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Regie

Gansels Sprung nach Hollywood

Bei uns feierte er bereits mit Filmen wie „Die Welle“ und „Die vierte Macht“ fette Erfolge, jetzt hat sich Hollywood Dennis Gansel (41) gegriffen! Der Hannoveraner führte beim 30-Millionen-Dollar-Streifen „Mechanic 2“ Regie. Die NP traf ihn in Berlin.

Hannover. Gut sieht er aus, so entspannt, braun gebrannt, lächelnd. Kein Wunder, schließlich kommt Dennis Gansel (41) ja auch gerade aus dem fernen Thailand zurück. Wer aber glaubt, Hannovers erfolgreicher Filmemacher hat in Südostasien lässig Urlaub gemacht, irrt. Er hat das gemacht, was er schon immer machen wollte – „Ich habe meinen ersten Hollywoodfilm gedreht! Es ist ein wirklich riesiger Schritt für mich“. Der 41-jährige strahlt, als er die NP in seiner Wahlheimat Berlin zum Frühstück im „Anna Blume“ am Prenzlauer Berg trifft.

Gansels Hollywood-Debüt ist der Action-Streifen „Mechanic 2: Resurrection“. In den USA ist im Januar 2016 Premiere, bei uns läuft er einen Monat später, am 26. Februar, an. Und was gehört zu einem echten Hollywoodstreifen? Richtig, 30 Millionen Dollar (in diesem Fall) und internationale Superstars. Dann fängt Gansel an, aufzuzählen: Jason Statham (47, „Expendables 3“), Tommy Lee Jones (63, „Men in Black“), Michelle Yeoh (52, Bond-Girl in „Der Morgen stirbt nie“), Jessica Alba (33)...

Letztere brachte ihn anfangs aus dem Konzept. „Wow, da steht die Lady aus ‚Sin City?“, war sein erster Gedanke, als er die bildhübsche Schauspielerin kennenlernte. „Ich habe sie in ihrem Zuhause in Malibu besucht“, erzählt er. Und schiebt schmunzelnd hinterher, wie süß ihre beiden Töchter Honor (6) und Haven (3) durchs Strandhaus gewuselt sind, auch Albas Mann Cash Warren (36) war da. Vorgesehen fürs Gespräch war eine Stunde, „es wurden fünf daraus. Ich bin wahnsinnig stolz, dass sie bei dem Film mitmachen wollte.“

Sieben Monate verbrachte der Regisseur in Thailand, gedreht wurde in Bangkok, auf Phuket, in Chanthaburi: „Es war ein Traum, dort zu arbeiten: Tolle Kultur, tolles Essen, tolles Team.“ Klar, hatte er auch Heimweh zwischendurch, vermisste seine Verlobte Ann-Kristin (29). „Ich war aber gut beschäftigt und im Stress, da vergingen die Tage und Wochen doch sehr zügig.“ Wie waren die Schauspieler denn so? „Einer der besten lebenden Schauspieler“, fällt Gansel zu Tommy Lee Jones ein. Bei der ersten Begegnung hatte der Deutsche gleich dessen Filme wie „Auf der Flucht“ und „JFK“ vor Augen. „Er kann mürrisch sein, taut aber schnell auf.“

Und Jason Statham? „Ein netter, natürlicher Typ. Irgendwie ist er der Junge aus Nord-London geblieben. Einer, der nichts auf Hollywood-Schnickschnack gibt.“ War er denn aufgeregt, mit solchen Top-Stars und Top-Verdienern zu arbeiten? „Respekt hatte ich, klar. Aber ich habe mich auf die Arbeit konzentriert und professionell meinen Job gemacht“, betont der 41-Jährige. „Das erwarten die Leute auch.“ Auf seine Ansagen wurde gehört, trotz des starken deutschen Akzents: „Den fanden sie ganz lustig , glaube ich.“

Übrigens hatte Gansel noch jemanden aus Hannover an seiner Seite – Sebastian Krawinkel (45). Er ist Szenenbildner, wirkte an Filmen wie „Inglourious Basterds“ und „Die Bourne-Verschwörung“ mit. Highlight beim Dreh dürften Actionszenen auf einer Mega-Yacht (eigentlich ein umgebauter Eisbrecher) gewesen sein, darauf hatten es sich kurz vorher die Sänger Beyoncé (33) und Jay Z (45) sowie Microsoft-Gründer Bill Gates (59) gut gehen lassen. Apropos gut gehen lassen – Jessica Alba lud die Crew an einem freien Tag auch auf eine Yacht ein, „eine Überraschung und große Geste“, entsinnt sich Gansel.

Für die größte Überraschung sorgte der Regisseur aber selbst – bei seiner Ann-Kristin: Ihr machte er – nach dem Besuch bei Alba – in Malibu am Strand einen Heiratsantrag! „Sie hat Ja gesagt“, grinst Gansel. Und anstatt sich vom Drehstress zu erholen, standen nach seiner Rückkehr nach Berlin gleich viele Vorbereitungen für den großen Tag im Juni auf Sylt an. Es dürfte sich alles lohnen, beruflich sowie privat. Wir freuen uns mit.