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Mensch-Hannover Das irre Leben von TV-Star Kantorek
Menschen Mensch-Hannover Das irre Leben von TV-Star Kantorek
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00:17 07.03.2015
Wird oft auf der Straße angesprochen: Ingo Kantorek. Quelle: Peschke
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Hannover

Es kann nun mal megaspannend sein, wenn es im Leben anders kommt: „Ich hatte nichts mit Fernsehen zu tun“, betont Ingo Kantorek (40) überzeugend, „in der Schule war ich doch noch nicht mal in der Theater-AG oder so.“ Gut, dass das heute niemanden interessiert: Der coole Typ mit den noch cooleren Tattoos ist nämlich seit gut zwei Jahren nicht mehr von der Mattscheibe wegzudenken - zumindest bei den RTL-II-Guckern. Da spielt der Hüne (1,96 Meter, 110 Kilo, Schuhgröße 48) in der Reality-Soap „Köln 50667“ Alexander Kowalski, einen alleinerziehenden Barbesitzer, mal impulsiv und laut, mal charmant und sensibel. Eins schon mal vorweg - diese Eigenschaften finden sich auch im Gespräch mit der NP wieder ...

Schon vor dem Interview: Kantoreks Auto hatte schlappgemacht, er musste Bahn fahren - darüber ärgerte er sich ziemlich. Dafür, dass er ein bisschen zu spät ins „HeimW“ an die Theaterstraße kam, entschuldigte sich der Hannoveraner mehrfach. Impulsiv und sensibel eben, langweilig wird es mit dem sicher nicht. Das dachten sich auch die TV-Produzenten, die ihn kennengelernt hatten. Schnell hieß es nach Castings: „Holt den Jungen. Und zwar schnell.“ Dabei wusste Kantorek, bis dahin Triebwerkmechaniker bei MTU, gar nicht so recht, was er da sollte. „Außer, dass ich groß und tätowiert bin und schon diverse Model-Jobs hatte ...“, erinnert er sich und nippt an seinem Rooibos-Tee. Wie viele Tattoos er hat, weiß er nicht genau. Nur, dass die Oberschenkel und Teile der Innenschenkel noch frei sind. 14 Tage vorm 18. Geburtstag gabs das erste: „Ich habe gebetet, dass sie mich nicht nach dem Ausweis fragen.“ Wenn man ihn reden hört, klingt an, wie viel erzählerisches Potenzial in dem Mann steckt, das hat er auch beim Casting gezeigt: „Ich habe mich in die Rolle reingesteigert, bis ich gezittert habe und Tränen in den Augen hatte. Das ist anstrengend wie Sport.“

Danach ging es Schlag auf Schlag, der heute 40-Jährige kündigte seinen Arbeitsplatz nach zwölf Jahren. Von Kollegen hörte er Sätze wie: „Du bist irre.“ Aber er wusste: „Wenn ich das jetzt nicht probiere, werde ich mich immer fragen, warum ich es nicht gemacht habe.“ Ein Fehler war es jedenfalls nicht: Das beweisen bis zu eine Million Zuschauer täglich, die Gage stimmt auch. Längst ist er drin im neuen Job, die Drehtage können auch mal zehn, zwölf Stunden dauern. Anstrengend ja, aber das kennt er aus seinem vorherigen Leben: „In der Luftfahrt waren 100 Prozent Engagement und Konzentration das Minimum.“ Einer ist er richtig dankbar dafür, dass er den neuen Lebensweg einschlagen konnte - Suzana (44). „Sie ist meine Frau, mein bester Kumpel, mein Manager“, schwärmt er von seiner Liebsten, mit der er seit 1999 zusammen und seit 2001 verheiratet ist: „Sie hält mir den Rücken frei, ohne sie wäre ich am Arsch.“

Auch wenn Kantorek unter der Woche in Köln arbeitet und wohnt, hat das Paar ein unumstößliches Ritual: „Wir telefonieren jeden Abend eine halbe Stunde, sie bringt mich immer zum Zug und holt mich vom Bahnhof ab“, erzählt der Schauspieler. Das will er beibehalten, um nicht abzudriften. Er arbeitet daran, auf dem Teppich zu bleiben und seine Energie zu bündeln. „Ich habe eine Meditationsapp auf dem Handy, weiß jetzt, wie kontrolliertes Atmen funktioniert“, verrät er und muss selbst ein wenig grinsen, „da hätte mich im Leben keiner drauf gebracht, jetzt finde ich es einfach nur herrlich.“

Kantorek geht es gut, das ist offensichtlich. Deswegen tut er auch viel Gutes für andere: „Mit Ruhm kannst du sehr viel mehr Positives bewegen“, sagt er. Gerade hat er 1000 Euro an das Kinderkrankenhaus Auf der Bult übergeben - der 40-Jährige hatte selbstdesignte Käppis verkauft. Er ist außerdem Botschafter der Arche Deutschland und will im April bei einem Charity-Lauf mitmachen - dafür verzichtet er sogar auf Alkohol und Zigaretten. Ein spannendes Leben eben.

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