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WILLKOMMEN: Jule und Patrick Döring in der Küche ihres Zuhauses im Zoo-Viertel.© Frank Wilde

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Porträt

Die Dörings: Zehn Jahre im Eheglück

Seit 15 Jahren lieben sie sich, seit zehn sogar mit Trauschein: FDP-Politiker Patrick Döring (43) und seine Jule (35) feiern heute zehnten Hochzeitstag. Mit der NP sprach das Paar erstmals öffentlich über seine Liebe.

Sie packen gerade ihre Koffer, treten eine zweiwöchige Reise über den Großen Teich an: „Ein Revival unserer Hochzeitsreise“, sagt Juliane Döring (35) freudestrahlend: „Diesmal sind es ein paar Tage mehr.“ Das Ziel ist New York, anschließend geht es an die Westküste, von San Francisco bis nach Los Angeles. Sie und Patrick Döring (43) feiern Rosenhochzeit - zehn Jahre sind sie verheiratet.

Bei dem gutgelaunten Paar zu Hause im Zoo-Viertel duftet es nach Apfelkuchen (gekauft), Tee dampft in der Kanne. Für seinen Schatz macht der FDP-Politiker Kaffee und versenkt zwei Löffel Zucker im Becher. Der 43-Jährige schmunzelt, als er an die erste Begegnung denkt: „Das war 2001 am Wahlstand in Kirchrode, die Kommunalwahl stand an.“ Jule, wie die quirlige Blondine genannt wird, war damals aber mehr an Schlaf interessiert - „ich war feiern, Schminke und Haare hingen ein bisschen auf halb acht“. Die angehende Verlagskauffrau unterhielt sich kurz mit einer Parteikollegin von Döring, sie kannten sich von der Konfirmation. „Wer war das?“ - das war die Frage, die den aufstrebenden Politiker brennend interessierte.

Bei der Abschlusskundgebung im Rathaus trafen sie sich wieder, klönten, tauschten Nummern aus. „Als Patti in den Rat gewählt worden war, gratulierte ich per Mail“, erinnert sich Jule Döring. Und sie schickte eine Spaßliste mit ihren Bürgerwünschen mit: „Freies Feiern für Azubis“ zum Beispiel. „Lass uns mit einem Getränk anfangen“, ging Patrick Döring darauf ein, „ich habe sie zum Abendessen in meine Junggesellenbude eingeladen. Es gab Steinpilzrisotto.“ Nur konnte er damit nicht punkten: „Ich hasse Risotto“, entfährt es Jule Döring. Mit viel italienischem Weißwein hat sie das Gericht an dem Abend einfach runtergespült.

Ohne Druck bauten sie ihre Beziehung auf, „wir haben nicht gleich unsere Freundeskreise aufeinander losgelassen“, so die 35-jährige Social-Media-Managerin. 2006 heirateten sie in der historischen Jakobikirche, den Trauspruch sagt Jule Döring heute noch flüssig auf: „Wer den anderen liebt, lässt ihn gelten, so, wie er ist, wie er gewesen ist und wie er sein wird.“ Ihre knallblauen Augen strahlen: „Uns einander die Freiheiten zu lassen, hat uns intensive Nähe erleben lassen.“

Gemeint ist die Fernbeziehung: er nach der Wahl in den Bundestag in Berlin tätig. Beide zusammen ab 2009 in Berlin, Döring aber ab 2011 als FDP-Generalsekretär bundesweit unterwegs. Nach dem Wahldesaster der FDP 2013 kehrte er nach Hannover zurück in seinen Beruf (Versicherungsmanager), sie blieb beruflich in Berlin und pendelte. „Ich bin viel emanzipierter, als manch einer denkt“, sagt er. Nie wäre es ihm in den Sinn gekommen, seine Frau zu drängen, mit ihm nach Hannover zurückzukehren.

Die beiden erinnern sich gern an die Anfänge ihrer Beziehung, verfransen sich aber in Detailfragen: Während er darauf pocht, dass sie nach der Hochzeitsfeier um acht Uhr morgens im Bett waren, macht Jule Döring ein „es war um sechs“ daraus. Einig sind sie sich, wie sie nach Hause gekommen sind - die Braut ist gefahren! „Ich habe vor lauter Tanzen und Quatschen das Trinken vergessen“, sagt sie über die Feier im „Paradies“ in Ricklingen. Die Geschenke waren ins Auto geladen worden, also setzte sie sich im Brautkleid ans Steuer. Am Waterlooplatz, Patrick Döring schlief schon auf dem Beifahrersitz, winkte ein Polizist sie raus. „Schwanger!“, rief Jule Döring durchs geöffnete Fenster, „ich hatte keine Lust aufs Pusten.“ Sie ist schlagfertig, frech, immer eine Stufe quirliger als ihr Gatte. Mit dem Kinderwunsch hat es bislang noch nicht geklappt, „wir machen uns auch nicht verrückt“.

Die Dörings ziehen an einem Strang, bereiten sich im Alltag kleine Freuden: „Jeden Samstag Blumen“ ist eine davon. „Bedingungsloses Vertrauen“ gehört dazu, „außerdem begegnen wir uns mit Respekt und können uns auch gut mal in Ruhe lassen“. Dann hat sie Zeit, sich um technischen Kram zu kümmern, sein Bereich sind Gartenpflege und das Kochen. „Es ist die Hoffnung und Erwartung auf eine schöne gemeinsame Zeit“, erklärt der 43-Jährige, der mittlerweile etwas grau an den Schläfen geworden ist. Etwas, das ihn für sie „noch attraktiver“ werden lässt. Sie lachen herzlich. Auch eine Zutat fürs Rezept ihrer bislang 15 Jahre dauernden Beziehung.


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