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BEKANNTES GESICHT:Simon Licht ist viel im TV zu sehen.

BEKANNTES GESICHT: Simon Licht ist viel im TV zu sehen.© dpa

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Simon Licht

Diesen Hannoveraner kennen Sie aus dem Fernsehen

Humboldtschüler, Säbelfechter und Fan von Mousse T.: Schauspieler Simon Licht (46) hat seine Jugend in Hannover verbracht. Im TV kennt man ihn aus vielen Rollen in "Tatort" und Telenovelas. Für "Der Fall Jakob von Metzler" gibts jetzt den Grimme-Preis.

Hannover. Glückwunsch, ein Mann, der in Hannover groß geworden ist, bekommt mit dem Film „Der Fall Jakob von Metzler“ den Grimme-Preis verliehen. Stolz?

Da ist man schon stolz, zumal ich ja mit „Lösegeld“ ebenfalls nominiert war und mit zwei Filmen ins Rennen gegangen bin. Das muss wohl schon Schauspielkunst sein, sonst wäre man ja nicht nominiert worden (lacht). Die Freude über die Bestätigung guter Arbeit ist groß. Bei dem Film nach einem wahren Fall musste man sehr präzise und genau arbeiten. Belastend war es nicht, wir hatten die Absolution der Familie von Metzler, den Film zu machen. Das hat den Druck genommen.

Sie sind in vielen Genres zu finden: „Polizeiruf 110“, „Tatort“ aber auch in Kinofilmen oder Telenovelas. Ist Vielseitigkeit Ihr Erfolgsgeheimnis?

Ja! Ich glaube, dass genau das meine große Stärke ist. Ich habe mich seit meinen ersten Rollen Anfang der 90er stetig weiterentwickelt, an und mit mir gearbeitet. Außerdem habe ich immer versucht, mich der Zeit, in der wir leben, anzupassen. Ich habe absolut keine Berührungsängste, habe auch in der ZDF-Produktion „Wege zum Glück“ gespielt.

Wurden Sie deshalb belächelt?

Nein, im Gegenteil, es wurde mir als Akt großer Professionalität ausgelegt. Ich übe ganz einfach meinen Beruf aus und war nie festgelegt. Das ist heute mein Potenzial, denn ich gehöre zu denjenigen, die noch im Geschäft sind. Viele sind auf der Strecke geblieben.

In „Unser Lehrer Doktor Specht“ haben Sie einen Sportlehrer gespielt. War Sport ein Karriere-Thema?

Beim Säbelfechten habe ich mich wirklich sehr talentiert angestellt, ich war viermal Niedersächsischer Meister, sogar 16. der Weltrangliste. Dann kam aber mein Deutschlehrer, der Herr Grüne...

Und hat was gemacht?

Naja, er hat gesagt, der Licht, der macht nur Sport und hat von Kunst und Kultur keine Ahnung. Und hat mich dann in die Theater AG gesteckt, wo ich den Faust spielte.

Und dann?

War ich wirklich von der Arbeit im Ensemble begeistert! Das kannte ich aus dem Leistungssport nicht. Ein Freund von mir hat die Aufführung gesehen und mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte ihn nach dem Abi in den Ferien in Wien zu besuchen, er war an der Schauspielschule. Ich sprach in Wien vor und wurde genommen. Und so wurde ich von heute auf morgen aus jugendlichem Leichtsinn Schauspieler. Tja, eigentlich wollte ich ja immer Medizin studieren, hatte sogar schon einen Studienplatz.

Sie sind in Hannover aufgewachsen. Erzählen Sie bitte davon.

Ich war sechs Monate alt, als meine Eltern in die Badenstedter Straße gezogen sind. Mein Vater war Pastor, wurde in Hannover Studentenpfarrer. Das war eine ganz lebendige Gemeinde. Ich besuchte erst die Grundschule am Lindener Markt und dann die Humboldtschule.

Wohin sind Sie als Jugendlicher ausgegangen?

Zu Bodo Linnemann ins Casa, ich muss etwa 18 Jahre alt gewesen sein. Ich habe noch ganz genau vor Augen, wie er auf einem Rennrad im Anzug und Schuhen ohne Socken durch die Stadt fuhr. Oder mit Kippe im Mund und Ramazotti in der Hand Gäste empfing.

Das macht er heute noch. Nur alles ohne Rennrad. Er ist 72...

Ach, hör auf! Ich hatte da meine beste Zeit. Und Mousse T, und Ferry haben die beste Musik in der Stadt aufgelegt.