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Zurück zu den Wurzeln:

Zurück zu den Wurzeln:

Andreas Kunze

Der Fußball-Freak und seine Onlineliga

Die Fußball-Branche boomt, mit ihr lässt sich immer mehr Geld verdienen – das gilt auch für Spiele für Handy und PC. Der Hannoveraner Andreas Kunze (45) will den Markt für Manager-Spiele nun revolutionieren. Seit vier Jahren tüftelt er an seiner Onlineliga, die ab Herbst an den Start gehen soll. Die NP sprach mit dem selbst ernannten „Macher“.

Hannover. Schon als kleiner Junge hat er im Welfengarten Fußballturniere organisiert. „Wer sich kein Logo auf die Brust nähen lassen wollte, durfte auch nicht mitspielen“, erinnert sich Andreas Kunze (45) und lacht. Seine Leidenschaft als Arrangeur von Fußballspielen hat er bis heute nicht verloren: Denn ab Herbst will das Multitalent mit seinem „revolutionären“ Fußballmanagerspiel „Onlineliga“ durchstarten (siehe Infokasten). Wenn er von seinem Projekt spricht, hört der Mann einfach nicht mehr auf zu reden.

„Ich habe schon auf dem C 64 erste Managerspiele gespielt und später auch Online-Managerspiele. Da liegt einfach unglaublich viel unausgeschöpftes Potenzial drin“, findet Kunze. So verspricht seine Onlineliga etwa eine enorme Nähe zur Realität. Man beginnt – „wie in echt“ – in der untersten Kreisliga und tritt gegen Spieler in seiner unmittelbaren Umgebung an – so kann der Aufstieg in Stadt- und Niedersachsenliga gelingen. Der virtuelle Kick bietet einen Transfermarkt, echte Spielberichte, und man kann sich sogar sein eigenes Stadion bauen, was dann auf einer virtuellen 3D-Karte zu sehen ist.

Beim Spiel kann man sich sein eigenes Stadion bauen

Beim Spiel kann man sich sein eigenes Stadion bauen.

Quelle: privat

„Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es klappen wird“, ist sich Kunze sicher. Und das hat ihn bisher tatsächlich recht selten im Stich gelassen: Denn anders als die meisten Menschen hat der 45-Jährige das, was er heute macht, nie gelernt. Ausbildung oder Studium? Fehlanzeige. „Abi, das ist alles“. Doch der „Macher“, wie er sich selbst nennt, kam auch so ganz gut zurecht. 1997 gründete er seine eigene Firma, deren Chef er auch heute noch ist. Privat fand er sein Glück vor 16 Jahren. Da war nach einem Jahr für ihn klar: Das passt. Das Paar heiratete in Las Vegas, zwei Töchter gehören mittlerweile dazu. Vor vier Jahren zog Kunze mit seiner Familie raus aufs Land – er tauschte die City gegen Luthe bei Wunstorf. Dort wohnt er nun auf einem alten Bauernhof. Der IT-Fachmann ist ein Alleskönner. Sein Motto: „Learning by doing. Machen, machen, machen“, sagt er immer wieder. Also macht er: Erfolgreich im Job sein, Betten und Spielzeugpferde für seine Kinder bauen, Keyboard spielen, Laufen, Radfahren, im Fitnessstudio schwitzen – nicht alle Männer in seinem Alter kommen so dynamisch rüber.

Das Onlineliga-Team

Das Onlineliga-Team: Laura Tiedeken (links), Andreas Kunze (Mitte) und Gerald Fricke

Quelle: privat

Seine Freizeit verbringt er am liebsten an der Nordsee: „Wenn ich an der Küste bin, frage ich mich jedes Mal, warum es dort so leer ist.“ Für ihn gibt es nichts Schöneres, als mit dem Rad den Deich entlang zu fahren und ohne Pläne und Ziele das zu machen, worauf er Lust hat. Das ist sein Ausgleich. Den braucht er auch: Mittlerweile hat seine Agentur „Toygardens Media“ zehn Mitarbeiter. Trotzdem sagt Kunze: „Alles geht über meinen Tisch.“

Freizeit bleibt da nicht viel, das wurde auch nicht besser, seit er an dem Managerspiel arbeitet – sein Herz hängt einfach am Fußball. Bis zur B-Jugend kickte er sogar im Nachwuchs von 96. Doch das war selbst ihm zu viel Stress. „Es war, als wenn man auf eine neue Schule kommt.“ Der Leistungsdruck wurde höher, und Kunze verlor die Lust am Spiel. Darum widmete er sich lieber der Musik. Als Keyboarder verdiente er sich mit seiner Cover-Band „New Entry“ in den 90ern schon ein üppiges Taschengeld dazu. Nach der Auflösung machte Kunze weiterhin Musik, trat mit seiner Band „Hausarrest“ sogar mal Silvester im Capitol auf.

Seit vier Jahren tüftelt er nun an der Entwicklung seiner Onlineliga, im Herbst soll das Spiel dann endlich starten. Am Erfolg seines Projekts zweifelt Andreas Kunze keine Sekunde. Und weil der Mann seine Wurzeln nicht vergessen hat, will er zehn Prozent der Einnahmen für den Erhalt von Bolzplätzen spenden. Damit auch künftig Kinder in ihrer Freizeit das sagen können, was der Unternehmer selbst früher so gerne sagte: „Ohne Logo auf der Brust spielt ihr nicht mit.“ Feiner Spielzug!

So funktioniert die Onlineliga

Wer in der Onlineliga mitspielen will, meldet sich mit Mailadresse und Postleitzahl an. Dann wird man automatisch in die unterste Liga seiner Region eingeteilt. So spielt der Student aus der Nordstadt zum Beispiel gegen den Tischler aus der Nordstadt – nicht aber gegen die Krankenschwester aus Bothfeld. Jede Saison besteht aus 34 Spieltagen, gespielt wird täglich. Nachts werden die Spiele simuliert, und am nächsten Morgen kann man den Spielbericht lesen.

Ein Ranking zeigt, in welcher Stadt besonders viele gute virtuelle Trainer aktiv sind. Wie in der Realität gibt es sogar Winter- und Sommerpause. Hier können Spieler vom Kumpel um die Ecke abgekauft werden. Außerdem werden auf dem Portal echte Spielberichte, Statistiken und Neuigkeiten gesammelt. Dafür suchen die Macher übrigens aktuell noch nach Mannschaften, die sich für die Onlineliga fotografieren lassen. Mehr Infos unter: www.onlineliga.de

Von Timo Gilgen


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