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Hat alles unter Kontrolle: Gerhard Griebler kümmert sich um die Vorbereitungen und den reibungslosen Ablauf im Eisstadion am Pferdeturm.© Florian Petrow

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HANNOVER INDIANS

Er macht das Coldplay-Video am Pferdeturm möglich

Morgen früh ist es so weit: Coldplay kommt nach Hannover, um ein Video im Eisstadion am Pferdeturm zu drehen. Die NP hat mit Stadionbetreiber Gerhard Griebler (49) über Anrufe aus London, Wunderkerzen und die Eismaschine gesprochen.

Hannover. Herr Griebler, rennen Ihnen Coldplay-Fans eigentlich gerade die Bude ein?
Sagen wir mal so: In der ersten Stunde nach Bekanntwerden des Videodrehs hatten wir mehr als 150 000 Zugriffe auf die Internetseite – sie war zwischenzeitlich lahmgelegt. Und ich hatte gut 1700 E-Mails in meinem Postfach, mittlerweile sind es mehr als 4000! Darunter sind so viele schöne Geschichten von Indians-Fans, Coldplay-Fans, Müttern, Familien –
 wirklich der Wahnsinn.

Wie haben Sie überhaupt von dem Videodreh erfahren?
Vor zwölf Wochen sind wir von einer Produktionsfirma aus Manchester angesprochen worden. Der Mensch tat wirklich sehr geheimnisvoll, erzählte von einem internationalen Künstler, der eine Location sucht. Ich habe das Ganze zunächst gar nicht ernst genommen.

Waren Sie denn gar nicht neugierig?
Nö (lacht). Das hat mich die Produktionsfirma auch gefragt. Wir kennen doch alle diese Anrufe vom vermeintlichen Lottogewinn. Als ich dem Mann gesagt habe, dass ich das gerade alles nicht ernst nehmen kann, war kurz Ruhe am anderen Ende (lacht).

Ja, und dann?
Rief mich jemand anderes aus Österreich an und sagte, es handele sich um Coldplay. Und dass mich gleich wieder der Engländer, Collin, anrufen würde. Das passierte dann auch, ich sollte ihm von der Eishalle erzählen. Ich habe ihm lieber drei Youtube-Videos geschickt, damit er sich ein Bild von der Atmosphäre machen kann – zum Beispiel „Alles auf Anfang“, das ist wirklich besonders.

Die Leute hat es jedenfalls überzeugt.
Genau. Ein paar Tage später ließen sie uns wissen, dass sie alles super finden, aber auch noch mit anderen Hallenbetreibern sprechen würden. Dann war zunächst Ruhe, ehe nach vier Wochen wieder ein Anruf folgte, wir seien einer von drei Favoriten.

Wie spannend!
Oh ja, vor allem, als ich ihnen gesagt habe, dass wir einen natürlichen Feind haben – die Zeit!

Warum das denn?
Wir hatten kein Eis, die Saison ist seit Mitte April beendet, und dann schalten wir die Eisfläche ab. Wir haben ja keine Kunsteisbahn, die auf Knopfdruck Eis macht, sondern eine etwas ältere, besondere Eisbahn.

Inwiefern besonders?
Es eine Kunst für sich, die Fläche zu einer Eisfläche zu machen, das ist wirklich echte Handarbeit, die unser Eismeister Sven Heuer da leistet. Die Kälteschlangen liegen 60 Zentimeter unter dem Beton, sie kühlen die Fläche bis zu einem Grad Celsius am Tag runter. Wenn sie dann auf acht, neun Grad minus ist, kann man Wasser auftragen und muss dann wieder warten, bis es gefroren ist. Es kommt immer eine Schicht von einem halben Zentimeter drauf, bis das Eis fünf Zentimeter dick ist. Ohne die Eismeister wäre das nicht gegangen.

Hing also alles an denen?
Ja! Mit der Zusage für den Dreh habe ich die Eismeister aus dem Urlaub geholt und gefragt: „Rocken wir das – oder sagen wir das ab?“ Sven Heuer sagte mir: „So etwas hat man einmal im Leben, die Chance haben wir nie wieder – das machen wir!“

Was glauben Sie, warum Coldplay den Pferdeturm so toll findet?
Wer einmal am Pferdeturm war, weiß, wie faszinierend das ist, das kann man nicht ohne weiteres kopieren. Sie kommen wegen der aufregenden Atomsphäre, sie wollen ein Meer aus Wunderkerzen, genau das können wir bieten. Ich kann da nur sagen, Coldplay haben Geschmack: Ihr neues Video drehen sie in Hannover, die Konzerte spielen sie in Vororten von Hannover (lacht).

Haben Sie sich auch als Statist beworben?
Nee (lacht). Man müsste mich wahrscheinlich festbinden, weil ich so nervös bin. Und meine Frau sagt mir dann sicher, ich soll eine Runde mit dem Hund spazieren gehen, damit ich nicht alle verrückt mache.

Mögen Sie die Musik der Band?
Ich mag die Band, habe aber nicht wirklich ein Lieblingslied. Ich muss aber zugeben, dass im Büro jetzt die ganze Zeit Coldplay rauf und runter läuft (lacht).


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