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© NANCY HEUSEL

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Ein Kind von der Küste liebt den Maschsee

Sie mag starke Frauenfiguren wie Scarlett Johansson (29) und Prinzessin Leia aus „Star Wars“. Schauspielerin Rebekka Müller (33) ist selbst eine starke Frau, die „Menschen unterhalten“ will. Mit der NP hat sie sich am Maschsee unterhalten - sie liebt den See.

Hannover. „Ich wollte nie eine Püppi sein“, sagt Rebekka Müller (33) und verzieht das Gesicht. Okay, denkt man sich beim Blick auf ihre hellblonde Mähne, die endlos langen Beine, die in engen Hotpants stecken, auf das perfekte Make-up - dann mal los: „Zum Beispiel in der Muckibude: Männer nehmen einen sehr wohl ernst, wenn man Gewichte stemmt und nicht in kurzer Hose Schaulaufen betreibt.“ Klingt überzeugend. Auch als kleines Mädchen hat Müller die Raumstation von Lego immer der Barbie-Puppe vorgezogen. Und ihren Traumberuf - sie ist Schauspielerin - hat sie ergriffen, obwohl ihre Eltern meinten: „Kind, du musst was Sicheres machen!“ Das hat sie auch: In Hildesheim schloss sie den Studiengang Internationales Informationsmanagement mit der Note 1,8 ab, kehrte dem Film aber nie den Rücken. Gekonnt: Ihre Magisterarbeit (Thema: „Die Auswanderung über bremische Häfen“) stellte sie in New York fertig, sie recherchierte in den Archiven auf der Einwanderer-Insel Ellis Island. „Gleichzeitig besuchte ich Schauspielworkshops“, erzählt sie beim Cappuccino am Maschsee und lacht. Eine vielseitige Frau (modelt, singt und tanzt auch), die weiß, was sie will - „unterhalten“.

Müller war Komparsin bei den Dreharbeiten zu „The Surprise“ in der List und war in „Buddy“ von Michael „Bully“ Herbig (46) zu sehen, gerade hat die Wahl-Hannoveranerin den Film „Reeperbahn“ abgedreht. „Er handelt vom Kiez in Hamburg“, erzählt sie über den Streifen aus dem Rotlichtmilieu, in dem sie eine Psychotherapeutin mimt: „Er soll wachrütteln, weil die Reeperbahn nicht nur eine Spaßmeile ist. Hinter den Kulissen geht es hart zu.“ Derzeit ist das Material in der Postproduktion, der Film soll 2015 auf der Berlinale vorgestellt werden.

Für die 33-Jährige muss es nicht immer die große weite Welt sein, in Hannover fühlt sie sich wohl. „Ich finde die Stadt weltoffen und aufgeschlossen“, urteilt die Frau aus Bremerhaven, nachdem sie mehr als zehn Jahre hier gewohnt hat, „und ich kann gar nicht verstehen, dass manche Hannoveraner nicht stolz auf ihre Stadt sind.“ Sie mag das Lister-Meile-Fest und das am Maschsee, „kein Wunder, ich bin ja ein Kind von der Küste.“ Dabei hielt sie den Maschsee anfangs für einen Fluss: „Auf den ersten Blick konnte ich nicht glauben, dass hier so ein schöner See mitten in der Stadt ist.“ Bis heute wundert sie sich übrigens immer noch, „dass die Leute nicht die Enten, sondern die Karpfen füttern“. Der Schein trügt manchmal eben ...