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Hannover, Band "Graliknights"     (Foto: Frank Wilde)

Hannover, Band "Graliknights" (Foto: Frank Wilde)© Frank Wilde

Hannover-Metal

Grailknights: Mit den Fans gegen Dr Skull

Die hannoversche Metal-Kombo Grailknights startet mit ihrer kultigen Superhelden-Show gerade europaweit durch. Der NP erzählte Bassist Michael Kosik (25) von empfindlichen Muskeln, engagierten Fans und einer erfolgreichen Tournee.

Von Garmin Wendt

Wenn sie rufen, dann folgt die Anhängerschaft: Die Grailknights sind eine Metalband im Superheldenkostüm, und ihre Fans wissen genau, was von ihnen erwartet wird. „Grailknights Battlechoir!“, ruft die Band. „Yes, Sir!“, antworten die Fans. Das geht schon eine Weile so, und mit ihren kultigen Auftritten scharen die Hannoveraner eine wachsende Fangemeinde um sich. „Wir haben generell viel Interaktion mit dem Publikum“, sagt Bassist Michael Kosik (25). „Wir machen auch immer Grailrobics, um das Publikum für die finale Schlacht zu stärken“ - also gymnastische Übungen mit den Fans. Für eine der Übungen geht das Publikum auf die Knie: „Wenn man dann eine große Halle hat, die komplett auf die Knie geht, das sieht schon geil aus.“

Die finale Schlacht? „Unsere Konzerte sind Schlachten, das Publikum, unser Battlechoir, hilft uns im Kampf gegen den bösen Dr. Skull“, erklärt Kosik das irre Konzept. Die Band trägt quietschbunte Superheldenkostüme - Kosik ist der rote Knight. „Dafür haben wir unsere eigene Schneiderin, Alexandra Weber“, sagt er. Sie kommt mit auf Tour und bessert aus, was in der Schlacht verschleißt: „Das Material ist ziemlich empfindlich, außerdem kommt es auch mal vor, dass man sich Bier über die Muskeln kippt.“ Und beim Verkaufsstand kann man ihre besondere Grailknights-Kollektion kaufen: „Die sieht echt cool aus.“

Die Band, das sind Earl Quake (Gitarre), Lord Drumcules (Schlagzeug), Sir Optimus Prime (Ge- sang), Sovereign Storm (Gitarre) und Count Cranium (Bass) - alias Frank Schwade (40), Jan Freesemann (29), Tilman Eckert (32), Ralf Kosik (30) und Michael Kosik. Bis aus einfachen Musikern Superhelden werden, dauert es schon mal anderthalb Stunden - mit Hilfe der Crew: „Es sind viele Elemente - die Anzüge, die Muskeln muss man sich schnell antrainieren, die Capes muss man bügeln. Und natürlich die Schminke im Gesicht.“ Als sie neulich zum Konzert mit vier Stunden Verspätung ankamen, musste deshalb die Crew alles aufbauen, die Superhelden mussten sich noch herrichten. „Aber normalerweise machen wir das schon selbst!“, stellt Kosik klar. Die Crew besteht meistens aus neun Leuten, die auch für die Nebenrollen zuständig sind. Dr. Skull tritt regelmäßig auf, auch dem Schlachtross Zapf Beauty wird Leben eingehaucht.

Gerade waren die Grailknights auf Europatournee mit der erfolgreichen A-cappella-Metal-Kombo Van Canto. „Das klappte alles bombastisch, das sind so nette Leute - das macht richtig Spaß“, erzählt Kosik begeistert. Polen, England, Frankreich, Belgien - sie wurden vom Van-Canto-Publikum gut angenommen. Im Sommer spielen sie unter anderem beim Summerbreeze-Festival, letztes Jahr waren sie einer der ersten Acts beim Wacken-Open-Air. „Wir sind im Zelt aufgetreten und hatten Glück mit dem Wetter, das war nämlich ziemlich schlecht“, scherzt Kosik. Also war die Halle voll, die Stimmung super.

Die fünf Bandmitglieder verstehen sich auch privat, „obwohl Grailheim City ja jetzt nicht mehr nur Hannover ist“, sagt Kosik. Einer der Knights wohnt in Augustfehn in Ostfriesland, einer pendelt nach Braunschweig. „Aber wir haben regelmäßig Probenwochenenden, wo wir dann auch extracurriculare Aktivitäten zusammen machen“, sagt Kosik und grinst. Die meisten arbeiten in klassischen Berufen - Kosik ist Industriekaufmann, Drummer Freesemann hat eine Musikschule, Sänger Eckert ist Lehrer. „Man kann sagen, die Band ist unsere Freizeit und unser Urlaub“, sagt Kosik. Die Freundinnen kommen deshalb auf Tour oft einfach mit. Wenn es nach Kosik geht, darf der Erfolg aber gern weiter wachsen: „Je weiter wir kommen, desto besser.“ Auch die internationale Aufmerksamkeit steigt. „Und wenn wir dann irgendwann Berufssuperhelden sein können - dann wäre das ja auch im Sinne der Allgemeinheit“, sagt er mit einem Augenzwinkern.


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