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BÜHNENPROFI: DJ Bobo ist bereits seit halbes Leben lang auf den Bühnen dieser Welt unterwegs.

BÜHNENPROFI: DJ Bobo ist bereits seit halbes Leben lang auf den Bühnen dieser Welt unterwegs.
© dpa

NP-Interview

DJ Bobo blickt auf 25 Jahre Bühnenleben

Seine Alben verkaufen sich wie verrückt, seine Bühnenshows sind atemberaubend: Seit 25 Jahren tourt DJ Bobo (49) durch die Lande. Die NP sprach mit ihm über seine einmaligen Choreografien, über seine Zusammenarbeit mit Schlagerstar Andrea Berg, über die aktuelle Tour und über seine Kinder-

Hannover.  

Herr Baumann, Sie feiern Ihr 25. Bühnenjubiläum. Wissen Sie eigentlich, wie viele Choreografien Sie in dieser Zeit gelernt haben?

Nein (). Ich weiß ja noch nicht einmal mehr, wie viele Songs ich geschrieben habe. Wüssten Sie denn, wie viele Artikel Sie schon geschrieben haben?

Ich könnte es vielleicht hochrechnen.

Das kann ich auch (). Aber das war ja gar nicht die Frage. Ich weiß es wirklich nicht. Es gibt jedenfalls gewisse Titel, da ist die Choreografie sehr prägend, wie bei „Pray“ zum Beispiel. Die ändert man auch nicht mehr, der Zuschauer kennt das genau so und es ergibt auch keinen Sinn, das zu ändern. Für den Song wollten wir das Wort durch ein Bild unterstützen, dass passte ganz wunderbar. Heute nennen Choreografen das Lyrical, Texte werden choreografisch umgesetzt. Das sieht man bei der Sängerin Sia sehr gut. Das ist total in! Und dann habe ich aber auch Songs, für die ich die alten Choreos, sagen wir mal, etwas renoviere.

Sie versprechen Ihren Fans eine aufregende Zeitreise. Verraten Sie uns einige Stationen des Trips?

Unsere Zeitmaschine geht zuerst nach Paris, in die Zeit, als gerade der Eiffelturm gebaut wird. Dann geht es nach Alexandria, 40 vor Christus, in die Zeit von Cleopatra – die Kostüme werden wunderschön! Danach gehen wir in die Steinzeit, eine wunderbare Zeit und kostümtechnisch wunderbar umzusetzen: Viel Stoff ist da nicht (). Im Anschluss folgen die 90er Jahre, danach geht die Reise wieder nach Paris, diesmal aber in das Jahr 2087. Also an den gleichen Ort, an dem wir begonnen haben, nur eben 200 Jahre später.

Woher nehmen Sie die Ideen für eine Show?

Die Anfänge entstehen im Kreativteam und wir schauen immer, dass es nichts mit der letzten Tour zu tun hat. Unser größter Anspruch ist es, uns immer neu zu erfinden. Während der Zeitreise in die 90er ist zum Beispiel eine klare Aufgabe, sich selbst und die Zuschauer dort abzuholen.

Die Spektakel sind ja mehr als aufwändig. Was kostet der Spaß eigentlich?

Das ist schwierig zu sagen. Es ist schon ein siebenstelliger Betrag. Aber so ganz genau kann ich das immer erst am Ende einer Tour sagen. In der Entwicklung planen wir natürlich mit Budgets. Es ist ein bisschen wie bei einem Hausbau, da plant man ja auch.

Ihre Frau Nancy ist ein wichtiger Teil des Teams. Wie oft bekommen Sie sich eigentlich in die Flicken?

Wenn es mal vorkommt, dann ist das nur dem Stress geschuldet. Denn je näher die Tour rückt, desto stressiger wird es für alle Beteiligten, weil immer noch so viele Dinge zu tun sind. Wir versprechen uns dann, nächstes Mal früher anzufangen, aber Kreativität lässt sich nicht immer planen.

Hören Ihre Kinder Jamiro und Kayley Ihre Musik? Oder was findet sich in deren CD-Playern?

Die haben schon gar keine CDs mehr (). Wobei: Meine Tochter ist zehn, die hat sich mal eine „Bravo Hits“ gekauft. Mein Sohn ist 14, der hört Tupac und Eminem.

Als die ihre größten Hits hatten, gab es ihn ja noch gar nicht.

Stimmt. Ich weiß auch gar nicht genau, woher er das hat. Aber diese Richtung gefällt ihm total, die Texte beschäftigen ihn, er schaut sich Videos dazu im Internet an. Die verschiedenen Theorien um die Ermordung von Tupac Shakur interessieren ihn sehr. Es beschäftigt ihn, dass der Fall nicht gelöst ist – das ist auch echt unglaublich.

Hat er denn eine Theorie?

Hat er wirklich! Er meint, dass der Manager, der daneben gesessen hat, den Mord in Auftrag gegeben hat. Der hat nämlich keine Kugel abbekommen …

Hören Ihre Kinder auch Ihre Musik?

Sie kommen auch schon mal mit und schauen sich die Show an. Aber es eben hauptsächlich der Job von Mami und Papi.

Sie arbeiten sehr eng mit Andrea Berg zusammenarbeiten, sie spricht von einer kreativen Liebesbeziehung. Woher wissen Sie, welche Idee Sie gern teilen – und welche Sie doch lieber für eigene Shows nutzen?

Bei Andrea und mir kommt so ein Gedanke gar nicht zum Tragen, weil wir wirklich aus zwei ganz verschiedenen Welten kommen. Das hilft sehr. Wäre es jetzt Robbie Williams oder Justin Timberlake, dann gäbe es die Überschneidungen schon eher, weil sie musikalisch viel näher sind. Andrea ist durch ihr Frausein schon mal eine andere Welt, da muss man ganz anders denken. Wir gucken uns gemeinsam Konzerte und Musicals an, zuletzt etwa „Aladin“ und Take That. Ich hatte noch nie den Gedanken, eine Idee nur für mich zu behalten. Es ist einfach eine andere emotionale Welt, die man bedient.

Von Mirjana Cvjetkovic