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Mensch-Hannover Er legt im GOP den Coperlin-Schalter um
Menschen Mensch-Hannover Er legt im GOP den Coperlin-Schalter um
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00:16 31.03.2017
Der Charme der 30er Jahre: Dustin Nicolodi ist im GOP „der große Coperlin“. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Wo ist der schneidige hauchdünne Schnurrbart, wo sind die akkuraten Augenbrauen? Der Mann, der lässig an den Säulen des Opernhauses sitzt, sieht viel jünger aus als auf der Bühne. „Das ist Absicht“, verrät im legendären Moulin Rouge. Klar, dass es auch den Sohn auf die Bühne zog.

„In Italien besuchte ich eine Zirkusschule“, so Nicolodi, „ich war Handstandakrobat“. Mit 25 Jahren kam das Aus: Schulterprobleme. „Das ist für einen Künstler das Schlimmste, was passieren kann“, sagt er, „meine Welt ist zusammengebrochen“. Zusammen mit seinem erfolgreichen Vater arbeitete er an seiner neuen Karriere als Comedian. Für den früheren Akrobaten eine echte Herausforderung. „Ich fragte mich, wie ich jetzt plötzlich lustig sein sollte“, erinnert er sich an sein berufliches Drama und muss selber schmunzeln.

Am Anfang lachte keiner

In nur zwei Tagen erfand er seinen neuen Bühnencharakter Coperlin. Doch die Entwicklung der Figur dauerte viel länger. „In den ersten zwei Jahren bekam ich keinen einzigen Lacher vom Publikum“, gesteht er. „Das war so schlimm, dass ich mir am liebsten ein Loch gegraben und mich darin versteckt hätte.“ Doch die Show musste weitergehen. Beim Pierrot-Zirkusfestival in Budapest platzte endlich der Knoten. Coperlin räumte ab und landete auf dem zweiten Platz. „Danach ging es endlich bergauf.“

Der großspurige Bühnen-Coperlin, der kein Klischee auslässt. unterscheidet sich deutlich von seinem Erfinder. „Privat bin ich ziemlich schüchtern“, verrät Nicolodi mit einem zurückhaltenden Lächeln. „Ich traue mich oft nicht einmal, jemanden nach dem Weg zu fragen.“ Kaum zu glauben, wenn man Nicolodi auf der Bühne erlebt: „Sobald die Show beginnt, ist die Unsicherheit weg“, sagt der Comedian. Mittlerweile hat er das Verhalten Coperlins, seine Gesten und seine Mimik, so verinnerlicht, dass er keine große Vorbereitungszeit mehr benötigt. „Eine Minute vor der Show bin ich noch Dustin“, erklärt er, „dann lege ich mental einen Schalter um und bin komplett in meiner Rolle.“

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„Die große Coperlin-Show“ im GOP.

Dass Coperlins Charme darin besteht, dass seine Tricks misslingen, sieht Nicolodi als echten Vorteil. „Bei mir kann nichts schiefgehen“, sagt er schulterzuckend, „Fehler machen den Auftritt nur noch besser.“ Er scheint den „Wahnsinn in Rot“ wirklich ins Herz geschlossen zu haben. „Ich werde bestimmt noch lange Spaß an der Figur haben“, prophezeit er, „sie hat noch Potenzial zur Weiterentwicklung“. Sein großer Traum ist es, eines Tages seine eigene Show zu haben – zwei Stunden Coperlin!

Er mag Hannover

Wenn er vor den Shows Zeit hat, bummelt Nicolodi gern durch die Stadt. „Hannover ist schön, und die Leute sind sehr sympathisch“, lautet sein Urteil. Auch vom GOP ist er begeistert. „Hier liegt irgendwas in der Luft“, versucht er seinen Eindruck zu beschreiben, „man spürt, dass dieses Haus eine Geschichte und eine besondere Atmosphäre hat“.

Das Nomadenleben der Artisten: Seine Familie sieht Nicolodi nur ein- oder zweimal im Jahr. Zwischendurch telefoniert er regelmäßig mit seinem Vater, um mit ihm neue Ideen für sein Programm zu besprechen. „Ich habe ihm viel zu verdanken, seine Meinung ist mir wichtig.“

Das sind die Show-Termine

„Die große Coperlin-Show“ ist noch bis 30. April im GOP (Georgstraße 36) zu sehen. Mittwoch und Donnerstag geht es um 20 Uhr los, Freitag und Samstag um 18.30 Uhr und 21.30 Uhr. Sonntags starten die Shows um 14 Uhr und um 17 Uhr. Tickets kosten zwischen 15 und 44 Euro. NP-Leser mit Abo-Plus-Pass bekommen einen Rabatt gutgeschrieben. Reservierung unter Telefon 0511/301 867 10.

Von Janina Scheer

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