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Mensch-Hannover Goldenes Buch und Leibniz-Ring für Klaus Meine
Menschen Mensch-Hannover Goldenes Buch und Leibniz-Ring für Klaus Meine
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22:34 05.12.2018
Die Laudatio auf Klaus Meine hält Wladimir Klitschko, der ehemalige Box-Weltmeister Quelle: Dröse
Hannover

Dieser Abend, diese 22. Verleihung des Leibniz-Rings Hannover, war zum Niederknien. Gesorgt haben dafür mehrere Protagonisten im Leibniz-Saal des HCC – aber einer hat ganz besonders für wirklich unschlagbare Stimmung gesorgt: Wladimir Klitschko (42). Das fing schon mal damit an, dass die einstige Nummer eins im Boxschwergewicht zu Be­ginn ihrer Laudatio auf ihren Freund Klaus Meine (70) mal eben ganz lässig den Anfang von dessen Megahit „Wind of Change“ gepfiffen hat – auf der Bühne, vor 500 Gästen.

Das Lied hatte der 42-Jährige erstmals 1991 beim Boxtraining gehört, jemand hatte die Kassette der Scorpions in den Kassettenrekorder gesteckt: „Ich konnte den Text nicht verstehen, aber es sprach mir aus der Seele“, erinnerte sich der Mann aus der Ukraine an jenen Tag. Erst später realisierte er, dass es ein politischer Song war, erst später lernte er Klaus Meine persönlich kennen. „Diese Be­geg­nung vergesse ich nie“, so Klitschko. Er, der Fan der Scorpions war, und Meine, der ihn als Sportler bewunderte – die beiden Männer sind heute dicke Freunde. Und zwar solche, die viele herzliche Worte aneinander richteten. „Du hast es drauf, Klaus“, lobte der Hüne. Er fand auch: „Du gehst gar nicht wie ein 70-Jähriger.“ Vor allem appellierte Klitschko an den Frontmann der Scorpions, dass sie nicht aufhören dürfen mit ihrer Musik: „Bitte tragt die Message von ,Wind of Change’ immer weiter in die Welt.“ Diese Botschaft werde heute mehr denn je gebraucht: „Wenn ihr damit aufhört, hören die Menschen auf, Verständnis füreinander zu ha­ben.“

Am Nachmittag trug sich Klaus Meine in das Goldene Buch der Stadt ein. Am Abend wurde ihm der Leibniz-Ring überreicht. Die Laudatio hielt der ehemalige Box-Weltmeister Wladimir Klitschko.

In seiner Rede dankte der Preisträger der diesjährigen Auszeichnung seiner Familie, den vielen Freunden, die ge­kommen waren – und den Goldschmieden, die seinen Ring entworfen hatten: „Das ist ein cooles Teil, und natürlich werde ich es tragen.“ Für die Ansprache hatte Meine dann doch einen Spickzettel, obwohl er sich fest vorgenommen hatte, wie „mein Held der feinen Rede“, Neurochirurg Madjid Samii (81, saß in der ersten Reihe, ist ebenfalls Träger des Leibniz-Rings), frei zu sprechen. „Ich bin ein bisschen nervös“, gestand der 70-Jährige. Umso berührender erzählte er vom Werdegang seiner Band, Auftritten in den USA, der Sowjetunion und zuletzt in Beirut, und Heimspielen wie dem gestern Abend in Hannover: „Es war schon immer etwas ganz Besonderes.“ Sein Appell an die Menschen, „nicht gegeneinander, sondern miteinander zu sein“, und der Wunsch für „eine Welt in Frieden und in Freiheit“, brachten dem Mu­siker stehende Ovationen ein – einer von so einigen Gänsehautmomenten des Abends. Sohn Christian (32) sagte der NP, dass er sich sehr für seinen Vater freue, „es ist eine Ehre“.

