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Mensch-Hannover Fernanda Brandão: "Tanz ist eine gute Schule fürs Leben"
Menschen Mensch-Hannover Fernanda Brandão: "Tanz ist eine gute Schule fürs Leben"
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00:18 15.01.2018
Fernanda Brandão

Frau Brandão, wie geht es Ihrem Arm – haben Sie sich vom Quallenbiss erholt?
Ja, so langsam wird es. Es ist wirklich eine große Wunde gewesen, war echt nervig und hat viel gejuckt. Es wird immer besser und heilt gut. Ein schmerzvoller Verbrennungsschaden von meiner ersten Qualle.

Und wo ist das passiert?
Im Urlaub in Indien. Auch wenn ich das bisher nicht kannte, wusste ich im Wasser gleich, was passiert war. Das Gefühl war eine Mischung aus Stromschlag und Verbrennung, gar nicht schön und hat die Urlaubsstimmung auch etwas getrübt. Ich bin ja kurz danach zur Promi-Darts-WM gefahren und ausgerechnet mein Wurfarm, der rechte, war betroffen. Trotzdem haben wir es ins Habfinale geschafft (lacht).

Im Urlaub haben Sie vom Paradise Beach ein Foto gepostet – was ist das für ein Tattoo-Schriftzug auf ihrem Rücken?
Da steht „Alles, was ich besitze, trage ich in mir“. Das habe ich mir vor zehn Jahren in Berlin machen lassen, mein Leitspruch. Ich finde, dass wir das Wertvollste, was wir sein können, in uns tragen.

Waren Sie zuletzt eigentlich nicht so gut drauf? Sie haben das Zitat von Coco Chanel „Wenn du traurig bist, trage mehr Lippenstift auf und greife an!“ gepostet ...
Nee, gar nicht! Es ist tatsächlich eher untypisch für mich, solche Zitate zu posten – schon gar nicht welche, die mit meinem Innenleben zu tun haben. Wir haben einfach nur überlegt, was zu dem Foto passt. So kam das ganz einfach (lacht).

In Hannover  präsentieren Sie mit ihrer Freundin Frida Kappich das „Live Message“ Tanz-Festival. Was wird Ihre Botschaft ans Publikum sein?
Vorweg will ich sagen, dass ich es unglaublich wichtig finde, Veranstaltungen wie diese zu unterstützen und populär zu machen. Kunst kann nämlich alles Mögliche sein, auch Sprachrohr. Gerade sozial benachteiligte Kinder, die nicht mal eben Klavier-, Ballett- oder Reitstunden nehmen können, bekommen so einen Zugang zu Kunst. Es findet ein Austausch statt, bei dem man lernen kann, über sich hinauszuwachsen, sein Selbstbewusstsein zu stärken, Respekt für seinen Fleiß und sein Können zu erhalten. Ich möchte den Tag nutzen, jungen Leuten zu vermitteln, wie viele Möglichkeiten es gibt, sich mit der Kunst auszudrücken.

Ist es schwer, junge Leute zu motivieren?
Ich glaube, dass es ganz leicht ist, Kinder und Jugendliche zu motivieren, sie zu begeistern, ein Feuer in ihnen zu entfachen. Schwerer ist es, dafür zu sorgen, dass sie dranbleiben. Die Pubertät spielt da eine ganz große Rolle: Man ist kein Kind mehr, aber eben auch noch nicht erwachsen. Es ist keine einfache Zeit, viele Dinge kann man nicht auf Anhieb.

Wie gelingt es, das aufzubrechen?
Ich habe festgestellt, dass sich das Gefühl sehr schnell legt, sobald man ihnen sagt: Fehler sind erlaubt. Lass uns jetzt entdecken, wo deine Talente sind! Wenn man in jungen Jahren etwas geschafft hat, worauf man stolz ist, dann sprengt das Fesseln. Man wird schon als Teenager freier im Kopf und das hält im Leben weiter an.

Werden Sie im Pavillon ein Tänzchen wagen?
Bestimmt (lacht). Für uns Tänzer ist es nämlich echt schwer, auf dem Stuhl sitzen zu bleiben, während man anderen beim Tanzen zusieht.

Wie wichtig ist Tanz in Ihrem Leben?
Sehr wichtig! Tanz war die Basis für alles: Ich habe Disziplin, Ausdauer und Durchhaltevermögen gelernt. Es ist die Kunst, bei der du als erster kommst und als letzter gehst, in der du am wenigsten verdienst. Es ist eine gute Schule fürs Leben, ich glaube, man ist belastbarer als andere. Tanzen aktiviert einfach den ganzen Körper, setzt Endorphine frei. Ich bin jedenfalls immer sehr glücklich, wenn ich tanzen kann.

Wo haben Sie zuletzt getanzt?
Am Strand in Indien – vor der fiesen Quallenattacke.

Miri Link (Tanzschule Link2Dance) und Kati Heininger veranstalten das „Live Message“-Festival, das bereits Freitag mit Workshops gestartet ist. Sonnabend ab 15.30 Uhr und ab 18.30 Uhr stehen Tänzer, Musiker, DJs auf der Bühne. Tickets kosten 22 Euro, ab 21 Uhr gibt es Live-Battles (sieben Euro).

VON MIRJANA CVJETKOVIC

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