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Mensch-Hannover Designer-Möbel für Stubentiger in Hannover
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17:13 14.05.2018
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Wie kamen Sie auf die Idee, Katzenmöbel zu entwerfen?

Anja Staege-Thylmann: Wir sind seit 2008 Katzenbesitzer. Ich habe die beiden damals aus dem Tierheim geholt. Natürlich haben sie auch einen Kratzbaum bekommen. Es war ein vergleichsweise schlichtes Modell. Trotzdem hat es das Ambiente der Wohnung völlig zerstört. Ich habe mich echt für das Ding geschämt.

Carsten Thylmann: Diese „Fellmonster“ haben uns überhaupt nicht gefallen. Ich habe erst mal einen Prototyp für einen Kratzbaum gebaut. Darauf haben wir immer weiter aufgebaut und direkt fünf Produktlinien kreiert. Von der Idee bis zur Marktreife unserer Produkte hat es etwa zwei Jahre gedauert.

Wie unterscheiden sich Ihre Produkte von den typischen „Fellmonstern“?

Carsten Thylmann: Wir sind Entwickler, Designer, Hersteller und Vertreiber der Stylecats-Produkte. Alle werden vollständig in Deutschland hergestellt. Die Möbel lassen sich wunderbar integrieren und sollen im Gesamtbild gar nicht auffallen. Uns geht es um Geradlinigkeit und Reduktion. Weniger ist in diesem Fall mehr. Außerdem legen wir Wert auf austauschbare Elemente. Katzen können mehr als 20 Jahre alt werden. Ein herkömmlicher Kratzbaum hält maximal zwei Jahre. Das geht ins Geld. Bei unseren Katzenmöbeln sind deshalb alle Einzelteile ersetzbar.

Kann man den Kratzbaum nicht einfach in einer Ecke hinter einer Zimmertür verstecken?

Anja Staege-Thylmann: Nein. Die Katzen würden ihn dann nicht annehmen. Er muss zentral positioniert werden. Eine Katze ist in der Regel bei ihren Menschen. Ein Kratzbaum in der hintersten Ecke des Schlafzimmers interessiert die Katze nicht.

Was gehört für Katzenbesitzer zur Grundausstattung?

Anja Staege-Thylmann: Für eine Hauskatze ist eine Toilette wichtig. Man sagt, man soll immer eine Toilette mehr haben als Katzen. Sie machen ihr Geschäft nämlich gern an unterschiedlichen Orten. Einen Napf braucht man nicht unbedingt, ein Teller reicht auch. Beim Rest kommt es wirklich auf die Katze an. Die eine mag den Filzball, die andere lässt das völlig kalt. Es ist ein bisschen wie bei Menschen. Wir haben ja auch unterschiedliche Vorlieben und Interessen.

Carsten Thylmann: Katzenbesitzer können meist ganz gut einschätzen, was ihre Katze wirklich benötigt.

Wie wichtig ist ein Kratzbaum?

Anja Staege-Thylmann: Er kann verhindern, dass die Katze Tapete und Möbel zerkratzt. Unsere haben das zum Glück nie gemacht. Auch das ist Typsache. An einem Kratzbaum hinterlässt die Katze aber auch Duftstoffe, um ihr Revier zu markieren. Die Optik des Kratzbaums ist der Katze völlig egal. Funktionalität und Standort sind wichtig. Etwa zehn Prozent aller Katzen brauchen tatsächlich überhaupt keinen Kratzbaum.

Ändern sich die Bedürfnisse einer Katze, wenn sie älter wird?

Anja Staege-Thylmann: Katzen haben im jungen Alter eine enorme Sprungkraft. Im Alter können sie Gicht oder Arthrose bekommen. Dann ist ein Kratzbaum mit niedrigeren Aufstiegsmöglichkeiten sinnvoll. Bei unseren Senior-Modellen ist der Einstieg dann nicht bei 70, sondern bei 35 Zentimetern.

Fehlt einer Hauskatze nicht der Auslauf?

Anja Staege-Thylmann: Mit einer Hauskatze muss man sich wirklich beschäftigen. Am besten eine halbe bis eine Stunde pro Tag. Die Entscheidung, die Katze nach draußen zu lassen, muss gut überlegt sein. Die Katze verändert sich, wird wilder. Sie schleppt Dreck und Zecken ins Haus. Auch die Tollwut-Impfung ist wichtig. Wenn man eine Katze einmal hinausgelassen hat, kann man sie nie wieder als reine Hauskatze halten.

Carsten Thylmann: Dass Katzen überfahren werden, passiert wirklich ständig. Oder sie kommt nach einem Kampf mit tiefen Wunden nach Hause. Diese Risiken muss man sich bewusst machen.

Sollte man Katzen allein halten oder lieber zu zweit?

Anja Staege-Thylmann: Wer den ganzen Tag zu Hause ist, kann auch eine einzelne Katze halten. Ansonsten sollte man zwei Katzen nehmen. Ideal ist es, wenn die Katzen Geschwister sind.

Ist denn eine Katze auch für Familien mit kleinen Kindern geeignet?

Anja Staege-Thylmann: Es kann schwierig sein. Katzen können eifersüchtig reagieren, wenn zum Beispiel plötzlich ein Baby da ist. Sie stehen dann nicht mehr im Mittelpunkt. Außerdem haben Kinder noch eingeschränkte motorische Fähigkeiten. Ein Streicheln kann da schnell zum leichten Klaps werden. Ich habe schon häufig erlebt, dass Familien mit Nachwuchs ihre Katze abgeben mussten.

Wie lange kann man Katzen denn ohne schlechtes Gewissen allein zu Hause lassen?

Anja Staege-Thylmann: Man kann eine Katze ruhig schon mal eine Nacht allein lassen. Ab zwei Nächten wird es kritisch.

Wie viel Platz benötigt eine Katze?

Carsten Thylmann: Eine Ein-Zimmer-Wohnung ist etwas wenig. Aber in erster Linie geht es um die Beschäftigung mit der Katze.

Anja Staege-Thylmann: Die Katze darf sich beim gemeinsamen Spielen wirklich auspowern. Wenn sie noch klein sind, spielen sie auch viel allein. Das wird weniger, je älter sie werden, ganz allein spielen sie dann eigentlich nicht mehr.

Kann man Katzen auch Tricks beibringen?

Anja Staege-Thylmann: Definitiv. Sie reagieren zum Beispiel auf Klickgeräusche und man kann ihnen auch beibringen, auf ihren Namen zu hören.

Die Katze ist das beliebteste Haustier der Deutschen. Was macht das Leben mit Katzen so toll?

Anja Staege-Thylmann: Einsamkeit ist oft ein Thema. Viele Menschen, die allein sind, holen sich eine Katze ins Haus.

Carsten Thylmann: In Westeuropa spielen Haustiere generell eine wichtige Rolle. Nicht nur bei Singles, auch in Familien. In Großstädten sind wir zudem mit einem Verlust der Natur konfrontiert. Tiere bieten da einen idealen Anknüpfungspunkt. Katzen sind empfindsam und intelligent. Es sind absolut bemerkenswerte Tiere.

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