Unter den Gästen, die nach der Preisverleihung zum Essen (Apfel-Selleriesalat, Lammrücken, Welfenspeise) gingen, war auch die Migrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf (55), sie war in Begleitung ihres Lebensgefährten, Innenminister Bo­ris Pistorius (58), erschienen. Ihre Gedanken zur An­wesenheit der neuen Frau ihres Ex, Altkanzler Gerhard Schröder (74), wollte sie nicht kundtun, erzählte dafür aber, dass der Scorpions-Hit „Wind of Change“ längst eine Familienhymne sei. Soyeon Schröder-Kim (48, wie Schröder-Köpf ganz in Grün gekleidet) war zu dem Festakt von Katharina Wiese, Ehefrau des russischen Honorarkonsuls Heino Wiese (66), eingeladen worden. „Vor ein paar Jahren habe ich ein Scorpions-Konzert in Korea besucht“, erzählte die Asiatin der NP, „wer hätte damals gedacht, dass ich heute hier sein werde.“ Und ihr Gatte? „Der ist mit den Kindern unterwegs.“ Auch schön.

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt

Wenige Minuten nach 15.30 Uhr bewegte sich die Türklinke zur Ratsstube im Rathaus, in der ein Dutzend Journalisten bereits warteten: Ein gut gelaunter, jedoch offenbar leicht verschnupfter Oberbürgermeister Stefan Schostok (54) kam mit seiner goldenen OB-Kette als erster hinein und war gleich voll der lobenden Worte für Klaus Meine (70), nannte den Musiker aus der Wedemark einen „der ersten großen Botschafter der Landeshauptstadt und der Region Hannover“.

Und der freute sich wie ein Großer: „Es ist ein besonderer Moment für mich“, gestand der Rocksänger, der in Begleitung seiner Frau Gabi (62, sind seit 1976 verheiratet!) und Sohn Christian (32) gekommen war. Klar hat er mit seinen Scorpions, überall auf der Welt bereits Auszeichnungen erhalten, „aber wenn man die zu Hause bekommt, wo die Familie und Freunde sind, dann ist das eine ganz andere Geschichte“, so Meine. „Dann ist das sehr viel emotionaler.“

Lustig: Der OB hatte sich anfangs kurz versprochen und „Leipzig-Ring“ gesagt – dafür sprach ihn Meine aus Versehen mit „Schmalstieg“ an. Herbert Schmalstieg (75) war Oberbürgermeister als sich Meine Mitte der 70er das erste Mal ins Goldene Buch der Stadt eingetragen hatte und zur Expo 2000 ein weiteres Mal. Am Mittwoch tat er das passenderweise auf der Seite 96, Meine ist großer Fan der Roten, hat eine Loge im Stadion. Der Sänger schrieb in geschwungenen Lettern im Blitzlichtgewitter der Fotografen „Im Wind of Change“ der Zeit. Vielen Dank!“. Ein Satz für die Ewigkeit.

Schön: Vorher hatten die Meines mit Jürgen Köster (ist gerade 70 geworden, alles Gute nachträglich) die Marktkirche besucht, lauschten dort dem Kantor, der auf der Orgel spielte. „Wir haben einfach die Augen zugemacht und uns einfach von der Performance wegtragen lassen“, erzählte Meine in einer anschließenden Pressekonferenz im Lokal „Sissi und Franz“ in der Innenstadt. Er dankte dem Vorsitzenden des Presse Clubs Hannover dafür, „dass er uns einen so besonderen Tag beschert hat.“ Meines Freund und Laudator bei der Verleihung des Leibniz-Rings, Wladimir Klitschko (42), hatte es nicht wie vorgesehen in das Restaurant geschafft – der Verkehr ...

Dafür wusste Köster zu berichten, dass der ehemalige Box-Weltmeister nicht mehr in den USA wohnt – er ist ja mittlerweile von Schauspielerin Hayden Panettiere (29) getrennt –, dafür aber Töchterchen Kaya Evdokia (3) zu sich nach Hamburg geholt hat. Spannend!

Von Mirjana Cvjetkovic

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