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LECKERE MODE: Model Chiara Olthoff präsentiert eine Lakritz-Corsage von Designerin Luisa Verfürth.© Behrens

Festival

„Fashion & Dance Festival“ in der Galerie Herrenhausen

Am Sonnabend steigt das erste „Fashion & Dance Festival“ in der Galerie Herrenhausen. Die NP besuchte die Proben und erfuhr, 
warum Niedersachsens Integrationsbeauftragte, Schirmherrin Doris Schröder-Köpf (52), ihre kleinen Füße mag.

Fünf schwere Kronleuchter verbreiten schummriges Licht in der Galerie Herrenhausen, blaue Scheinwerferkegel tanzen über den Laufsteg.Am Sonnabend, 25.6., steigt hier unter der Schirmherrschaft von Doris Schröder-Köpf (52) das erste „Fashion & Dance Festival“. In zwei Shows zeigen Designer aus Hannover und der Region ihre Kollektionen zum Motto „Liebe“. Den besonderen Rahmen liefern Tänzer und Ensembles mit speziell für das Festival konzipierten Choreografien.

„Mode in Bewegung ist ein ungewöhnliches und einmaliges Erlebnis“, sagt Susanne Kümper (49), die das Fest initiiert hat. Die Kombination der verschiedenen Sparten der Kunst findet sie spannend. „Mode fängt an zu leben, wenn sie lebendig präsentiert wird“, erklärt die Dozentin der Akademie Deutsche POP. Ihre Leidenschaft für ihr Fach möchte sie weitergeben. „Ich wünsche mir, dass der Funke unserer Begeisterung am Samstagabend auf das Publikum überspringt.“

Designerin Luisa Verfürth (31) steht gespannt am Laufsteg. 45 Minuten hat sie für ihre Probe mit Models und Musikern Zeit. Die Kreative hat vor zwei Jahren eine Kollektion aus Lakritz entworfen. „Für Fashion & Dance musste ich die Entwürfe neu anfertigen“, erzählt sie und lacht, „die alten Teile waren verschimmelt.“

Klaviermusik erklingt, dazu die intensive Stimme eines Baritons. „Als ich die Stimme des Sängers hörte, habe ich Gänsehaut bekommen“, verrät Verfürth, „ich bin jetzt richtig gespannt, die Laufprobe zu sehen.“

Model Diona Bathily (20) schreitet im Lakritz-Kleid den Laufsteg entlang. Ein schwarzer Tüllschleier umhüllt ihren Kopf. „Sie verkörpert die schwarze Braut“, sagt Verfürth. Für die Modefrau passt das Motto perfekt zum Festival. „Hier treffen alle Bereiche der Schönheit aufeinander.“

Nadine Campbell (34) von der Tanzschule Bodytalk hat ein wachsames Auge auf die Models. „Ich helfe ihnen, sich auf dem Laufsteg richtig zu präsentieren“, sagt sie. Dazu gehören auch Mimik, Gestik und die richtige Pose. „Die Liebe verändert die Mimik“, so die Tänzerin, „dieses besondere Strahlen und das Funkeln in den Augen will ich bei den Models sehen.“

Auf dem Festival laufen Sonnabend um 17 und 20 Uhr zwei identische Shows. Karten gibt es zum Beispiel im Künstlerhaus in der Sophienstraße. Die Tickets kosten 17,20 Euro (ermäßigt 11,70 Euro) für die hinteren Reihen und bis zu 39,60 Euro (ermäßigt 34,10 Euro) für die besten Plätze am Laufsteg.

VON JANINA SCHEER

Hannover feiert Tanz, Musik und Mode

Frau Schröder-Köpf, was verbindet Kreativität und Migration?

Deutschland ist im vergangenen Jahr Ziel großer Flüchtlingsbewegungen geworden. Ein Großteil der hier ankommenden Menschen ist vor Krieg, Terror oder politischer Verfolgung aus ihren Ländern geflohen. Was für einen besseren Grund kann es geben, sich gemeinsam mit Künstlern verschiedenster Nationalitäten dem Thema Liebe zu widmen und damit ein positives und friedliches Signal in die Welt zu senden!

Was hat Sie bewogen, die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung zu übernehmen?

‚Fashion&Dance" ist das beste Beispiel dafür, wie Kunst und Kultur zur gelungenen Teilhabe an unserer Gesellschaft beitragen. Denn Kunst und Kultur bedeuten Dialog, Identitätsstiftung und Wertevermittlung. Menschen finden durch sie einen Zugang zum zunächst Fremden und können ihr Lebensgefühl in der neuen Heimat zum Ausdruck bringen. Toll, dass sich Hannover als kreatives Zentrum präsentiert und dass sich die Initiatorin des Projektes, Susanne Kümper, dafür stark macht, Hannover als Mode-Standort zu etablieren. Klasse fand ich auch den Aufruf, der speziell Künstlerinnen und Künstler mit Migrationshintergrund ermunterte, an der Bühnenproduktion teilzunehmen und sich so gesellschaftlich mit eigener gestalterischer Kraft einzubringen und zu integrieren.

Was fasziniert Sie persönlich an Mode?

Menschen faszinieren mich mehr als Kleidung, aber Mode kann die Persönlichkeit eines Menschen unterstreichen, seine Haltung ausdrücken. Ich erfreue mich daran, wenn Menschen das gelingt. Außerdem sehe ich Mode als eine künstlerische Ausdrucksform.

Holen sich Ihre Töchter Tipps von Ihnen, wenn es um Klamotten geht?

Eher umgekehrt. Meine große Tochter hat mit 25 Jahren längst einen wunderbaren eigenen Stil, weit weniger sportlich als ich. Auch meine fast 15-jährige Tochter kleidet sich ganz anders. Sie ist übrigens sehr kritisch mit mir. Bei beiden war ich übrigens sehr froh, dass ihre Schuhgrößen meine sehr früh überstiegen – Schuhe ausleihen mag ich nämlich gar nicht.

VON MIRJANA CVJETKOVIC


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