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EINGESPIEL-TES DUO:Felice Aguilar und Chris Mylandtraten 2012im GOP auf.

EINGESPIELTES DUO: Felice Aguilar und Chris Myland traten 2012 im GOP auf.

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Got to Dance

Duo Indigo: Tanzen sie Donnerstag zum Sieg?

Einmal Edinburgh-Köln und zurück! Für das Finale von „Got to Dance“ (Donnerstag, 20.15 Uhr, Pro 7) sammeln die Hannoveraner Felice Aguilar (23) und Chris Myland (24) fleißig Flugmeilen. Mittwoch feilten sie den ganzen Tag an ihrer Choreografie. „Es wird ganz puristisch“, verrät Myland, „und sehr emotional.“

Hannover. „Puh, das ist ganz schön viel Hin und Her“, erzählt Chris Myland (24) der NP am Dienstagabend. Gerade ist das Flugzeug aus Edinburgh gelandet, in der schottischen Stadt tritt er derzeit zusammen mit Tanzpartnerin Felice Aguilar (23) als Duo Indigo im Spiegelzelt des Varietés „La Clique“ auf. Für das Finale haben sie nochmal freibekommen. „Wir hätten ja nie gedacht, dass wir so weit kommen“, staunt der 24-Jährige. Der Sonderurlaub für die entscheidende Show in Köln heute war kein Problem: „Die Kollegen drücken ganz fest die Daumen. Das ist wie eine Familie.“

Die andere Familie wird am Donnerstag in Hannover vor dem Fernseher sitzen und ebenfalls mitfiebern. „Ich habe die beiden als Duo ja erfunden“, sagt Heidi Aguilar (54) und muss selbst ein wenig über diese Formulierung lachen. Die Regisseurin von „Feuerwerk der Turnkunst“ gab Tochter Felice, die Rhythmische Sportgymnastik machte, mit gerade mal sieben Jahren bei der Show ihren ersten Auftritt. „Ein kleines Solo, ganz alleine auf der Bühne“, erinnert sie sich. Der quirlige Gymnastikfloh sei schnell ins Show-Team gerutscht. „2008 stieß Chris als Tänzer zu uns“, erinnert sich Felices Mutter. Sie stellte den Wunstorfer und ihre Tochter gemeinsam auf die Bühne: „Das war totale Harmonie vom ersten Augenblick.“

Einige Zeit lebte Myland sogar bei Familie Aguilar: „Die beiden sind wie Geschwister. Mit allen Höhen und Tiefen.“ Myland schwärmt auch von der „Turnkunst“-Regisseurin: „Ich habe ihr viel zu verdanken.“ Obwohl ihn nach einigen Jahren in Berlin erst der Zufall wieder mit Felice zusammengeführt hatte. Mylands Partner für ein GOP-Engagement hatte sich verletzt, Felice sprang ein. „Die beiden haben eine alte Nummer aus dem Ärmel geholt, sie haben sich damals wiedergefunden - und von Mama emanzipiert“, erzählt Mutter Aguilar stolz.

Anteil daran hat aber auch Felices Vater: Der ehemalige Weltklasse-Turner Andreas Aguilar (52, gewann sechs deutsche Meisterschaften, 1989 wurde er Weltmeister an den Ringen) wollte seine Tochter als Kind am liebsten aus dem Leistungssport raushalten. Keine Chance. Mit dem ersten Auftritt hatte das Mädchen Blut geleckt: „Mir hat es auf der Bühne vom ersten Augenblick an gefallen, obwohl ich natürlich sehr nervös war“, erinnert sie sich an ihre „Turnkunst“-Premiere, „mit 16 wusste ich, dass ich dort hingehöre.“

Ihr Vater sieht das gelassen: „Ich war immer sehr stolz auf sie. Jetzt macht sie genau das, was sie will. Felice erfüllt sich ihren Lebenstraum.“ Vielleicht krönt sie ihn ja mit einem „Got to Dance“-Sieg. „Da wird ihre Leistung anerkannt“, sagt Aguilar über das TV-Geschäft, „es soll kein Bonus sein, dass ihr Papa ein bekannter Turner war.“

Mit der Ballade „9 Crimes“ von Damian Rice (40) will Duo Indigo die Juroren Howard Donald (46, Take That), Star-Choreografin Nikeata Thompson (33) und Entertainerin Palina Rojins-ki (29) überzeugen. Aber vor allem die TV-Zuschauer, die per Telefon abstimmen. Schon nervös? „Das gehört dazu, dass der Adrenalinpegel hoch ist“, wehrt Finalistin Aguilar ab. Ihr Vater hat keine Bedenken, dass sie das Finale meistert: „Sie ist ein Wettkampf-Typ. Wenn es kritisch wird, dann ist sie am besten.“

Und Freitagmorgen geht der Flug zurück nach Edinburgh.