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Mensch-Hannover Große Ehre für Schweiger und Stich
Menschen Mensch-Hannover Große Ehre für Schweiger und Stich
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07:38 22.11.2017
GEEHRT: Die Preisträger Michael Stich (l.) und Til Schweiger werden vom Sozialverband für ihr Engagement geehrt. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Ein entspannter Til Schweiger (53) zeigte sich gestern Abend im Alten Rathaus, schließlich wurde er für das geehrt, was ihm besonders am Herzen liegt – seinen Einsatz mit seiner Stiftung für Kinder in Not. Diese Anerkennung tut gut, vor allem, weil der Schauspieler in den vergangenen Jahren für seine klare Positionierung zur Flüchtlingsfrage immer wieder öffentlich beschimpft wurde. Und Schweiger, be­kannt dafür, dass er sich in solchen Fällen nicht ausschweigt, schlug etliche Male verbal zurück. Auch gestern nahm er kein Blatt vor den Mund: „Es gibt genug Arschlöcher und Egoisten, da will ich mit gutem Beispiel vorangehen.“

Was er damit konkret meint, fasste der Schauspieler gestern so zusammen: „Mir ist egal, ob ein Kind aus Celle, Magdeburg, Syrien oder Ghana kommt, wenn es Hilfe braucht.“ Seine Stiftung sei für alle Kinder offen: „Es ist nicht hinnehmbar für so ein reiches Land, dass es so viele Kinder unter der Armutsgrenze hier gäbe. „Ungerechtigkeiten“, so fasste es gestern Abend Ministerpräsident Stephan Weil (58) in seiner Laudatio über den Schauspieler zusammen, „sind ihm zuwider“. Mit 5000 Euro war der Preis dotiert: „Mit dem Geld können wir viele schöne Sa­chen machen“, freute sich Schweiger, der im Beirat der Stiftung so prominente Un­terstützer wie Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (80), Vizekanzler Sigmar Gabriel (58), „Tatort“-Kollege Jan Josef Liefers (53), Bundestrainer Joachim Löw (57) und Rapper Thomas D (48) hat.

Ministerpräsident Weil konnte gleich noch einen Promi auf die Bühne holen: Wimbledon-Champion und Olympiasieger Michael Stich (49). Der einstige Tennisstar nutzt seit mehr als 20 Jahren seine Prominenz, um Spendengelder im Kampf gegen HIV und Aids zu sammeln: „Derzeit unterstützen wir auch mit der Aids-Hilfe Niedersachsen zusammen das Projekt „Positive Kids“, bei dem betroffene Familien mit Migrationshintergrund ge­holfen wird“, hob Stich hervor.
Zum ersten Mal wurden vom Sozialverband die VIP-Sonderpreise verliehen. Damit wollen die Verantwortlichen um Sozialverbandspräsident Adolf Bauer (77) zeigen, wie wichtig es ist, dass Prominente ihren Ruhm nutzen, um für Projekte oder Stiftungen eine Öffentlichkeit herzustellen.

Sozialministerin Cornelia Rundt (64) überreichte die weiteren Preise des Abends: Den Medienpreis erhielten die hannoversche Fotografin Insa Hagemann (34) und die freie Journalistin Rebecca Erken für eine Reportage zum Thema „Von wegen Handicap – Arbeiten mit Behinderung“. Den Ehrenamtspreis bekam Regina Schultz. Seit sieben Jahren lädt die Braunschweigerin Menschen mit Demenz oder geistiger Beeinträchtigung ins Herzog-Anton-Ulrich-Museum ein und findet zusammen mit den Besuchern Geschichten zu den Bildern.

Der Sozialverband hilft Bedürftigen

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) setzt sich für die gesellschaftliche Solidarität und soziale Gerechtigkeit ein. Er berät sozial benachteiligte und von gesellschaftlicher Ausgrenzung bedrohte Menschen wie Rentner, behinderte Menschen, Sozialversicherte, Sozialhilfeempfänger, Pflegebedürf­tige und Arbeitsunfall­verletzte. Ihnen hilft er bei Antragstellungen, fördert ihre berufliche und gesellschaftliche Eingliederung und organisiert Fahrten, Ausflüge, Info-Veranstaltungen und vieles mehr. Viele dieser Angebote werden von ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen. Politisch weist der Sozialverband, der aus dem Reichsbund entstanden ist, auf soziale Missstände hin. Der Verband hat rund 560 000 Mitglieder, Niedersachsen ist mit mehr als 270 000 Mitgliedern der stärkste Landesverband.

Von Maike Jacobs

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