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Mensch-Hannover Für sie geht es um die halbe Welt
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18:10 14.06.2018
REIST AN DEN NÖRDLICHSTEN PUNKT DER WELT: Sabine Dietrich sieht 16 spannenden Tagen entgegen. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Ganz genau inspiziert Teresa Enke (42) den 21 Jahre alten Mercedes V 230, schaut etwas ungläubig in den Kofferraum. „Da schlaft ihr also“, sagt die 42-Jährige beim Blick auf die riesengroße weiße Matratze. In ihrer Stimme klingt auch ein bisschen Bewunderung mit.

Es ist ja auch durchaus bewundernswert, was Sabine Dietrich (40) und Sven Szogas (46) vorhaben: Die zwei starten beim berühmten „Baltic Sea Circle“, wollen in 16 Tagen zehn Länder durchqueren, gut 7500 Kilometer mit Endstation Polarkreis abreißen. „Und das alles für den guten Zweck“, sagt Dietrich lachend. Die 40-Jährige und ihr Lebensgefährte haben sich nämlich die „Robert Enke Stiftung“ als Nutznießer ausgeguckt.

Auf die Krankheit Depression aufmerksam zu machen, das Thema nach vorne zu bringen, das ist das Anliegen der beiden „Maschseepiloten“, die mit der Startnummer 235 aufbrechen. Physiotherapeutin Dietrich behandelt in ihrer Praxis „Physiotherapie for life“ (Räumlichkeiten im Aspria am Maschsee) nicht nur Leute mit körperlichen Schwierigkeiten. Sie hat auch Patienten, die depressiv sind und für die sie spezielle Trainingsprogramme entwickelt – der Schwerpunkt der Frau, die professionell Basketball (als Kind in Luthe, als 18-Jährige für Braunschweig, später in der Bundesliga in Graz) gespielt und anschließend für den österreichischen Olympiastützpunkt Judokas als Physiotherapeutin betreut hat. Mit dem Team bereiste sie vier Jahre lang die Welt, nahm an Olympischen Spielen (zum Beispiel in Rio de Janeiro) und Weltmeisterschaften teil, „ich habe sogar Autogramme geschrieben.“

Dietrich weiß, wie sehr Menschen, insbesondere Sportler, unter Druck stehen. Zu ihrer Erfahrung zählt auch eine sehr traurige: „Ich habe eine Sportlerin verloren“, sagt sie und wird nachdenklich. Die österreichische Judoka und Silbermedaillengewinnerin bei den Sommerspielen 2004 in Athen Claudia Heill (†29) hat sich 2011 in Wien das Leben genommen. Ein Grund mehr, die Rallye nun zu nutzen, um auf die Krankheit Depression aufmerksam zu machen. „Ein Herzensprojekt“ nennt es die Teilnehmerin. Wie steht es denn um ihre Fahrkünste? „Wir werden beide fahren, uns abwechseln“, sagt sie selbstbewusst. Einen Reifenwechsel würde sie auch noch hinbekommen.

Hoffentlich passiert ihnen das nicht, damit rechnen müssen sie aber. Denn: Es ist nicht nur verboten, ein Navigationsgerät zu benutzen – auch Autobahnen dürfen Teilnehmer nicht befahren, sagt das Regelwerk. „In Russland sind es wohl nur zwei Straßen, die wir nehmen dürfen.“ Geld haben sie getauscht, notwendige Visa besorgt, ihr Auto zur Schlafstätte umgebaut – seit Wochen tüfteln Freunde an dem Auto, das sich die Expeditionslustigen extra für den Trip gekauft haben.

„Ich finde das wirklich spannend“, betonte Teresa Enke bei der Verabschiedung der „Maschseepiloten“ am Südufer des Maschsees. Für die 42-Jährige wäre so ein Unterfangen eher nichts, „vielleicht als Co-Pilotin. Aber schon als Jugendliche bin ich nicht gerne zelten gefahren.“ Sie überlegt. „Oder habt ihr eine Klimaanlage?“ Nein. So muss das Team die Reise alleine antreten, Enke versprach aber, im Internet zu verfolgen, wie der Trip vorangeht. Das kann übrigens jeder unter www.diemaschseepiloten.de

2400 Euro haben Menschen bereits im Zusammenhang mit der diesjährigen „Baltic Sea Circle“- Rallye für die „Robert Enke Stiftung“ gespendet. Wer sich anschließen möchte, kann das bis noch zum 30. Juni tun. Robert Enke Stiftung, Commerzbank Hannover, IBAN: DE63 2504 0066 0442 4800 00, Verwendungszweck: Die Machseepiloten.

Von MIrjana Cvjetkovic

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