möglichst viel ausprobieren und trotzdem viel Zeit für die Familie haben. Ich arbeite fürs ZDF und bin seit Anfang Februar Co-Trainer der U-19-Nationalmannschaft. Mit dem Team geht es Anfang Juli zur EM nach Georgien. Ein Rentner bin ich also noch lange nicht ().

Eins noch: Ihre schönste Erinnerung an Hannover?

Schwer zu sagen, da gibt es so einige. Ein sehr emotionaler Moment war, als wir 2010 mit einem 3:0-Sieg beim VfL Bochum den Klassenerhalt geschafft haben. Nach dem Tod von Robert Enke waren wir abgeschmiert, und es war unglaublich, den Abstieg verhindert zu haben. Ein schönes Erlebnis mit sehr traurigem Hintergrund.

Team Merte: Jörg Sievers, Carsten Linke, Christoph Dabrowski, Steven Cherundolo, Altin Lala, Mike Hanke, Arnold Bruggink, Babacar N‘Diaye, Paul Kalkbrenner, Daniel Stendel, Hanno Balitsch, Nebojsa Krupnikovic, Michael Tarnat, Otto Addo, Marc Ziegler, Kostas Konstantinidis, Silvio Schröter, Denis Wolf, Morten Jensen, Rainer Schumann, Sören Halfar, Nicolas Kiefer, Oliver Pocher, Niclas Füllkrug und natürlich Per Mertesacker als Kapitän.

Team Fritz: Tim Wiese, Santiago Garcia, Matze Knop, Fabian Ernst, Jurica Vranjes, Johannes Eggestein, Patrick Owomoyela, Leon Andreasen, Ivan Klasnic, Felix Kroos, Christian Schulz, Daniel Jensen, Tim Borowski, Peter Niemeyer, Christian Vander, Maximilian Eggestein, Elton, Philipp Bargfrede, Frank Baumann, Tom Trybull, Giovanni Zarrella, Marko Marin.

Tickets für das Spiel im Eilenriedestadion 14,96 bis 24,96 Euro. Erhältlich in 96-Fanshops oder online.

Von Mirjana Cvjetkovic

eilenriedestadion