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Sie helfen mit: Marion Paschen, Helga Krüger und Gabriele Baldermann gehören zum „Edelmut“-Leitungsteam.

Sie helfen mit: Marion Paschen, Helga Krüger und Gabriele Baldermann gehören zum „Edelmut“-Leitungsteam.
© Florian Petrow

Engagement

„Edelmut“: Lieblingsstücke für den guten Zweck

„Sinn voller Genuss“ – das Wortspiel passt zu einem Second-Hand-Laden der besonderen Art. „Edelmut“ in der Oststadt ist ein Projekt des Diakonischen Werkes. Das Ziel der Ehrenamtlichen: „Mit jeder Boutique mithalten.“ Nicht jede Kleiderspende schafft es in den Verkaufsraum, die Second-Hand-Ware wird nach Qualität und Designer-Labels sortiert.

Hannover. An der Wand stehen in geschwungenen Lettern „Atem“, „Leib und Seele“, der hebräische Gruß „Schalom“. In der Luft liegt der Duft von frisch gebrühtem Kaffee, in den Regalen liegen sorgfältig gefaltete Hemden und Pullover, an den Ständern hängen Designerkleider neben gediegener Alltagsmode. Ein Second-Hand-Laden? „Edelmut“ ist anders.

„Wir wollen mit Boutiquen mithalten“, ist das Ziel der Ehrenamtlichen, die das Projekt im ehemaligen „2001“-Shop in der Friesenstraße aufgezogen haben. Das Diakonische Werk ist federführend, drei kirchliche Gemeinden aus Oststadt und List sind ebenfalls beteiligt. „Der Ertrag bleibt vor Ort“, verspricht (59), die über die Burgwedeler „Edelmut“-Filiale auf das Projekt aufmerksam wurde. Nicht jede Kleiderspende schafft es aber auf den Bügel im Verkaufsraum. „Die Qualität muss stimmen, das modische Level auch“, betont Krüger. Lieblingsstücke sollen wieder in den Kreislauf der Mode eingespeist werden. „Alte Sachen haben oft Charme – und sie sind geliebt worden.“

Was vom „Edelmut“-Team aussortiert wird, geht an Fairkaufhaus oder Kleiderkammer. „Es geht nichts verloren.“ Dafür wird so einiges wiedergefunden: „In einer Hosentasche ist ein altes Mark-Stück aufgetaucht, auch Tablettenschächtelchen und Ausweise haben wir schon gefunden“, erzählt die 78-Jährige.

Seit August gibt es den Laden, der Kundenkreis wächst stetig, Im Januar wanderten gut 600 Kleidungsstücke über den Tresen. „Wirtschaftlicher Erfolg und soziales Engagement schließen sich ja nicht aus“, bilanziert Stefan Heinze vom Diakonischen Werk zufrieden. Er hat schon weitere „Edelmut“-Filialen im Sinn: „Wir wollen wachsen“.

Tue Gutes und habe Spaß daran: Bei „Edelmut“ kann man in gebrauchten Büchern stöbern, alte Schmuckstücke und fair gehandelte Schokolade kaufen. „Oder einfach Kaffee trinken“, wie Gabriele Baldermann betont. „Das sind so nette Leute hier.“ Das hat sich herumgesprochen: „Zum Team gehören 77 Frauen – und ein Mann“, berichtet Heinze. „Wir haben inzwischen eine Warteliste.“

„Edelmut“, Friesenstraße 57, geöffnet montags bis freitags von zehn bis 19, sonnabends bis 14 Uhr.

Von Andrea Tratner

Friesenstraße 57 hannover