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KENNT HANNOVER: Schauspieler Clemens Schick lebte von 2002 bis 2006 in der List.© Jens Kalaene

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Porträt

Clemens Schick: Vier Hannover-Jahre haben ihn geprägt

Heute überzeugt Clemens Schick (43) als Schauspieler in nationalen und internationalen Filmproduktionen. Seine Karriere begann allerdings auf der Theaterbühne. Vier Jahre war er im Schauspielhaus zu sehen. Er hat noch immer viele gute Erinnerungen an Hannover. Heute, am 1. Dezember,  kommt er mit „4 Könige“ ins Kino am Raschplatz.

Es war eine seiner ersten Rollen als Filmschauspieler: Kratt. Der düstere und glatzköpfige Handlanger von Schurke Le Chiffre (Mads Mikkelsen, 50) in Daniel Craigs (47) erstem Film als MI6-Agent James Bond 007 in „Casino Royal“. Es war für Clemens Schick (43) ein Einstieg nach Maß: Weltkino für den Newcomer. „Nach zehn Jahren Theater war das ein toller Start in eine Filmlaufbahn. Es war eine großartige Erfahrung, mit so erfahrenen Kollegen zusammenzuarbeiten“, erinnert sich Schick an seine Anfänge.

Das war 2006. Mittlerweile ist der gebürtige Tübinger, der in Stuttgart aufgewachsen ist, einer der gefragtesten deutschen Schauspieler. Mit dem deutsch-brasilianischen Drama „Praia do Futuro“ (,Strand der Zukunft‘) hat es Schick 2014 in den Wettbewerb der Berlinale geschafft. Eine steile Film-Karriere in kürzester Zeit, vor der der Wahl-Berliner bereits seit 1997 in vielen renommierten Schauspielhäusern Theater spielte. Morgen feiert sein neuer Film „4 Könige“ im Raschplatz-Kino Vorpremiere - Clemens Schick wird live dabei sein.

Als sein „wichtigstes Engagement überhaupt“ empfindet er die vier Jahre ab 2002 im Schauspielhaus Hannover. Unter Intendant Wilfried Schulz (63) wurde er hier zum Protagonisten. „Ich hatte in Hannover das große Glück, mit wunderbaren Regisseuren zusammenzuarbeiten. Von Sebastian Baumgarten über Wilfried Minks bis zu Christina Paulhofer . Mit Sebastian Nübling habe ich eine meiner wichtigsten Inszenierungen, Mamma Medea, gemacht“, so Schick.

Gelebt hat der James-Bond-Bösewicht in seiner Zeit als Vorzeigedarsteller der hannoverschen Theaterszene in der List. Für ihn „ein perfekter Ort, da ich jeden Tag joggen gehe und ich in der Eilenriede meine Kilometer ablaufen konnte“. Heimisch fühlte er sich aber vor allem mit seinen Kollegen. Ob im Schauspielhaus oder auch bei „Beckmanns Weinstübchen in der Calenberger Neustadt - dort haben wir als Ensemble schöne Abende verbracht“. Das weltstädtische Flair, das er in Hannover manchmal vermisst hat, fand er damals in den Bars am Steintor: „Die auf ihre Art und Weise heftig waren.“

Erst seine erfolgreichen Jahre als Theaterschauspieler in Hannover haben Schick dazu veranlasst, sich zu verändern und zum Film zu gehen: „Diese gute und erfüllte Zeit hat mir auch bei der Entscheidung geholfen, das Theater zu verlassen.“ Er habe das Gefühl gehabt, den nächsten Schritt gehen zu können, ohne etwas Unfertiges hinter sich zu lassen. „Heute beglückt mich mein Zustand als Filmschauspieler sehr. Deswegen vermisse ich im Grunde genommen gerade nichts. Ich habe da einfach noch viel vor mir und bin noch lange nicht fertig mit diesem Genre“, gibt Schick einen Ausblick auf seine Zukunft.

Die aktuelle Produktion „4 Könige“, in der Schick als Psychologe Wolff mitwirkt, ist für ihn „ein absoluter Weihnachtsfilm - auch wenn er sehr ungewöhnlich ist. Ich beschreibe ihn immer gern mit dem Satz ,Es geht um die Liebe zum defekten Menschen‘.“ In dem Debüt-Film von Regisseurin Theresa von Eltz (37) erleben vier Jugendliche, gespielt von Jella Haase (23), Paula Beer (20), Jannis Niewöhner (23) und Moritz Leu (25), Heiligabend in der Psychiatrie, nachdem in ihren Familien Konflikte vor dem Fest eskaliert sind.

„Familienfeste haben eine Lupenfunktion. Sie vergrößern das, was eh schon da ist“, beschreibt Schick das Phänomen, weshalb gerade an Weihnachten in Familien oft gestritten wird. Ihm ist es wichtig, dass den Zuschauern vermittelt wird, dass man „Weihnachten auch ehrlich sagen kann, was man sich wünscht - ganz unabhängig von Geschenken“.

INFO

Heute, am 1. Dezember, um 19 Uhr kommt Clemens Schick zur Vorpremiere von „4 Könige“ ins Kino am Raschplatz. Mit dabei ist auch Regisseurin Theresa von Eltz, die mit dem Film ihr Regie-Debüt feiert.

Los geht es um 19 Uhr. Die Tickets kosten sechs Euro (Kinotag) – es gibt noch knapp 45 Eintrittskarten. Nach dem Film werden Schick und von Eltz mit den Zuschauern über ihren Film diskutieren.

Offizieller Kino-Start von „4 Könige“ ist am Donnerstag. www.4koenige-derfilm.de


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