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Auf dem Gipfel des Erfolgs: Andrea Berg.

Auf dem Gipfel des Erfolgs: Andrea Berg.

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NP-Interview

Gala-Gipfel für Andrea Berg

Seit 20 Jahren steht Andrea Berg auf der Bühne. In der ARD wird die Sängerin, die mit ihren Erfolgen sogar die Beatles schlägt, heute mit einer Gala-Show gefeiert. Mit der NP sprach sie über ihr Bauchgefühl, die Schlagerszene und das Phänomen Andrea Berg.

Sie sind seit 20 Jahren im Geschäft, da haben Sie viele Künstler kommen und gehen sehen. Was ist Ihr Erfolgsrezept – warum halten Sie sich so lange?
Oh, schwierig. Das kann ich gar nicht so genau sagen. Vielleicht, weil ich mich auf mein Bauchgefühl verlasse und Musik für meine Fans mache. Ich bin mit voller Liebe dabei. Denn was für meine Fans gut ist, ist auch für mich gut.

Liegt es vielleicht auch daran, dass Sie sich die richtigen Partner zur Zusammenarbeit ausgesucht haben?
Auf jeden Fall. Die letzten beiden Alben wurden von Dieter Bohlen produziert. Ich habe mit zusammen gesungen. Das macht die Musik interessant. Wie heißt es so schön: „Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“ Meine Musik entsteht nicht im stillen Kämmerlein, sondern durch Begegnung mit anderen Künstlern.

Gegenseitige Unterstützung, gemeinsame Auftritte und Touren – die Schlagerszene wirkt immer wie eine große Familie ...
Ja. Aber wie in jeder Familie ist es auch da so, dass man ein Stück den Weg gemeinsam geht und sich dann auch mal wieder trennt. Und wie im wahren Leben ist es auch in der Schlagerfamilie so, dass nicht jeder jeden riechen kann.

In Ihrer Fernsehshow „Andrea Berg – die 20-Jahre-Show“ singen Sie unter anderem mit Simone Thomalla. Mir war gar nicht bewusst, dass sie auch singt.
Simone Thomalla und auch Birgit Schrowange haben mich schon oft bei meinen Konzerten besucht. Bei uns stimmt einfach die Chemie. Birgit singt unheimlich gerne und macht ab und an Andrea-Berg-Double. Simone gefällt einfach meine Musik. Irgendwann hatten wir die Idee, „Männer“ von Grönemeyer zu singen. Das Lied lässt so viel Raum für Interpretation, wir haben uns kaputtgelacht. Es war einfach ein Riesenspaß.

Haben Sie vorher zusammen geprobt?
Klar. Wie mussten ja aufteilen, wer was singt.

Was für Überraschungen warten noch auf die Zuschauer?
Ich hab für meine Mama eine Überraschung eingeladen. Andreas Gabalier singt „I sing a Liad für di“. Das ist ihr Mutmachlied. Außerdem haben wir dem Fernsehballett meine Kostüme aus den vergangenen 20 Jahren angezogen.

Die haben Sie noch alle?
Ja. Ich habe keines weggeben. Die hängen alle bei mir im Schrank. Die Schuhe sind auch noch alle da. Und mein Mann versteht nicht, warum ich so einen großen Kleiderschrank brauche.

Für jedes Konzert haben Sie mehrere Kleider. Ist das Umziehen anstrengender als der eigentliche Auftritt?
Das geht. Ich habe wirklich tolle Leute hinter der Bühne. Da sitzt jeder Handgriff. Bei der letzten Tour hat mir Nancy, die Frau von DJ BoBo, geholfen. Außerdem sagen die mir hinter der Bühne: „Das war geil, geil, geil.“ Das stachelt einen an. Frisch gepudert und mit dem Gedanken „yeah“ gehe ich dann wieder raus.

Brauchen Sie das denn? Ist bei Ihnen in den letzten 20 Jahren nicht ohnehin Routine eingekehrt?
Nein. Das Erlebnis auf der Bühne ist für mich jetzt noch viel intensiver. Ich bin mir bewusst darüber, was ich tun darf, und sauge die Augenblicke auf. Ich genieße jede einzelne Sekunde. Früher stand ich noch unter einem anderen Druck, da konnte ich das weniger genießen.

Bei der letzten NDR-1-Starparade in Hannover wurden Ihre Halb-Playbacks versehentlich nach Moskau geschickt. Sie sind trotzdem aufgetreten.
Ja. Das ist so ein Moment, in dem man sich auf sein Publikum verlassen muss. Und die standen hinter mir wie eine Wand. Ich habe a cappella gesungen. Am Ende haben wir gemeinsam Seemannslieder geschmettert, die Halle hat gebebt.

Auf was aus den letzten 20 Jahren sind Sie besonders stolz?
Dass ich die Dinge so getan habe, wie ich sie gefühlt habe, und die Leute inzwischen nicht mehr fragen, warum. Ich brauche nicht mehr viel erklären. Ich habe ein Team an meiner Seite, das sich an mein Bauchgefühl gewöhnt hat.

Wie steht Ihre Tochter zu Ihrer Musik?
Sie ist inzwischen 14 und mittlerweile darüber hinaus, das doof zu finden. Das war vor ein paar Jahren noch anders. In ihrem Alter hört man jetzt andere Musik, trotzdem ist sie stolz auf ihre Mutter. Wenn sie ankommt und Autogrammkarten für ihre Freundinnen braucht, weiß ich, es ist alles gut.

Wird bei Ihnen zu Hause denn Andrea- Berg-Musik gespielt?
Hier läuft schon viel Andrea Berg, was an unserer Disko im Hotel Sonnenhof liegt. Wir haben hier ein kleines Andrea-Berg-Mekka geschaffen. Ich finde es schön zu sehen, dass sich die Leute mit Andrea-Berg-Melodien freuen, trösten und sich dabei begegnen. Das ist toll.

  • „Andrea Berg – die 20-Jahre-Show“, Sonnabend um 20.15 Uhr in der ARD.