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Der ehemalige Teeniestar Fabian Harloff freut sich, dass er von der Schauspielerei leben kann und nebenbei noch Zeit für seine zweite Leidenschaft hat: Musik.

Interview

Fabian Harloff ist voll im Takt

Mittvierziger geraten ins Schwärmen, wenn sie seinen Namen hören: Fabian Harloff (45) war in den 90ern mit der Kinder-Serie „TKKG“ und der Krimi-Reihe „SK-Babies“ ein Star. Heute kennt man ihn aus „Notruf Hafenkante“ – und von der Bühne. 
Am Sonnabend spielt er zusammen mit Kleemann ab 20 Uhr im Musikzentrum. Die NP hat vorab mit ihm gesprochen.

Hannover. Herr Harloff, darf ich Fabian sagen? Ich bin nämlich ein Kind der 90er ...
Klar, ich kenne das. Die meisten haben sofort das Bild von mir als Tim in „TKKG“ vor Augen. Meinem Kumpel Patrick Bach geht das genauso. Egal, wie viele Rollen er danach gespielt hat: Er ist immer noch „Silas“.

Haben Sie ein Problem damit?
Nein (lacht), ich bin ja damit aufgewachsen, ein Teeniestar zu sein. Ich bin da ganz geerdet, ich weiß ja, was ich kann. Außerdem ist die Kindheit nun mal eine prägende Zeit: Für mich ist Thommi Ohrner ja auch kein Moderator, sondern „Manni, der Libero“. Ich habe Verständnis für diese Generation. Außerdem habe ich ja noch andere Fans.

Welche?
Die 60-Jährigen kennen mich eben als Doktor Philipp Haase aus „Notruf Hafenkante“, der ist bei der ZDF-Serie seit zehn Jahren in jeder Folge dabei. Jeder pickt sich eben „seinen“ Fabian Harloff heraus. Aber ohne „TKKG“ wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Ich gehöre zu den fünf Prozent der Schauspieler,
die von ihrem Beruf tatsächlich leben können. Ich liebe diesen
Job – und der Job liebt mich immer noch. Dafür bin ich dankbar. Denn die TV-Landschaft hat sich in den vergangenen zehn Jahren extrem verändert.

Was meinen Sie damit?
Bei den Privatsendern gibt es Sendungen, die ich nur „Asi-TV“ nenne. Je blöder die Rollen dieser Laienschauspieler sind, desto lieber werden sie gesehen. Das macht mich traurig, das hat mit Handwerk nichts mehr zu tun.

Zum Glück gibt es ja diese zweite Leidenschaft. Musik oder Schauspielerei – was ist Ihnen wichtiger?
Tja, wenn ich auf mein Bankkonto schaue, dann bin ich eher ein singender Schauspieler als
andersherum. Ich beherrsche beides und kann es auch immer wieder ganz gut verbinden. Als Doktor Haase durfte ich in einer „Hafenkante“-Rolle im Frühjahr sogar mal rocken. Außerdem arbeite ich gerade an einem neuen Album. Mir ist klar, dass ich damit kein Musik-Superstar werde. Aber ich habe Bock drauf! Es wird ein Country-Album. Aber nicht so Johnny-Cash-mäßig, sondern moderner Country wie bei Keith Urban.

Hören wir das beim Konzert in Hannover?
Es werden Lieder dabei sein. Ich spiele ja nur 30 Minuten als Special Guest von Martin Kleemann und seiner Band, wir kennen uns schon seit Jahren aus der Musikbranche. Der Termin hat gepasst, weil ich an dem Wochenende auch ein Seminar für Synchronsprecher an der Akademie Deutsche Pop gebe. Und zum Musikzentrum habe ich eine ganz besondere Beziehung (lacht).

Wie kommt das?
Im Sommer habe ich in Hannover „No Future war gestern“ gedreht ...

... unter Regie der 18-jährigen Rivka Schimmelpfeng ...
... die sehr jung, aber auch sehr cool ist. Die weiß genau, was sie will. Jedenfalls habe ich als Fahrlehrer die Straßen von Hannover unsicher gemacht. Und da der Fahrlehrer im Film auch ein Rocker ist, haben wir eine Szene im Musikzentrum gedreht. Und ich habe mir gleich gedacht: Hier will ich mal spielen!

Aha, eine Rolle als Fahrlehrer. Was für ein Auto fahren sie denn privat?
Ein altes BMW-Cabrio, aber am liebsten Rad! Autos haben in meinem Leben einen ganz geringen Stellenwert. Ich lebe seit einem Monat wieder auf dem Land, in dem Ort, in dem ich aufgewachsen bin.

Die meisten machen das der Kinder wegen.
Ich hab nur einen Hund (lacht). Einen Magyar Viszla, einen ungarischen Jagdhund. Der ist mir quasi zugelaufen – und braucht lange Spaziergänge. Ich liebe die Natur, hier kann ich morgens den Herbst riechen. Das ist, was ich immer wollte. In Zeiten des Internets braucht man die Stadt nicht. Andrea Tratner


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