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Zeigt, was er kann: Kunterbunte Bilder zu malen, liegt Michael Hoyer sehr.

Zeigt, was er kann: Kunterbunte Bilder zu malen, liegt Michael Hoyer sehr.© Christian Behrens

Menschen

Der „Hunderthoyer“ verabschiedet sich

63 Jahre – so lange malt Michael Hoyer (72) bereits. Nun macht der umtriebige Mann aus Laatzen Schluss und stellt ab Sonntag seine großformatigen und kleinen Bilder ein letztes Mal aus. Die NP besuchte ihn zu Hause.

Hannover. eine ersten Malversuche machte er als ganz junger Bengel: „Mein Opa war Tischler, ich probierte Lacke, die er hatte, einfach aus.“ Michael Hoyer (72) lacht, als er sich an seine ersten Schuljahre erinnert: „Im Unterricht habe ich immer ganz schlecht dagestanden, weil ich vom Thema abgewichen bin.“ Das Thema Malen ist er aber seinen Lebtag nicht mehr losgeworden – bis jetzt, die Gesundheit zwingt den Mann aus Laatzen, nach 63 aktiven Jahren den Pinsel ruhen zu lassen. „Meine erste Ausstellung hatte ich 1973 im Kunst-Center, das war ein Bunker unterm Klagesmarkt“, erzählt der Ruheständler der NP, 60 weitere in der Region Hannover sollten  folgen. In seinem „Büro“, das eher einem Museum gleicht, sammelt er die dutzenden Zeitungsartikel, die über ihn geschrieben worden sind, Schränke und Tür sind mit Fotos beklebt, auf denen er neben 96-Boss Martin Kind (73) und Oberbürgermeister Stefan Schostok (53) lacht, Collagen, fertige Bilder in unterschiedlichen Collagen liegen auf dem Schreibtisch oder lehnen am Regal.

Ganz besonders stolz ist der 72-Jährige auf einen besonderen Schatz: eine Mappe, die seine Großmutter auf dem Dachboden ge­hütet hat – es sind einige Bilder aus Kinderjahren. Ein paar davon wird er auf seiner Ausstellung auch zeigen. Was hat sich seit seinen zarten Anfängen denn verändert? „Ich habe graue Haare bekommen, da kann ich aber nichts dafür“, sagt der Künstler und lacht: „Klar hat sich etwas verändert, ich kann ja nicht zwei, drei Jahre lang nur Blau malen.“

Er hat sich immer vorgenommen, „von Jahr zu Jahr etwas anderes zu machen“, und geschafft hat er das – nicht nur bei der Acrylmalerei: Auf Mini-Leinwände streut er Sand aus diversen Urlauben – etwa aus Dubai oder Mallorca –, fertigt Kunstwerke aus geschredderten Geldscheinen an und verarbeitet Brotkrümel und Körner, Erde und andere Partikel aus der Leinemasch. Er verziert Schuhe seiner Frau Heide (63) und bemalte die Elefanten „Calli“ und „Benjamin“ in der Innenstadt  – Letzterer stand lange am Steintor und nun vor Hoyers Haustür in Laatzen. Irgendwann verpasste ihm ein Besucher einer seiner Schauen einen schönen Spitznamen – „Hunderthoyer, weil ihn meine Werke an Friedensreich Hundertwasser erinnert haben“.

Beim NP-Rendezvous im Stadtpark war Hoyer übrigens jahrelang Stammgast: Hier profitierten vor allem die kleinen Gäste – sie durften nämlich mit Hoyer malen! „Ich habe Kinder gerne um mich herum, mag es, mit ihnen zu arbeiten.“ Und auch zu Hause ist er oft in Gesellschaft von Kindern – nicht nur seiner drei eigenen, wobei nur Sohn Stefan (35) mit ihm unter einem Dach wohnt, Hoyer hat sechs Enkel und sogar einen Urenkel.

Will er denn wirklich, wirklich ganz Schluss machen? „Fury in the Slaugtherhouse haben auch mal vom letzten Konzert gesprochen und sind wieder da.“ Er lacht: „Aber mit dem Wollen und Können ist das eben so eine Sache.“
„63 Jahre Michael Hoyer“: Die Vernissage zur Ausstellung beginnt am Sonntag, elf Uhr, im Kunstkreis Laatzen (Hildesheimer Straße 368, Ortsteil Rethen). Zu sehen sind die Bilder dann bis zum 27. Dezember.

Mehr: www.kunstkreis-laatzen.org

Von Mirjana Cvjetkovic