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Mensch-Hannover Er erweckt Dornröschen aus dem Schlaf
Menschen Mensch-Hannover Er erweckt Dornröschen aus dem Schlaf
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17:07 14.05.2018
STOLZER GASTWIRT: Florian Hausleiter (47) ist neuer Chef vom Traditionsbiergarten Dornröschen in der Nordstadt. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

 Die Sonne glitzert auf der Leine, die neuen Holzbänke stehen schon bereit und ab Sonnabend sind dann auch die Tore geöffnet. Der Biergarten Dornröschen hat wieder seinen Glanz zurück. Dafür verantwortlich ist Florian Hausleiter (47). Der Lindener hat viele Monate die alten Gemäuer renoviert, entrümpelt und umgebaut. 13 Container Schutt und Müll haben der 47-Jährige, seine Frau Christiane (46), Familie und Freunde aus dem alten Fachwerkhaus geschleppt.

Seit dem Tod der langjährigen Wirtin Christa Reinhardt im Sommer 2015 stand die Gaststätte leer – viel zu schade, fand Hausleiter. „Wir sind oft mit dem Rad vorbeigefahren, haben hier angehalten. Frau Reinhardt habe ich auch noch kennengelernt“, erzählt er. „Als sie verstarb, war es einfach zu schade, dieses schöne Objekt verfallen zu lassen.“ Bei der Erbengemeinschaft legte das Ehepaar Hausleiter ein Konzept vor – und hatte damit Erfolg. „Es war uns wichtig, den Charakter zu erhalten. Wir wollen das Erbe von Christa Reinhardt bewahren.“

Die Biersorten sind lokal – Herrenhäuser, Gilde und von der Brauerei „Nordstadt braut!“

Seit 1875 gibt es den Biergarten an der Dornröschenbrücke, 1945 übernahm Christa Reinhardt. Am Sonnabend wird die Gaststätte am Leineufer wiedereröffnet. „Regional“ lautet das Motto des Neu-Gastronomen. Die Bänke auf der Terrasse sind mit Hilfe der Werkstattschule Hannover entstanden. Das regionale Konzept findet sich besonders auf der Getränkekarte wieder: Herrenhäuser, Gilde und Bier der Brauerei „Nordstadt braut!“. Kaffee kommt aus der Nordstadt vom Café „24 Grad“. Zu essen gibt es Kleinigkeiten wie Brezeln – „das ist aber ausbaufähig. Wir sind aber für Anregungen offen.“

Ein ausgebildeter Gastronom ist der 47-Jährige nicht. Hausleiter ist gelernter Jurist, hat etwa zehn Jahre als Anwalt praktiziert. Seine Frau ist Diplom-Informatikerin, in diesem Job wird sie auch weiter arbeiten. „Das Biergartengeschäft ist ein Saisongeschäft – es ist gut, wenn ein sicheres Einkommen da ist“, sagt der Quereinsteiger. Sicherheit gibt auch Hündin Rala (13). Auch wenn sie langsam schwerhörig wird, sei sie ein guter Hütehund. „Wir sind ihre Schafe“, scherzt Hausleiter. „Sie ist unser Kinderersatz.“

Die Hausleiters wohnen nun in der Wohnung über dem Café Dornröschen

Tradition zu bewahren ist Hausleiter wichtig. Die alten Stühle bleiben, sind aber neu bezogen. Ein besonderes Stück ist die grüne Couch im Club-Zimmer. Sie stand in Christa Reinhardts Wohnung, die sich über dem Dornröschen befindet. Dort sind jetzt die Hausleiters eingezogen. „Als wir zur ersten Besichtigung hier waren, lag da noch ihre Jacke, ein Glas stand auf dem Tisch. Es wirkte so, als ob sie gleich wiederkommt.“

Biergarten und Café Dornröschen erwacht wieder

Etwa 200 Jahre alt ist das Haus. „Als wir renovierten, haben immer wieder Menschen angehalten und uns Geschichten erzählt. Das Dornröschen ist einfach ein Liebhaberobjekt.“ In der Gastronomie wäre Florian Hausleiter wohl nie gelandet, wenn es das Traditionslokal nicht gäbe. „Ich wollte etwas Neues wagen.“ Tipps bekommt er von seiner ehemaligen Nachbarin Inge Kristen, langjährige Mitinhaberin des Café Mezzo. Am Eröffnungstag des Dornröschen feiert das Ehepaar Hausleiter übrigens seinen zwölften Hochzeitstag. „Am Tag der Zusage für das Dornröschen, hatten wir zehnten Hochzeitstag“, erzählt der 47-Jährige. „Das ist die Rosenhochzeit – es war wohl so vorbestimmt.“

Info zur Eröffnung am Sonnabend

Los geht es In den Kämpen 54 am Sonnabend, dem 19. Mai ab zwölf Uhr mit Bratwurst, belgischen Pommes, Waffeln, frisch gezapftem Bier und leckeren Cocktails.

Von Karina Hörmann

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