Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Mensch-Hannover Claudia van Veen: "Ich galoppiere einfach drauf los"
Menschen Mensch-Hannover Claudia van Veen: "Ich galoppiere einfach drauf los"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:37 26.12.2017
IM HERZEN HANNOVERANERIN: Schauspielerin Claudia van Veen lebt in den Niederlanden, spielt aber Silvester im Theater am Aegi.

An ihr letztes Hannover-Engagement kann sich Claudia van Veen (41) nur zu gut erinnern: In „Hexenschuss“ im Neuen Theater spielte sie vor eineinhalb Jahren in 65 Vorstellungen eine Ehefrau, die verzweifelt versucht, eine Af­fä­re zu vertuschen. „Die Au­genringe auf der Bühne wa­ren echt“, erinnert sie sich mit einem fröhlichen Lachen. Der Grund: Tochter Aurelia war in Hannover dabei.

Die da­mals Zweieinhalbjährige wurde zwar von Oma Vera Brand (Vorsitzende der Garb­sener Kulturtage) gehütet, der Mama fehlte aber trotzdem jede Menge Schlaf: „Aber Adrenalin hilft auf der Bühne.

“Nun ist Aurelia vier – und geht schon zur Schule. „In den Niederlanden fangen sie früh an, Buchstaben zu lernen“, erklärt van Veen, die seit 2011 mit einem Mitglied einer der berühmtesten holländischen Familien verheiratet ist: Merlijn (39) ist der Sohn von Liedermacher Herman van Veen (72).

Die zierliche Schauspielerin (wollte mal Balletttänzerin werden, Jugendrheuma verhinderte es aber) und der Tontechniker hatten sich zwei Jahre zuvor beim Varussschlacht-Spektakel „Op en dag in September“ in Detmold kennengelernt, das van Veen senior inszeniert hatte. Aus der „Ferienliebe“ wurde mehr. „Hexenschuss“ war van Veens Rückkehr aus der Elternzeit – und die Eintrittskarte für ein neues Stück: „Florian Battermann hatte es gesehen und mich gleich angefragt.“

Der Direktor der Komödie am Altstadtmarkt in Braunschweig wollte „No Sex in the City“ auf die Bühne bringen. „Ich war anfangs aber etwas skeptisch“, ge­steht van Veen, „einige Szenen waren schon recht an­züglich, aber er hat eine schöne Partnerschaftskomödie daraus gemacht.

“Darum geht es in dem Stück, das am Silvestertag zweimal im Theater am Aegi gezeigt wird: Susan und Max Cooper sind unzufrieden in ihrer Ehe, im Bett herrscht Flaute. Also melden sie sich getrennt voneinander beim Online-Portal „Surprise Date“ an, um mit einem kleinen Seitensprung die Lust wieder zu entfachen. Natürlich landen die verhinderten Fremdgänger im selben Ho­telzimmer – der Traumprinz ist der vermeintlich langweilige Ehemann. Nun wollen sie das Beste aus der Situation machen: Gut, dass Hotelchefin Caren (van Veen) einschlägige Erfahrungen als Betreiberin eines Erotik-Shops hat.

Klingt aufreizend! „Ich trage aber ein ganz züchtiges Kostüm, sehe ein bisschen aus wie eine Stewardess“, beteuert van Veen. Sogar Tochter Aurelia darf sich die erste Hälfte der frühen Show ansehen. In der Zwischenzeit isst das Ensemble zusammen, nach dem letzten Vorhang ist aber eine Familienfeier im idyllischen „Berggasthaus Niedersachsen“ in Gehrden angesagt – „meine Schwester und mein Schwager betreiben es seit gut einem Jahr“, erzählt van Veen: „Silvester will man doch mit den Liebsten zusammen sein.“

Noch bis Ende Mai spielt sie „No Sex in the City“ in Braunschweig: „Vier bis fünf Vorstellungen im Monat, ich pendle fleißig“, erzählt sie und flucht über die immer noch fehlende Umgehungsstrecke bei Bad Oeynhausen. Und dann wird die Schauspielerin ein wenig melancholisch: „Mein Mann ist Tontechniker und gibt Seminare in der ganzen Welt. Aber meine Arbeit ist in Deutschland einfach besser aufgehoben. Ich liebäugele mit einer Rückkehr.“ In der Probenzeit für „No Sex in the City“ hatte sie Tochter Aurelia furchtbar vermisst: „Das ist jetzt eine ganz andere Situation mit einem Schulkind, das Leben ändert sich.“

Zwischendurch hatte sich die 41-Jährige auch als Mo­deratorin einen Namen ge­macht. „Aber mein Zukunftsplan ist mehr Theater“, sagt sie entschlossen. Mit Ex- „GZSZ“-Star Raúl Richter (40) geht sie mit der Komödie „Herz im Gepäck“ auf Tour. Ein Solostück, das Schwiegerpapa Herman van Veen („Mit ihm macht man nie Smalltalk über das Wetter“) für sie geschrieben hat, wird nochmal neu ins Deutsche übersetzt – „es geht um eine Musicaldarstellerin, die mit dem Tod ihrer viel erfolgreicheren Partnerin zu kämpfen hat“. Die Uraufführung hatte sie auf Niederländisch gemeistert – und viel dafür gebüffelt: „Mein Akzent ist zum Glück schwer zuzuordnen.“ Holländer würden sonst immer sofort auf Deutsch umschwenken. Wie sie Niederländisch in den Griff kriegt? „Ich galoppiere einfach drauflos.“

„No Sex in the City“, 31. Dezember, 17 und 21 Uhr, Tickets: 40 bis 71 Euro.

Von Andrea Tratner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!