Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Mensch-Hannover Denise M’Baye verzaubert uns am 25. Dezember
Menschen Mensch-Hannover Denise M’Baye verzaubert uns am 25. Dezember
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 18.12.2017
GUTE LAUNE: DIe NP sprach mit Schauspielerin Denise M’Baye über Märchen. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Die Tasche ist gepackt, nach dem Gespräch mit der NP steigt Denise M’Baye (43) in das Flugzeug nach München, sie dreht neue Episoden der ARD-Serie „Um Himmels Willen“. Millionen TV-Zuschauer haben die Hannoveranerin in ihre Herzen geschlossen, seit acht Jahren spielt sie Schwester Lela. „Ich bin immer noch die Nachwuchsnonne“, scherzt sie und wickelt eine Strähne der wilden Locken um den Zeigefinger. „Dabei werde ich hier an den Schläfen langsam grau!“

Gut, dass die (wirklich unauffälligen) grauen Haare ja unter der strengen weißen Kappe der Novizin Lela verschwinden. Im Kloster der fiktiven niederbayrischen Stadt Kaltenthal bleibt die Zeit stehe, 30 Drehtage im Jahr steht M’Baye vor der Kamera. „Die Rolle ist mir ans Herz gewachsen. Und die Kollegen lernt man lieben in einer so langen Zeit. Man kennt sich in- und auswendig.“

UM HIMMELS WILLEN: Seit acht Jahren spielt Denise M’Baye die Novizin Lela in der erfolgreichen ARD-Serie. Quelle: ARD/Barbara Bauriedl

Aufregende neue Kollegen traf sie beim Märchendreh im Sommer in der Nähe von Köln. „Meine Mama war ganz aufgeregt“, erzählt sie mit einem Lächeln. Denn den fiesen Königssohn, der nur danach trachtet, das Erbe des schwerkranken Monarchen anzutreten, spielt nämlich Gil Ofraim (35) – der Sohn der 60er-Jahre-Legende Abi Ofarim (80). M’Baye hingegen war traurig, dass sie keine Szene mit Ex-„Formel Eins“-Moderator Ingolf Lück (59, spielt den Quacksalber des Königs) hatte: „Er ist einer der Menschen, die meinen Fernsehalltag als junges Mädchen geprägt haben.“

Im Grimm-Märchen ist ihre Rolle ein alter Mann

Die Geschichte der Brüder Grimm wurde für den Weihnachtsfilm leicht abgewandelt: „Im Originaltext ist meine Rolle ein alter Mann“, weiß M’Baye. Als Salwa schickt sie den habgierigen ältern Bruder in die Irre, gibt dem freundlichen, hilfsbereiten jüngeren Bruder (Gustav Schmidt, 21) wertvolle Tipps, wie er im verwunschenen Schloss das „Wasser des Lebens“ finden und die Prinzessin (Marlene Tanczik, 24) erlösen kann.

„Ich habe als Kind Märchen geliebt.“ M’Baye erinnert sich an ein dickes Buch mit Grimm-Erzählungen mit zerfleddertem Einband, in dem sie immer wieder versunken war. Mit den Prinzessinnen habe sie sich aber nie identifiziert: „Für Mädchen fehlten die starken Figuren oft. Weshalb sich der Prinz im Froschkönig in die Prinzessin verliebt, nachdem sie ihn angewidert an die Wand warf, konnte ich auch nicht nachvollziehen.“ Die Helden in Märchen seien meist männlich, um so mehr schätze sie die Salwa, die im „Wasser des Lebens“ ganz eins scheint mit der Natur: „Sie ist mystisch, wissend, weise.“

DAS WASSER DES LEBENS: Der Märchenfilm mit Denise M’Baye als weise Salwa läuft am 25. Dezember um 14.45 Uhr. Quelle: WDR Presse und Information/Redak

Als Salwa trägt die 43-Jährige Blüten im Haar, Wurzeln und Ranken durchziehen ihr Gewand. Die Natur liegt der Hannoveranerin auch privat am Herzen: Seit gut zwei Monaten kann man bei iTunes ihren Podcast „Zero Waste – geht das?“ herunterladen. Die Schauspielerin schildert darin ihren Versuch, Plastikmüll aus ihrem Leben zu verbannen. „Das Umweltbewusstsein beim Einkauf war immer schon da“, erinnert sie sich. Trotzdem sei am Ende der Woche der gelbe Sack mit Verpackungsmüll immer voll gewesen.

Denise M’Baye will Plastik aus ihrem Leben verbannen

„Jetzt benutze ich Haarseife statt Shampoo aus der Flasche. Süßigkeiten kaufe ich bei Kaufhof an der Station mit losen Bonbons. Es ist schwierig, aber es gibt Möglichkeiten“, ist ihre Erfahrung. Der „Loseladen“ in der Südstadt sei ein wichtiger Anlaufpunkt, auf Reisen hat sie Thermosflasche und eine Stapelbox für ihr Essen dabei. „Der Müll hat sich deutlich reduziert“, sagt sie stolz. „Und die Familie zieht mit!“

Drei parallel laufende Podcasts, immer wieder Drehtermine – und dazwischen ganz viel Musik mit ihren alten Kompagnons von Mo’Horizons. „Im Dezember ist viel Bewegung“, sagt M’Baye mit einem Seufzen, das aber ahnen lässt, dass es eher um positiven Stress geht. „Ein Benfizkonzert in Andalusien am Strand, ein Auftritt in Insbruck im Iglu, ein Moderations-Job ... Ich freue mich auf die ruhige Weihnachtszeit.“ Wir freuen uns auf ihren märchenhaften Feiertagsauftritt!

„Das Wasser des Lebens“ läuft am 25.  Dezember, ARD, 14.45 Uhr.

Von Andrea Tratner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sie wollen der „Antiflix“ sein, der aufmüpfige „Cinemoritz“, ein kurioses „Monoplex“: Wiebke (35) und Johannes Thomsen (36) eröffnen am 2. Januar Hannovers kleinstes Kino in der Südstadt. „Lodderbast“ hat nur 20 Sitzplätze, aber ein großes Konzept – eine Mischung aus Kiosk, Trash und Art-House-Kino! Die NP sprach mit den Machern über bunte Tüten, selbstgeschmierte Stullen und kulturellen Diskurs.

17.12.2017

Teresa Enke ist wieder da! Die Witwe des 96-Torwartes Robert Enke, der sich im November 2009 das Leben genommen hatte, lebte mit ihrer achtjährigen Tochter Laila sieben Jahre in Köln – auch um Abstand von der Öffentlichkeit zu nehmen. Nun die Rückkehr: „Ich bin wieder in Hannover“, sagte sie der NP. „Und ich fühle mich sehr wohl hier.“

18.12.2017

Er steht seit 23 Jahren auf der Bühne, aktuell tourt Atze Schröder (52) mit seinem Programm „Turbo“ durch das Land – am 9. März tritt er in Hannover in der Swiss-Life-Hall auf. Die NP sprach mit dem Erfolgs-Comedian über die Probleme der Turbo-Gesellschaft, über sein soziales Engagement und die Kindheit in einer Frauen-Familie.

15.12.2017