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Mensch-Hannover Feuerengel brennt für Rammstein
Menschen Mensch-Hannover Feuerengel brennt für Rammstein
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00:16 16.05.2013
FEUER FREI! Florian Arp zündelt als Gitarrist von Feuerengel am Mikro-Ständer. Quelle: Heusel
Hannover

„Nein, wir sind keine Cover-Band“, sagt Florian Arp (36) mit freundlicher Bestimmtheit, „wir sind eine Band, die einer anderen Tribut zollt.“ Auf diesen Unterschied legt er großen Wert - Arp ist Gitarrist von Feuerengel. Die Band zollt ihren Tribut der Rockgruppe Rammstein. Angefangen hat es 1997, da sah Band-Kollege Boris Delic (37) Rammstein beim Hurricane-Festival in Scheeßel. Beeindruckt vom einmaligen Industrial-Sound und der Show der Musiker, beschloss er, „Feuerengel - a Tribute to Rammstein“ zu gründen.

„Und schon ein Jahr später spielte die Band für Rammstein bei einer Plattenverleihung in Berlin“, erzählt der Hannoveraner Arp, der 2001 dazugestoßen ist. „Dabei war es erst der dritte Auftritt von Feuerengel überhaupt“, sagt der 36-Jährige lachend, der mittlerweile locker 20 Shows im Jahr mit seiner sechsköpfigen Gruppe spielt: „Die finden cool, was wir machen.“ Ein Beweis dürfte nicht nur der Respekt der echten Rammstein-Leute um Frontmann Till Lindemann (50) sein (für sie spielten Feuerengel mittlerweile schon öfter auf Events), sondern auch die europaweiten Auftritte (Holland, Luxemburg, Schweiz, Türkei) vor mehreren tausend Fans. Und: Allein bei Facebook hat die Band knapp 5700 Anhänger. Feuerengel ist die erste Band weltweit, die in die Fußstapfen ihres großen Vorbilds Rammstein getreten ist.

Die Show der Tribut-Rocker ist mächtig heiß. Mikro-Ständer stehen in Flammen, Raketen werden abgefeuert. „Für all das haben wir einen Pyrotechniker, der darauf spezialisiert ist. Es ist schon ein Spektakel, das wir da veranstalten“, erzählt Arp, der im echten Leben Fotograf ist. Ihr Spektakel zeigten sie auch auf Festivals, bei denen sie neben den Sportfreunden Stiller und den Donots spielten.

Auch Rammstein-Gitarrist Paul Landers (48) hat schon mal ein Feuerengel-Konzert besucht: „Also kann es gar nicht so schlecht sein, was wir da auf die Beine stellen“, sagt Arp, und Stolz schwingt in seiner Stimme mit.

Freitag tritt die Band im Capitol auf. Eine Location, die der 36-Jährige nur zu gut kennt. „Ich habe schon viele Bands da spielen sehen und auch fotografiert“, erzählt der 1,96-Meter-Mann, „bald selbst dort auf der Bühne zu stehen, ist schon ein Highlight.“ Neben ihm ist es übrigens auch für Schlagzeuger Christoph Rosenplänter (34) fast ein Heimspiel - er studierte an der Musikhochschule. Die anderen Feuerengel wohnen in Bremen, Scheeßel und Hamburg, reisen also an.

Woher kommt Arps Liebe zur Musik denn überhaupt? Er grinst: „Um ehrlich zu sein: durch Peter Maffay.“ Als er elf war, nahm ihn sein Vater mit zu einem Konzert des heute 63-Jährigen: „Das hat mich geprägt. Noch an dem gleichen Abend kam der Wunsch auf, Gitarre zu spielen.“ Und durch seinen Beruf als Fotograf hatte Arp schon mehrfach die Möglichkeit, Maffay, den er liebevoll seine „musikalische Altlast“ nennt, zu treffen. Selbst Rammstein hat er schon vor der Linse gehabt - 2012, als sie in der TUI-Arena spielten.

Wie viel Rockstar steckt in ihm? „Rock ’n‘ Roll findet bei uns nur an Wochenenden statt, ansonsten sind wir normale Leute mit Familie und normalen Berufen“, sagt er. „Na ja, ganz normal kann man wohl nicht sein, wenn man solche Musik macht“, gibt Arp lachend zu bedenken. Tatsächlich verwandeln sich die Feuerengel für ihre Auftritte - schwarzer Kajal umrandet die Augen, ihre Körper sind manchmal halbnackt und stecken in schwerer Kluft. „Ein tolles Hobby, das uns die Chance gibt, in diese besondere Welt reinzugucken“, schwärmt der Gitarrist.

3 Feuerengel spielen Freitag ab 20 Uhr im Capitol (Schwarzer Bär 2). Karten kosten 22,40 Euro.

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