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ZEIT FÜR TRADITIONEN (v.l.): Die Vereinsvor-sitzende Anke Krüger,Otto Prinz von Hanno-ver und Erbprinz Ernst August von Hannover schauen sich alte Bilder an.

ZEIT FÜR TRADITIONEN
(v.l.): Die Vereinsvor-
sitzende Anke Krüger,
Otto Prinz von Hanno-
ver und Erbprinz Ernst
August von Hannover
schauen sich alte
Bilder an.© Behrens

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Adel

Ernst August Junior bei den Schützen

Am Sonnabend feierte die Uniformierte Schützengesellschaft von 1837 ihr 175-jähriges Bestehen. Erbprinz Ernst-August von Hannover vertrat dort seinen Vater: Stiefmutter Caroline von Hannover feierte mit Luxemburgs Blaublütern Hochzeit.

Hannover. Sie hat zwar selbst einen königlichen Titel. Trotzdem ist bei Anke Krüger, Schützenkönigin und Vorsitzende der „Uniformierten Schützengesellschaft von 1837 Hannover“, der Respekt vor den echten Blaublütern groß. „Ich hab Angst“, bemerkt sie lachend, als der NP-Fotograf sie bittet, für seine Kamera doch ein wenig näher an ihre Ehrengäste - Erbprinz Ernst August von Hannover (29) und seinem Cousin Otto Heinrich Prinz von Hannover (24) - heranzurücken.

Die beiden Welfen lächeln bescheiden und stehen da, Hände in den Hosentaschen, keine Prinzenposen. „Gestellte Fotos sehen oft blöd aus“, findet der Erbprinz, der sich auch sonst lieber dezent zurückhält, statt Reden zu schwingen. Und deshalb ein schriftliches Grußwort für die Homepage des Vereins verfasst hat. „Ich bin gern hergekommen, weil es für eine gute Sache ist“, sagt er. Hier, im rustikalen Festsaalflair der Gaststätte „Zur Eiche“ in Groß-Buchholz, feiert die Schützengesellschaft an diesem Abend ihr 175-jähriges Bestehen - und die steht unter dem Protektorat seines Vaters, Ernst August Prinz von Hannover (58). „Eine Art Schirrmherrschaft“, wie Krüger erklärt.

Für den Verein ist es ein ganz großer Tag: Oberbürgermeister Stephan Weil ist gekommen, der Präsident des Verbandes Hannoverscher Schützenvereine Paul-Eric Stolle gratuliert. Und dann Erbprinz Ernst August, Erstgeborener des welfischen Familienoberhauptes aus seiner Ehe mit Chantal Hochuli, der schon beim Schützenausmarsch in diesem Sommer für Aufsehen sorgte: „Diese historischen Traditionen, die Geschichte, das interessiert mich sehr“, sagt er.

Keine leeren Worte, wie sich im Laufe des Abends zeigt: Denn die Vereinsmitglieder haben dem jungen Mann viel zu erzählen. Sie zeigen ihm alte Fotos von seinem Vater und seinen Vorfahren. Pokale, gestiftet von Welfen. Alles, was von der 175-jährigen Verbindung zwischen Welfen und Verein zeugt. Die Blaublüter trinken Bier vom Fass, hören zu, fragen nach. Sie mischen sich unter die vielen Männer in Schützenuniform, auch wenn sie selbst im Anzug herausstechen.

Zwei Prinzen zum Anfassen, auch als sie auf ein anderes hannoversches Traditionsthema kommen: Fußball. „Ich wohne zwar in London, aber ich habe immer schon ein Auge auf 96 gehabt“, verrät Ernst August von Hannover. Sein Cousin Otto von Hannover muss schmunzeln. „Er versucht gerade, mich auch auf diese Schiene zu bringen. Aber ich wohne in Braunschweig, ich bleibe da lieber unpolitisch!“