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Mensch-Hannover Er rückt das Lux ins rechte Licht
Menschen Mensch-Hannover Er rückt das Lux ins rechte Licht
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18:00 02.08.2018
Willkommen im Club: Heiko Seeger vor den Bandplakaten in seinem Club Lux. Quelle: Frank Wilde
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Hannover,

Ihren neuen Laden mussten sie erst einmal „entgruften“. Als Heiko Seeger (45) und Dirk Sadlon (38) im Jahr 2012 den Club vor dem Capitol am Schwarzen Bären übernahmen, hieß der noch „Ballsaal der Finsternis“. Szene-Urgestein Andreas Pechstein (Flohcircus, Labor) hatte hier Hannovers Grufties ein Zuhause gegeben. „Wir mussten ein künstliches Gemäuer rausreißen, es gab einen Sarg-Tisch und ein riesiges Wandbild in zwölf Teilen, das ein Friedhofsszenario zeigte“, erinnert sich Seeger mit einem Grinsen. Er und Sadlon gaben dem Club ein neues Gesicht und einen neuen Namen. „Lux heißt Licht“, sagt Seeger, „wir wollten die Finsternis begraben.“

Zunächst planten die Geschäftsfreunde, am Schwarzen Bären vor allem Diskonächte zu veranstalten, doch schon bald kamen kleine Konzerte dazu. „Ich hatte noch nie mit Bands und Booking zu tun gehabt“, sagt der 45-Jährige, der bis zu diesem Zeitpunkt vor allem in Bars und Diskos gearbeitet hatte. Die Basics des Gewerbes hatte er sich in der Baggi-Disko draufgeschafft, um anschließend die Bar Bronco’s am Schwarzen Bären und die Kneipe Härtekrug an der Falkenstraße zu eröffnen. Vor neuen Aufgaben hat Seeger keinen Respekt: „Ich bin nie mit einem Businessplan an die Projekte herangegangen. Ich habe einfach gemacht.“

Und nun machte der Musikliebhaber also Konzerte. Der Veranstalter Living Concerts, bei dem Sadlon Mitgesellschafter ist, nutzte das Lux für Auftritte. „Am Anfang waren viele lokale Bands dabei, die Bühnenerfahrung suchten“, sagt Seeger. „Hier passen rund 200 Leute rein, das ist für Newcomer eine optimale Größe.“ Und auch für das Publikum: „Nirgendwo bist du als Besucher so nah an den Künstlern wie hier“, schwärmt er. Das Konzertgeschäft wuchs, Bands fragten eigenständig an. „Das hat sich entwickelt und rumgesprochen.“ Auch zu Hannover Concerts, dem Veranstalter Nummer eins, der nun ebenfalls Bands im Lux auftreten ließ. Der Erfolg gab den Machern die Möglichkeit, Geld in ihren Club zu stecken. „Wir haben viel in die Technik investiert und einen Backstagebereich eingerichtet. So was gibt es nicht in jedem Club unserer Größe“, betont der gelernte Kaufmann.

Stilistisch geht es bunt zu im Lux. Freitags spielen vorwiegend Gitarren-, Indie- und Elektrobands, sonnabends geht es eher in Richtung Hip-Hop, Funk und Reggae. Und in der Hauptsaison ist alles möglich. „Im Oktober und November haben wir fast jeden Tag Konzerte“, sagt Heiko Seeger, „da kann es sein, dass Dienstag Punkrock läuft, Mittwoch ein Singer-Songwriter auftritt, Donnerstag Gothic und Freitag Deutsch-Rap dran ist.“ Entsprechend vielfältig ist das Publikum, das oft Anfang 20 ist – oder 50 aufwärts, wenn alte Helden wie Garland Jeffreys (75, „Take me to the Matador“) am Schwarzen Bären auftreten.

„Wir haben hier viele Möglichkeiten und eine große Freiheit“, sagt der dreifache Vater und klingt dankbar. „Ich bin tagsüber zeitlich flexibel und kann mich mit meiner großen Leidenschaft, der Musik, beschäftigen. Ich plane nicht, schon wieder etwas Anderes zu machen.“ Das gäbe ja auch finstere Zeiten für das Lux.

Von Julia Braun

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