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Mensch-Hannover Haggui sagt „Ja“ zu Deutschland
Menschen Mensch-Hannover Haggui sagt „Ja“ zu Deutschland
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00:16 20.04.2013
URKUNDE UND GRUNDGESETZ: Karim Haggui wird von Bürgermeister Bernd Strauch eingebürgert. Danach gibts für Strauch ein Autogramm. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Es ist ein Bekenntnis zu der Stadt, in der er lebt, liebt und arbeitet. Und ein Bekenntnis zur Bundesrepublik Deutschland, deren Grundgesetze er achten möchte: Seit gestern hat das Land einen Staatsbürger mehr - Karim Haggui (29). Der 96-Abwehrspieler erhielt von Bürgermeister Bernd Strauch (62) seine Einbürgerungsurkunde. Vorher hatte er Einbürgerungs- und Sprachtest erfolgreich bestanden.

„Ich fühle mich hier sehr wohl, habe vieles erlebt“, sagte der prominente Neubürger im Neuen Rathaus. Für viel mehr war nach der feierlichen Zeremonie aber keine Zeit: Als Haggui mit 56 weiteren Neu-Deutschen im Mosaiksaal saß, war das Training seiner Mannschaft bereits voll im Gange. „Da muss ich jetzt auch schnell hin“, sagte er. Vorher gabs noch rasch ein paar Fotos mit den anderen frisch Eingebürgerten.

Begleitet wurde der 29-Jährigevon Ehefrau Eya (23). Sie saß in der ersten Reihe und hielt den Moment, als ihr Karim die Urkunde bekam, mit ihrem Handy fest. „Ich habe ihn bei seinem Entschluss unterstützt“, sagte die 23-Jährige recht schüchtern - normalerweise steht die junge Tunesierin nicht so in der Öffentlichkeit. Nicht zu übersehen war, dass das Paar ein Kind erwartet: „Im Juli ist es so weit, es wird ein Junge“, verriet die hübsche Frau und streichelte sich über den Babybauch.

Ende 2011 haben die beiden standesamtlich geheiratet, im Mai 2012 feierten sie groß Hochzeit. Das Baby dürfte ihr Glück und die Liebe vervollständigen. Auch Frau Haggui „gefällt es sehr gut hier“. Seit einem Jahr wohnt auch sie in der Landeshauptstadt und lernt gerade eifrig Deutsch. Und für die Frage, ob sie wusste, dass der smarte Typ, den sie einst kennengelernt hat, ein bekannter Sportler ist, brauchte sie keine Dolmetscherin: „Ja, natürlich“, lachte sie. Auch 96-Präsident Martin Kind (68) begleitete das Paar zu dem feierlichen Anlass - „und das nicht nur, weil er ein Super-Typ ist“, so Kind: „Er hat eine Entscheidung getroffen, die er sich gut überlegt hat, auch für die Zukunft. Ich freue mich für ihn.“ Haggui dürfte sich doppelt freuen - er behält seinen tunesischen Pass (das Land entlässt Bürger grundsätzlich nicht aus der Staatsangehörigkeit) und kann so weiter für die tunesische Nationalmannschaft spielen und die Kapitänsbinde tragen.

Beschwingt war die Rede von Bürgermeister Strauch: „Es ist ein wichtiger Tag in Ihrem Leben“, betonte er. Bei den Zeremonien überlegt er sich immer etwas Besonderes, das er mit dem Tag verbinden kann: „Heute wurde ein berühmter Sportler mit Ihnen eingebürgert, ein Mann, der auch Vorbild ist.“ Absolut richtig!

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