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Mensch-Hannover Ein Rotlicht-"Tatort" für den Rugby-Star
Menschen Mensch-Hannover Ein Rotlicht-"Tatort" für den Rugby-Star
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06:15 16.11.2012
TATORT-STAR: Jens Himmer. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Wer ihn nicht kennt, möchte ihm im Dunkeln wohl lieber nicht begegnen: Jens Himmer (45) fällt mit seiner imposanten Gestalt sofort auf, der Mann scheint nur aus Muskeln zu bestehen und hat riesige, zupackende Hände, Glatze und ein markantes Gesicht.

 Im Dezember ist er im Hannover-„Tatort“ zu sehen - als Knastbruder. Beginn einer neuen Karriere?

„Mal sehen“, winkt Himmer ab und lacht, „ich habe gar nicht so viel Zeit.“

In Hannover kennt man Jens Himmer und seine Brüder aus einem ganz anderen Zusammenhang: Die Himmers sind Sportler, hart im Nehmen, sie stehen für den erfolgreichen Rugbysport. Besonders Jens Himmer gilt als Rugby-Legende: Er war Nationalspieler und sechsmal deutscher Meister, derzeit trainiert der 45-Jährige die erste Herren-Bundesligamannschaft von Germania List.

Sein Geld verdient er als Angestellter bei der Polizei, er organisiert Großveranstaltungen. „Vor zwei Jahren bin ich von der Agentur D’Agostino, die Schauspieler und Komparsen vermittelt, angesprochen worden. Über die habe ich diesen ,Tatort‘-Dreh bekommen“, erzählt Himmer. „Ich wurde eigentlich für eine Rolle als Sicherheitsmann am Flughafen gecastet. Doch als die Co-Regisseurin mich gesehen hat, gab sie mir gleich eine ganz andere Rolle“, so Himmer Hinter Gittern.

Viel TV-Erfahrung hat er bisher nicht: „Für den Rugbysport war ich ein paar Mal bei der ,Sportschau‘, vor langer Zeit habe ich beim ,Kochduell‘ mitgemacht, vor ein paar Jahren war ich in einer kleinen Rolle im NDR zu sehen, einer Doku über große Kriminalfälle. Da haben wir Szenen nachgestellt, ich habe einen Ermittler gespielt.“

Himmer spricht mit ruhiger, leiser Stimme, das passt eigentlich gar nicht zu seinem Äußeren. Er kann fest zupacken und auf dem Trainingsplatz seinen Spielern auch mal kräftig einheizen, aber er hat auch eine nachdenkliche, ruhige Seite. Er ist großer Varieté-Fan, engagiert sich für Benefizgeschichten und kann soziale Ungerechtigkeit nicht ertragen.

Der „Tatort“-Dreh habe ihm viel Spaß gemacht, es sei interessant gewesen, die Arbeit am Set zu erleben. Die Schauspielerei habe ihn schon immer fasziniert, bereits in der Schule habe er Theater gespielt. In der JVA wurden seine Szenen gedreht, er spielt einen Insassen - mehr dürfe er aber nicht verraten. Nach acht Stunden sei alles im Kasten gewesen: „Bin gespannt, was man davon überhaupt zu sehen bekommt“, rätselt Himmer.

Ob er es noch einmal machen würde? „Man braucht viel Geduld“, sagt Himmer und grinst. Er sieht aus wie jemand, der nicht gerade gern wartet ...

Die Regisseurin aber habe gleich gefragt, ob sie ihn wieder buchen könne, und sprach von Drehs in Berlin oder sogar in Russland. Aber er habe sich erst mal zurückhaltend gezeigt, erzählt der große Mann: „Dann müsste mehr dabei rauskommen - eine größere Rolle, und auch finanziell“, sagt er selbstbewusst.

Schließlich habe er genug zu tun, er müsse mit seiner knappen Freizeit gut haushalten, sagt Himmer. Er ist Vater zweier - selbstverständlich - rugbyvernarrter Kinder: Sohn Jerome ist 21 und spielt beim aktuellen deutschen Meister Heidelberger RK; Sohn Michel (12) ist bei 78 - „dort haben schließlich alle Himmers angefangen“.

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