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HOHE ZIELE IN DER „WEIN-BASIS“: Sebastian Wilkens (li.) und Dennis Thies bringen ihr Können aus dem Sterne-Lokal „Endtenfang“ mit.© Dröse

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Porträt

Endtenfang Gastronome übernehmen das "Au Camenbert"

Hannovers Restaurant-Szene ist in Bewegung: Im ehemaligen „Au Camembert“ ziehen demnächst zwei Gastronomen mit Sterne-Erfahrung ein: Sebastian Wilkens (32) und Dennis Thies (30) aus dem „Endtenfang“ in Celle haben hohe Ziele.

13 Jahre hat Sebastian Wilkens (32) als Sommelier und Maitre im Fürstenhof Celle im Gourmetrestaurant „Endtenfang“ gearbeitet, seit sechs Jahren ist er dort Chef-Sommelier, jetzt erfüllt er sich einen großen Traum: Wilkens macht sich mit einer eigenen Gastronomie, der „Wein-Basis“, in Hannover selbstständig. Sein Partner bei dem neuen Projekt: Dennis Thies (30), langjähriger Sous-Chef in der Sterneküche des „Endtenfangs“.

„Es war an der Zeit, etwas Eigenes zu wagen“, sagt Wilkens. Der „Endtenfang“ habe von den Plänen seit einem halben Jahr gewusst und sich darauf eingerichtet. Durch Zufall hatten Wilkens und Thies davon gehört, dass das „Banco“ in der Oststadt frei wird: „Die Location hat uns gleich überzeugt“, freut sich der gebürtige Hannoveraner: „Es wird eine Weinbar und ein Restaurant. Die Küchenrichtung ist eine kreative, innovative und saisonale Küche mit regionalen Einflüssen. Wichtig ist uns, dass alles auf unserer kleinen Karte frisch ist.“

Die Hauptgerichte auf der feinen, kleinen Karte sollen zwischen 22 und 29 Euro liegen. „Bei uns kann man auch nur Wein trinken, aber wer einen Blick in die Karte wirft, wird bestimmt etwas essen wollen“, verspricht Wilkens. Denn sein Partner Dennis Thies ist als Koch sehr ambitioniert und kennt sich in der gehobenen Gastronomie perfekt aus: Vor dem „Endtenfang“ hatte er noch unter Sternekoch Andreas Tuffentsammer (29) in der „Olen Deele“ in Burgwedel gekocht und außerdem bei einem der herausragendsten Köche Deutschlands, Joachim Wissler (52), im Restaurant „Vendôme“ in Rösrath bei Köln (drei Sterne) gearbeitet.

Und trotz dieser Referenzen in der Vita treten Thies und Wilkens erst mal bescheiden auf: „Wir kochen nicht gezielt auf einen Stern“, sagt Wilkens, „wir wollen eine unkomplizierte Wohlfühl-atmosphäre schaffen, tendieren eher zu einem Casual-Fine-Dining-Konzept.“ Das heißt: Es wird auf hohem Niveau gekocht, dabei aber eine ungezwungene, lockere Atmosphäre geboten.

Auch für den Weinbereich hat sich Wilkens viel überlegt: „Ich habe da meine eigene Philosophie: Ich möchte die Menschen begeistern, auch mal rechts und links im Weinangebot zu schauen. Es gibt so viele hervorragende neue, kleine Winzer, unbekannte Rebsorten, aber auch rare Klassiker.“ Dazu plant Wilkens verschiedene Events rund um den Wein: „Ich habe mit befreundeten Sommeliers aus ganz Europa gesprochen und Konzepte erarbeitet. Ich werde hier etwas anbieten, was es so noch nicht gegeben hat.“

Jetzt wird das ehemalige „Banco“ erst einmal renoviert. Ein guter Freund und Künstler gestaltet derzeit die Wände mit 3-D-Malerei neu, die Gäste sollen das Gefühl haben, an einem Weinberg zu sitzen. Das Mobiliar wird hochwertiger, die Küche neu ausgestattet. Am 9. Januar ist Eröffnung - schon jetzt ist das Restaurant in den Anfangswochen gut gebucht. „Wir öffnen täglich ab 17.30 Uhr, Küche ist bis 22 Uhr, nur Sonntag ist Ruhetag“, kündigt Wilkens an.

Wilkens’ Vorgängerin, Sandra Kopplin (44), hatte ihr Restaurant „Banco“ Anfang Oktober nach vier Jahren geschlossen. Davor war das Restaurant in der Lärchenstraße 2 (Oststadt) unter dem Namen „Au Camembert“ bekannt gewesen. Die Blütezeit hatte das Lokal in den 90ern unter Pothiti Herbst (59), die 2003 in ihre Heimat Griechenland zurückging (inzwischen aber wieder da ist und das „Rossini-Bistro“ führt), anschließend übernahm Mario Hassa (50, heute „Al Vecchio Milano“) das Restaurant. Bis 2011 bot dann Jürgen Wißmann (41, später „Le Chalet“, „Muscade“, „Weinbar gegenüber“), französische Küche an.


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