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Mensch-Hannover Daniel Brockhaus ist Thomas Brück bei „Alles was zählt"
Menschen Mensch-Hannover Daniel Brockhaus ist Thomas Brück bei „Alles was zählt"
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10:51 06.12.2016
SEINE HEIMAT: Daniel Brockhaus trifft sich vor dem Sprengel Museum mit der NP. Quelle: Dröse

Auch wenn er seit längerem nicht mehr in seiner Heimatstadt lebt - „ich kenne die Kurven von Hannover, an vielen Ecken hängen Erinnerungen“. Wenn Daniel Brockhaus (41) etwa ans Faust-Gelände denkt, fällt ihm nicht irgendein Konzert ein. Der Schauspieler muss an seine Hochzeit denken, die haben er und seine Frau Petra Frie-drich (43) nämlich dort gefeiert! „Unsere Gäste sollten etwas zu essen und Musikinstrumente mitbringen, wir haben für Getränke gesorgt“, erinnert sich Brockhaus an das Jahr 2003 und seinen Tag der Tage.

So unaufgeregt, ungekünstelt und ungezwungen, wie diese Feier gewesen sein muss, kommt der 41-Jährige rüber. Seit gut zwei Jahren ist er bei „Alles was zählt“ dabei, er spielt in der RTL-Soap den Arzt Thomas Brück. „Arzt wollte ich immer werden, leider war mein Abi zu schlecht“, sagt er bei einem Kaffee im „Bell’Arte“ am Sprengel Museum und lacht: „Jetzt bin ich sogar Chefarzt.“

Die Hochschulreife hat er an der Ricarda-Huch-Schule am Bonifatiusplatz in der List erworben. Und weil man mit einem Schnitt von 3,0 nicht Medizin studieren kann, entschied sich der Abiturient für eine Ausbildung - als Tischler. „Ich wollte meinen Horizont erweitern“, begründet er den damaligen Schritt. So nach dem Motto „Vom Bildungsbürgertum zum Handwerk“. Seine Eltern sind beide Musiker, Vater Michael (70) war Bratschist bei der Radiophilharmonie Hannover und ist außerdem Dozent an der Hochschule für Musik, Theater und Medien.

Ganz zufällig war die Wahl Tischler aber nicht, „ich habe schon immer gerne Möbel restauriert“. Er mag Holz als Material und baute mit 14 sein eigenes Bett. In einem Ein-Mann-Betrieb machte er die Lehre, „dort habe ich gelernt, mich zu konzentrieren“. Nach den zwei Jahren („Es war dann doch zu einsam hinter der Werkbank“) sortierte er sich erneut und hatte dabei mehrere Berufe auf dem Zettel: Architekt werden? In Paris Möbel restaurieren? „Irgendetwas Künstlerisches wollte ich machen“, sagt der Mann, der mit fünf Jahren schon Cello spielen gelernt hat: „Ich wollte aber nichts Klassisches machen. Das Leben hinter einem Cello kann auch ganz schön einsam sein.“ Somit fiel Musik aus, Noten lesen kann er auch nicht.

Als ihm dann das Schauspielen in den Sinn kam, fand er keine Gegenargumente: „Vor meinem inneren Auge konnte ich mir den Beruf recht gut vorstellen.“ Seine Schwester Esther (43), selbst Bildhauerin, gab ihm dann den letzten Schubs in diese Richtung. Brockhaus’ Ziel: Wien. Womöglich hatte es ihm die Stadt angetan, weil er dort eine wohlige Mitte empfand und seine Herkünfte - der Vater Deutscher, die Mama Ungarin - verbinden konnte.

Er kündigte seine Wohnung und fuhr nach Österreich - „ich hatte nichts, nur meinen Autoschlüssel, habe mich echt frei gefühlt“. Vor Ort angekommen, arbeitete Brockhaus als Nachtportier und las Theaterstücke. Die Aufnahmeprüfung am Franz- Schubert-Konservatorium schaffte er, und obwohl das erste Jahr „sehr befremdlich war, war ich so neugierig auf das, was noch kommen sollte, und habe durchgehalten“. Es war das Praktische auf der Bühne, was ihn begeistert hat, und an seine erste Rolle - „Die Befristeten“ von Elias Canetti († 89) erinnert er sich natürlich noch.

Vor Ende seines Abschlusses bewarb sich Brockhaus bei diversen Häusern, die Landesbühne engagierte ihn. „Zu der Zeit haben wir viel am Maschsee rumgehangen, das eine oder andere Bier im Kalabusch getrunken“, erinnert er sich an die Zeit, in der er „einfach nur Rollen spielen wollte“. Das kam auch so: 120 Produktionen folgten an Stadttheatern in Deutschland und Österreich: „In Celle hat mich dann eine Agentin angesprochen, ob ich nicht Lust auf Fernsehen hätte.“ Nach den ersten Drehs war er Feuer und Flamme und merkte, wie er sich vor der Kamera entfalten kann: „Ein wunderschönes Ausdrucksmittel.“ Und da ihm die Rolle von Doktor Brück mittlerweile „so gut passt wie ein Maßanzug“, hoffen wir, dass er sich so noch lange ausdrücken kann.

NPVISITENKARTE

Geboren am 4. April 1975 in Hannover. Ganz genau: im Oststadtkrankenhaus. An der Ricarda-Huch-Schule macht er Abitur und hat danach „1000 Jobs“: Chauffeur beim NDR, Möbelpacker, sogar ein kleines Transportunternehmen, mit dem er Blumen ausliefert. Mit dem Schauspiel hat er schließlich seinen Traumjob gefunden. Er macht Popmusik als „Herr Brockhaus“ und bringt im Februar seine erste Single raus – ein Familienprojekt. Den Text für „Ohne Arschkriecherei“ hat seine Cousine Anne geschrieben, Nichte Klara singt im Background.www.daniel-brockhaus.de

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