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IN HANNOVER: Eloy de Jong besucht den Radiosender ffn und trifft Morgenman Fränky und Moderatorin Caro.

IN HANNOVER: Eloy de Jong besucht den Radiosender ffn und trifft Morgenman Fränky und Moderatorin Caro.
 © ffn

NP-Interview

Eloy de Jong: „Ich fühle wahnsinniges Glück“

Freitag spielte Radio ffn nur Hits aus den 90er Jahren. Dazu holte sich der Sender mit Eloy de Jong (44) eine Boyband-Legende ins Haus. Die NP sprach mit dem Holländer über seine Band Caught in the Act, über deren Comeback, aber auch über private Dinge – wie das Coming out des homosexuellen Stars.

Herr de Jong, wie viel 90er Jahre stecken noch in Ihnen?

Ich lebe glücklicherweise in der heutigen Zeit (). Aber meine Vergangenheit und natürlich die Zeit mit Caught in the Act machen einen großen Teil meines Herzens aus. In den 90ern habe ich meinen Traum wahr gemacht! Ich war mit der Band auf Tournee, habe die ganze Welt gesehen. Das war unglaublich schön. Privat fühle ich mich jetzt aber deutlich besser.

Was daran liegen dürfte, dass Sie sich als schwul geoutet haben.

Richtig. Ich bin seit zehn Jahren mit meinem Partner Ibo zusammen. Ich habe einfach meine Zeit gebraucht, um zu verstehen, dass ich schwul bin. Was nicht wirklich leicht war, insbesondere weil mein Vater wirklich etwas gegen Homosexualität hatte. Schon bevor ich es wusste.

Wann haben Sie es denn gewusst?

Naja, in der Schule habe ich lieber getanzt und gesungen anstatt Fußball zu spielen. Und nicht nur deshalb habe ich mir schon früh Gedanken gemacht, dass ich nicht so richtig reinpasse. Während Caught in the Act hieß es dann auch vom Manager: ,In meiner Band gibt es keine Schwulen.’ Dabei wollte ich eigentlich nur, dass die Leute wissen, wie es in meinem Herzen aussieht.

Nämlich wie?

Das Glück, das ich jetzt fühle, ist wahnsinnig groß! Ich bin ein ganz normaler Mann, lebe in einer Familie mit Kind. Nur eben nicht mit einer Frau. Ich hoffe, dass ich mit meiner Geschichte Leuten da draußen eine Stütze sein kann. Vor dem ffn-Studio haben mich zwei Mädels angesprochen, die sich nach meinem Outing dann auch getraut haben. Das bedeutet mir sehr viel.

Ihre Tochter Indy ist fünf. Weiß sie, dass ihr Papa berühmt ist?

Sie spürt es immer mehr. Neulich hatte sie eine Freundin zu Besuch, die mich plötzlich bat „Back for Love“ zu singen (). Ein Konzert hat sie auch schon besucht. Ich liebe meinen Beruf, aber zu Hause bin ich einfach nur Papa Eloy.

Zu wem aus der Branche haben Sie noch Kontakt?

Manchmal zu den Jungs von Boyzone, mit Stephen Gately war ich ja auch vier Jahre zusammen. Ansonsten schreibe ich mit Ronan Keating von Zeit zu Zeit Whats-app-Nachrichten. Freunde und Familie sind mir wichtiger, das Showbusiness ist doch sehr oberflächlich.

Nach einer langer Trennungsphase gab es ja das Caught in the Act-Comeback 2015. Was habt ihr seitdem angeleiert?

Wir waren auf Tour, haben das Top-Hit-Album „Back for Love“ veröffentlicht. Wir spielen auf Festivals, und im November feiern wir in Bochum und Berlin die „Celebration of Love“. Darauf freue ich mich sehr.

Und in den 17 Jahren Pause haben Sie was gemacht?

Ich habe schon eine Zeit lang die Trennung verarbeiten müssen. Da passiert so viel mit einem jungen Menschen, dass ich das alles gar nicht so schnell verarbeiten konnte. Also ich habe zwei, drei Jahre gebraucht, bin auch in ein großes Loch gefallen. Es war eine regelrechte Achterbahnfahrt. Ich bin erwachsen geworden, lebe mein Leben. Glücklicherweise habe ich auch zu meiner Kreativität zurückgefunden.

Haben Sie Ihrem Bandkollegen Bastiaan Ragas eigentlich bei „Let´s Dance“ zugeguckt?

Ja, schade, dass es so schnell für ihn vorbei war! Ich bin aber sehr froh, dass ich ihn unterstützen konnte. Vor allem, weil ich tanzen so sehr liebe. Ich war sogar einmal holländischer Jugendmeister ().

Warum haben Sie dann nicht einfach auch mitgemacht?

Keine Ahnung, es hat noch keiner gefragt. Also, Lust hätte ich schon! Habt ihr in Deutschland nicht auch noch die Show „Dance, Dance, Dance“?

Von Mirjana Cvjetkovic


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