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Youtube-Zwillinge "Die Lochis",

Youtube-Zwillinge: Roman und Heiko sind "Die Lochis".

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NP-Interview

Die Lochis: "Es ist dumm, abzuheben"

Sie sind gerade erst 17 Jahre alt - und alte Hasen im Internetgeschäft: Die Brüder Roman und Heiko Lochmann kennen Millionen Youtube-Fans als „Die Lochis“. Musik machen sie schon lange, aber erst diesen Freitag erscheint ihr Debüt-Album „#Zwilling“. Die NP sprach mit ihnen über Spiegelbilder, Hass-Kommentare und das berühmte Glas Milch.

Roman hat die Tolle im Haar. Ist das ein Identifikationsmerkmal, damit euch die Leute auseinanderhalten können?
Heiko: Nein, es ist einfach so, dass mir die Haare glatt besser gefallen. Wir sind ja auch zweieiige Zwillinge und sehen uns inzwischen gar nicht so ähnlich.

Roman: Früher war das viel krasser, im Kindergarten und in der Grundschule konnte uns keiner auseinanderhalten. Damals hatten wir auch diese schlimmen Pilzkopffrisuren ...

Ihr hatte schon diverse Singles auf dem Markt. Warum macht ihr jetzt erst euer erstes Album?
Heiko: Wir sind ja schließlich erst 17 (lacht). Musik war schon immer unsere große Leidenschaft - schon bevor es vor viereinhalb Jahren mit Youtube los ging. Und seitdem ist so viel passiert, wir hatten einfach nie die Zeit, uns einem kompletten Album zu widmen. Aber seit Mitte Juni sind wir endlich mit der Schule fertig und haben das Fachabitur in Medienproduktion in der Tasche. Wir haben ein ganzes Jahr Arbeit in das Album gesteckt.

Neben der Schule?
Roman: In „#Zwilling“ steckt unser ganzes Herzblut drin. Nach der Schule gings fast immer direkt ins Studio, wir haben auch an den Wochenenden und in den Ferien knallhart durchgezogen. Weil wir schon immer diesen Traum hatten. Und die Community hat darauf gewartet.

Heiko: Das ist ein ganz großer Schritt. Der wichtigste in unserem bisherigen Leben.

Ist das Fachabi die sichere Bank im Hintergrund?
Roman: Unbedingt! Das hatte auch die ganze Zeit Priorität, unseren Eltern war das auch wichtig. Aber wir wollen auf jeden Fall weiter Gas geben, Musik ist voll unser Ding. Vielleicht sitzen wir ja in fünf Jahren wieder hier und quatschen über das dritte Album ...

Der Introsong heißt „Game“. In welchem Spiel seid ihr denn?
Heiko: „Wir sind wieder im Game“ bedeutet: Wir sind wieder dabei, ziehen die Fäden, sind am Start. Der Track kracht einfach rein. Bumm!

Würde euer Ding auch so gut funktionieren, wenn ihr nur älterer und jüngerer Brüder wärt?
Roman: Ich glaube nicht. Wir sind ein super Team, wir kennen uns in- und auswendig. Ich weiß, wie Heiko tickt, weil ich ja auch so ticke (lacht). Wenn wir uns streiten, dann verstehen wir uns nach fünf Minuten wieder.

Heiko: Roman ist mein Spiegelbild. Zu einem Zwillingsbruder hat man eben eine ganz andere Bindung, unglaubliches Vertrauen.

Vor 20 Jahren gab es im Alltag kein Internet. Was wäre da aus euch geworden?
Roman: Mit zwölf hätten wir auch Musik gemacht. Und hätten versucht, nicht übers Internet, sondern über andere Plattformen, was zu starten.

Stattdessen hat Roman im ersten Video ein Glas Milch eingeschüttet und gekleckert ...
Roman: Wir gucken die alten Sachen öfter mal an - aus Nostalgie. Das ist so, als würde man ein Fotoalbum durchblättern (lacht). Wir waren ja echt noch Kids! Es ist interessant, zu sehen wie wir uns entwickelt haben - vom Charakter, vom Aussehen, von den Themen und der Technik.

Heiko: Das ist echt geil - wir haben ein Album mit Bewegtbildern von unserem zwölften bis 17. Lebensjahr.

Ist euch das manchmal unangenehm, dass euch zwei Millionen Menschen so genau kennen?
Roman: Das ist schon krass!

Heiko: Aber nicht unangenehm. Man weiß natürlich, dass man nichts falsch machen darf. Uns ist diese Verantwortung schon bewusst, wir haben Vorbildfunktion. Die hat man mit so einer großen Community ja automatisch. Man muss sie aber auch annehmen.

Berät euch jemand?
Roman: Das meiste kommt von uns, aus dem Kreativen halten sich unsere Eltern komplett raus. Wir haben auch keinen Riesentross im Schlepptau. Nur bei Musikvideos, die auch im Fernsehen laufen, arbeiten wir mit einem Kamerateam.

Heiko: Aber bei Szenen daheim sind wir immer nur zu zweit. Wenn wir Sketche und Parodien drehen auch mal zu dritt, damit wir auch beide vor die Kamera können.

Wer sind eure ärgsten Internet-Konkurrenten?
Roman: Ach, wir sind eigentlich mit allen cool. Wir schauen auch gar nicht so auf die anderen, sondern gehen unseren Weg. Wir feiern viele Youtuber, festlegen will ich mich da aber nicht. Wenn man einen nennt, dann sind die anderen beleidigt (lacht).

Wie pflegt man eine Community mit zwei Millionen Mitgliedern?
Heiko: Über alle sozialen Netzwerke. Wir versuchen die Fans mitzunehmen, so dass Sie Teil unseres Lebens werden. Das ist wichtig, wir machen das voll gerne. Ohne unsere Fans wären wir nicht da, wo wir sind. Allerdings kann man die Kommentare nicht alle lesen, das sind Zehntausende am Tag.

Wie wichtig ist das Smartphone für euch?
Heiko: Sehr. Meins ist zurzeit leider komplett ramponiert (zeigt das zersplitterte Display).

Roman: Wir sind einfach abhängig davon, weil man es braucht. Immer. In unserer Branche ist das nicht mehr wegzudenken. Ich war schon seit Jahren nicht mehr einen ganzen Tag nicht online. Da kann man aber jeden Teenager auf der Straße fragen und bekommt dieselbe Antwort.

Wie geht Ihr mit Hass-Kommentaren um?
Roman: Ach, auch ein Hate-Kommentar ist ein Zeichen dafür, dass man erfolgreich ist (lacht). Da investiert jemand schließlich Zeit, um dich zu beleidigen. Das geht da rein und da wieder raus.

Wer sorgt bei euch für Bodenhaftung?
Roman: Unsere Freunde, die wir von früher kennen. Und der gesunde Menschenverstand (lacht). Wir wissen ja selber, dass es dumm ist, abzuheben. Außerdem wohnen wir ja auch immer noch im selben Dorf, das ist ein toller Ausgleich.

Heiko: Zuhause sind wir einfach Roman und Heiko.


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