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AM SET: Udo Schenk und Schauspielkollege Thure Riefenstein (rechts) während des Drehs.

AM SET: Udo Schenk und Schauspielkollege Thure Riefenstein (rechts) während des Drehs.© Rainer Dröse

Filmdreh

Es fließt böses Blut in Bückeburg

Es sind schon viele spannende Produktionen auf Schloss Bückeburg entstanden, nun ist bei Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe (58) der Drogenthriller „EneMe“ entstanden. Die NP besuchte das Filmset.

Hannover. Damen in reizenden Roben, Herren in ansehnlichen An­zügen, das Glas Champagner in der Hand, ein Schnack im prunkvollen Festsaal auf Schloss Bückeburg – es sieht aus wie bei einem offiziellen Empfang. Aber in diesem Fall handelt es sich bei der Kulisse tatsächlich um ein Filmset: Auf dem Schloss von Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe (58) wurden Teile des Drogen-Thrillers „EneMe“ gedreht. Mal was ganz Anderes, ehe es in ein paar Tagen wieder mit dem traditionellen Weihnachtszauber losgeht (siehe Kasten).

„Es ist fantastisch, auf einem Schloss zu drehen, einfach ein unglaubliches Gefühl“, schwärmte Dennis Mojen (24), als die NP bei den Dreharbeiten vorbeischaute. Der Schauspieler mimt in dem Streifen einen Typen namens Andre, der mit seinem Bruder Chris (die Rolle spielt Thure Riefen­stein, 52) die illegalen Waffengeschäfte ihres Vaters Leonard von Mehrendorf (Udo Schenk, 64) übernehmen soll. Die Jungs haben aber gar keine Lust mehr auf kriminelle Machenschaften, sie wollen in Russland ein neues Leben beginnen, es kommt zum Eklat.

Eine packende Geschichte mit Top-Darstellern: Riefenstein („Die Wanderhure“) ist mittlerweile Juror bei den International Emmy Awards, Schenk war unter anderem in „Stauffenberg“, „Elser“ und „In aller Freundschaft“ zu sehen, Mojen („Tatort“)  wird als deutscher Leonardo DiCaprio (43) gehandelt. Während des Drehs schliefen die Darsteller übrigens auch im Schloss: „Ich wohne im Südflügel im ehemaligen Kinderzimmer des Kaisers. Die erste Nacht war total unheimlich, da es extrem dunkel ist und man jedes Geräusch hört“, erzählte Mo­jen der NP. Er ist stolz auf das Projekt: „Es ist ein absolutes Privileg, dass ich diese Rolle als junger Schauspieler spielen darf.“

Dabei ging es ganz schön zur Sache: Es gibt neben einem actionreichem Schusswechsel mit viel Blut eine Empfangsszene mit 70 Darstellern – 60 davon waren übrigens Komparsen aus der Region. Erst nach mehreren Anläufen – darunter technische und Stellproben – be­gannen die echten Aufnahmen. Eine Herausforderung, denn die  Crew musste währenddessen stillhalten, damit das Knarren des alten Holzbodens im Film nicht zu hören ist. Patriarch von Mehrendorf empfängt in dieser Szene Gäste, ein investigativer Journalist stellt dem Mann aus dem Sumpf der organisierten Kriminalität viele unangenehme Fragen – bis er schließlich von Sicherheitsleuten rausgeschmissen wird.

Für die etwa dreiminütige Szene wurde ein Drehtag von zwölf Stunden eingeplant, das Set hatte die gut 50-köpfige Crew bereits einen Tag zuvor aufgebaut. Für Regisseur Jakob Gisik (37) ist es übrigens der erste Spielfilm nach mehreren erfolgreichen Kurzfilmen wie „Zwei Minuten Risiko“. Die Vorlage für die deutsch-russische Ko-Produktion, der im Herbst 2018 in unsere Kinos kommen soll, lieferte Adnan G. Köse (51). Der Drehbuchautor hat in dem Film auch eine Rolle, er spielt den neugierigen Journalisten.

Eine ganz prominente Dame war für einen Drehtag im Schaumburger Land – Sophia Thomalla (28). Das TV-Sternchen intrigiert als Samantha, die unbedingt da­für sorgen will, dass ihr Freund, der Gangster Ben, im kriminellen Clan mehr zu sagen hat und nicht nur einfacher Sicherheitsmann ist. „Ben kommt von der Straße und möchte mehr als nur der Handlanger von Familie Mehrendorf sein“, erzählt Schauspieler  Adam Bousdoukos (43). Hört sich ziemlich spannend an! Es folgen einige Drehtage in Moskau, ehe die Kasseler Produktionsfirma Jakale Film das Material schneidet und vertont. Vielleicht steigt die Premiere ja Bückeburg?! Der Hausherr hätte nichts dagegen: „Ich finde es spannend zu sehen, wie das Schloss für Produktionen umgestaltet wird.“

Weihnachtszauber

Wenn er vom Weihnachtszauber spricht, kann sich Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe (58) vor Begeisterung kaum halten: „Das wird spektakulär“, versprach er gestern bei der Vorstellung des diesjährigen Programms  „Sternstunden – alles, was glänzt“. Zum 16. Mal veranstaltet er auf seinem Schloss in Bückeburg den vorweihnachtlichen Event mit diesen vielen Attraktionen.

Eine davon: „Zwei Meter hohe Weihnachtssterne und ein Schlossplatz, der von unendlich vielen Lichterketten illuminiert ist“, schwärmte der Hausherr. Neben einer Weinachtsbäckerei und Winterwald, Spezialitäten und Late-Night-Shopping, dem obligatorischen Mädelstag (eine zahlt voll, die zweite den halben Preis) und Mitmachzirkus, Kinderchor und Kunsthandwerk konnte der 58-Jährige auch in diesem Jahr  mit der Stiftung Lesen Prominente für den zauberhaften Event ge­winnen: Unter anderem werden Komiker Bülent Ceylan (41), „GZSZ“-Star Wolfgang Bahro (57) und Schauspielerin Nina Hoger (56) als Lesebotschafter Lesungen halten. 2016 konnten in diesem Zusammenhang übrigens 45 000 Euro an Spenden gesammelt werden!

„Ich bin auch eine Leseratte und kann mir ein Leben ohne Bücher überhaupt nicht vorstellen“, so zu Schaumburg-Lippe, „es ist wichtig, Lesekultur bei Kindern zu fördern und das Interesse im Zeitalter von Twitter und Kurznachrichten zu wecken.“ Alle Infos zu den Programmpunkten und Preisen gibt es im Netz unter www.weihnachtszauber-schloss-bueckeburg.de

Von Cecelia Spohn und Mirjana Cvjetkovic


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